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Februar-Preisrätsel (2015)

Noch ist’s Winter. Höchste Zeit, liegengebliebene Zeitschriften in Ruhe zu lesen, neue Ideen zu sammeln und zu recherchieren. Oder Altes auszugraben, wie wir das manchmal tun. Grüß Gott bei uns auf der Jungviehweide.

Wir begleiten unsere Azubis und Gärtnermeister Sebastian in den „Glaspalast“, unser neues Vermehrungs-Gewächshaus, und dann in den warmen Pausenraum. Heute werden Kaltkeimer gesät. Mit dabei sind Pflanzenlexikon und Handy.

„Was ist das denn, Sebastian? Klingt ein wenig wie Simsalabim.“
„Ein historisches Wurzelgemüse, bei uns bis ins 19. Jahrhundert kultiviert und seitdem fast in Vergessenheit geraten. So langsam kommt es wieder in Mode. Und weißt Du, wer anfängt, sich dafür zu interessieren? Gourmets und Raritäten-Gemüsegärtner.“
„Dann ist das genau das Richtige für Fabia. Gesund und bestimmt voller Vitamine.“

„Die Staude, ein Doldenblütler, besitzt als Überdauerungsorgan um über den Winter zu kommen, verdickte Wurzeln. Eine ausgewachsene Pflanze bildet etwa 10 bis 15 fingerdicke, weißlich graue Wurzeln, also ein Wurzelbündel, ähnlich wie die Dahlie, nur eben winterfest.“

Im Bestimmungsbuch* werden zwei heimische Verwandte unserer Rätselpflanze beschrieben. Dann folgt der botanisch-sachliche Hinweis „… aus der Kultur nahezu verschwunden ist die früher häufig als Gemüsepflanze kultivierte … Wurzeln fleischig verdickt, genießbar…“

„Das klingt erstmal nicht nach Gourmet!“
Gemüsegerichte und süße Speisen aus den Wurzeln wurden seit der Renaissancezeit serviert, auch Zucker wurde daraus hergestellt, sagt Wikipedia.
„Und dann hat man sie wieder vergessen?“
„Ja, als jeder begriffen hatte, wie man Kartoffeln zubereitet, wurden diese immer beliebter.“ „Und da sie mehr Ertrag brachten und einfacher zu kultivieren und zu verarbeiten waren als so manches Wurzelgemüse, verlor auch unsere Rätselpflanze an Bedeutung.“
„Logisch, hast Du schon mal Schwarzwurzeln geschabt? Das ist echt anstrengend.“
„Aber lecker.“
„Bist Du etwa auch so ein Gourmet?“

Übrigens war die Bedeutung der gesuchten Rarität als Süßmittel auch nicht unbeträchtlich, bis dann Zuckerrübe und Zuckerrohr effektiver für die Zuckerherstellung wurden und der Zucker so natürlich auch bezahlbar wurde.

„Sag mal Sebastian, wolltest Du nicht mal ausprobieren, die Wurzeln zum Treiben zu bringen, um frühes Blattgemüse zu ernten?“
„Ja, ich habe gerade gestern zwei Kübel mit Versuchspflanzen zum Treiben ins warme Querhaus gestellt. So in zwei Wochen rechne ich mit der ersten Ernte.“
„Schmecken denn die Blätter eigentlich auch süßlich?“
„Ja, sie enthalten sogar mehr Saccharose als die Wurzeln, auch mehr Vitamine. Genau das richtige also für Tobi.“
„Ja, bestimmt! Was kocht man denn daraus, vielleicht mag ich´s ja sogar?“
„Blätter und Wurzeln ergeben ein super Pesto. Die Wurzeln kann man anbraten, mit Zitrone und Chili. Ab Ende Februar gibt es aber erstmal Sprossen und später die Blätter als Salatzutat.“

„Hm, guck mal hier: Pesto zu Bratwürstchen.“
„Hm, guck mal hier, bei Sterneküche, Gourmet-Blog über die besten Rezepte … Geschenke für Gourmets … hm, hier… geschmackliche Fundamente … Röstaromen, filigrane Aromen wie Kräuter von …, tolle Sprache. Ah, sie verwenden auch unser Wurzelgemüse. Hört mal: sie mit Wacholderasche und Hagebutten anzurichten ist sehr gut. Wie kommt man denn auf so was?“

„Prima, Geschenke für Gourmets! Endlich weiß ich, was mein Onkel zum Geburtstag bekommt, nämlich so ein Wurzelbündel.“
„Und dazu das Rezept mit der Hagebuttenasche oder wie war das?“

Über welche Würz- und Gemüsestaude wird hier gesprochen?

*Schmeil/ Fitschen, Flora von Deutschland, ältere Ausgabe

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Pflanze?

Die Lösungsantwort: