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Februar-Preisrätsel (2017)

Oh – 2017! Der Winterschlaf ist vorbei, es regt sich wieder sichtlich auf der Jungviehweide. Wir haben rote Nasen von der Kälte, rote Nasen von der Fasent: Herzlich willkommen bei uns!

Die Azubis finden sich im Topfraum wieder, dabei geht es natürlich um unsere Februar-Rätselpflanze. Auch dabei: Gärtnermeister Sebastian, Azubis Tobi, Joana, Max und Praktikantin Susanne…

„Wir topfen Teilstücke dieser Wurzelstöcke in 1-Liter-Töpfe. Schau so. Dafür nehmen wir ganz normale Topferde, sie ist torfreduziert. Das Abbrechen der Teilstücke übernehme ich, probier‘ Du mal dass Eintopfen, Tobi und Joana helfen Dir.“
„Ok, aber ich hab sowas noch nie gemacht.“

„Klar kennst Du diese Pflanze auch, sie wächst in fast jedem Bauerngarten. Ach, und wir arbeiten bei dieser Pflanze mit Handschuhen, der austretende Pflanzensaft an der Bruchstelle der Wurzel kann nämlich die Haut reizen. Man sagt auch Kontaktallergie.“
„So schön und gleichzeitig giftig?“
„Ja, das sind aber übrigens einige Zierpflanzen, man muss es halt einfach wissen.“
„Echt jetzt? Ich wußte das nicht. Und warum pflanzt man sie dann trotzdem im Garten an? Ich meine, im Bauerngaren sind doch auch viele essbare Pflanzen direkt daneben?“
„Ach Susanne, diese Alkaloide gehen doch nicht auf andere Pflanzen über. Und keiner würde diese Pflanze essen, oder? Man kultiviert sie wegen dieser perfekt symbolischen Blütenform.“
„Ja, diese Blüten sind echt niedlich.“

Sebastian hat den Azubis als Aufgabe gegeben, zu genau dieser Pflanze kleine Infotexte zu formulieren, fürs Internet, Katalog oder Blog nach eigener Wahl. Wir wechseln in den Pausenraum und horchen zu.

„Schöner hätte man sich Blüten nicht ausdenken können, graziös am gebogenen Stängel aufgereiht, wie ein Liebesgedicht, romantischer geht’s nicht. Auch das Laub ist filigran, die gesamte Pflanze poetisch. Als wahre Waldschönheit liebt sie Halbschatten, humosen Boden und wird mit den Jahren immer kräftiger und schöner.“

„Joana, sehr gut.“
„Für einen Infotext vielleicht ein wenig zu schmalzig?“
„Dann lies doch jetzt mal Deinen Text vor, Tobi.“
„Eine Pflanze für den lichten Schatten genügt, Ihren Garten poetisch um zu stimmen. Was erst, wenn zwei oder mehr zusammenkommen und von Mai bis Juni die Blicke auf sich ziehen! Ein Muss für jeden Waldgarten, jeden schattigen Hauseingang. Tolle Pflanzpartner sind Brunnera oder Geranium.“

„Auch sehr gut! Und jetzt Max.“

„Ich hab‘ zwei Texte. Der Erste: reizend altmodische Bauerngartenpflanze für den lichten Schatten. Ich hab meiner Oma die weiße Sorte geschenkt, sie blüht länger als die Art. Oma ist glücklich!“
„Sehr gut für einen Blog, Max. Und der Zweite?“
„Traditionell entzückend für den Bauerngarten. Es geht aber auch stylisch: im Modern Art Museum, im Innenhof hab ich sie gesehen, in einem kleinen Baumhain überragte sie grüne Bodendecker – ein Garten ganz in Grün-Weiß, elegant und sehr, sehr schön. Tipp: einfach mal nachmachen. Braucht frische, humose Böden.“

„Und was würdest Du schreiben, Sebastian?“

„Für ein Magazin oder so könnte man etwas schreiben wie: Sie hat im Volksmund noch einen anderen Namen. Biegt man die beiden gespornten Kelchblätter zurück und dreht das ganze um, versteht man diesen Namen besser: es erscheint eine kleine Figur wie in einer Badewanne, wie diese Emailwannen mit gewölbtem Rand aus der viktorianischen Zeit. Viele große Meister der europäischen Malerei haben dieses Thema aufgenommen und sehr schöne Aktbilder geschaffen, ebenso schön wie die grazile Gartenpflanze, ursprünglich eine Waldschönheit aus China usw.“

Wie heißt die Staude, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa kultiviert wird?

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die reizend altmodische Bauerngartenpflanze?

Die Lösungsantwort:

Gewonnen haben:

Maria Radina-Zehe aus Münnerstadt,
Liane Miller aus Sontheim und
Hildegard Bartneck aus Schopfheim
jeweils