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Februar-Preisrätsel (2009)

Winter ist’s in Illertissen, immer noch. Auf der Jungviehweide sind nur die widerstandsfähigen Schafe im Freien, Ihnen scheint die Kälte wenig auszumachen, obwohl hier manchmal der Atem gefriert. Grüß Gott bei uns!

Und was tut sich in der Staudengärtnerei Gaissmayer?

Es wird geplant, organisiert, vermehrt. Unsere Rätselszene heute lauscht einem Pausengespräch mit Gärtnermeister Sebastian, Gärtnerin Marie und der Auszubildenden Conny.

„Ich brauch mal den Kaffee“, sagt Conny, „sonst werd' ich gar nicht wach.“
„Wieso das denn, du hast dich doch gerade 3 Wochen ausgeruht?“, stutzt Marie.
„War doch unterwegs, auf meiner Lieblingsinsel, da im Mittelmeer. Hab dort die Staudenwelt erkundet. Und Du?“
„Ich war schön gemütlich zu Hause, coach potato, herrlich!“
„Hey, wir sind doch hier in einem Rätsel. Wir sollten uns mal über was Fachliches unterhalten“, moniert Sebastian.
„Ja, vielleicht über unsere Lieblingspflanzen?“
„Ach, immer Lieblings-… . Wie wär’s denn mal mit … dem Gegenteil, mal ’ne Pflanze zum Abgewöhnen?“, ereifert sich Conny. „Diese pa-na-schierten Pflanzen zum Beispiel, die finde ich echt hässlich, richtig gruselig!“
„Ja? Also, so ’ne Iris mit gelb-grünen Blättern kann doch toll ausseh’n“, meint Marie, „na, ist halt G’schmacksach. Ich jedenfalls würde in meinem Garten jedenfalls nie Diptam setzen. Der hat mir mal ganz schön die Hand verbrannt, mit seiner Phototoxie“, erinnert sie sich.“
„Tja, man muss halt hören“, schaltet sich Sebastian ein, „oder selber wissen, wann Handschuhe angesagt sind. Ich würde auf den prachtvollen Diptam nicht verzichten wollen! “
„Ich weiß noch was echt widerwärtiges: Der schöne Aronstab, der riecht so dermaßen nach Aas …“
„Na lecker, Conny, guten Appetit!“

Ein Kunde kommt vorbei, möchte einen Geschenk-Gutschein kaufen und hat noch eine kurze Frage an Sebastian.

„Sagen Sie, ich hab in einer Zeitschrift gelesen …“.
„Nein, keine Sorge, sie stinken überhaupt nicht“, hört man Sebastian sagen, „die Blüten nicht und die Blätter riechen, wenn man sie zerreibt ähnlich wie Holunder …“.
Und weiter:
„Ja, die Blätter sind wirklich immergrün und sehr zierend, für einen sonnigen Gehölzrand zum Beispiel. Haben Sie denn kalkigen Boden? …“

Später im Gewächshaus:
„Sag mal, Sebastian, diese Pflanzen, nach denen sich der Kunde eben gefragt hat, warum heißen die eigentlich so?“, forscht Conny.
„Also, ich weiß, dass man früher aus den Wurzeln Pulver zum Niesen gemacht hat. Heute ist das aber nicht mehr gestattet, es gilt als giftig.“
„Und das mit dem Geruch?“ Conny will es genau wissen.
„Ich finde das ziemlich übertrieben, aber man kann eine Pflanze nun auch nicht „etwas-unangenehm-riechend-wenn-man-die-Blätter-zerreibt“ nennen, oder?“
„Wie würdest Du sie denn taufen?“
„Manche Gärtner nennen sie nach Ihrer Blattform palmblättrige oder palmwedelige …“
„Ja, das ist besser“, meint Conny zufrieden.
„Und“, ergänzt der Gärtnermeister, “sie haben einen ganz eigenen Reiz mit ihren hellgrün glockigen Blüten. Und eben diese schönen, immergrünen Palm-Blätter. Sie sind toll für den naturnahen Gehölzrand und breiten sich bereitwillig aus. So auffällig wie die Orientalis-Hybriden oder die heimische Art „niger“ sind sie aber gerade nicht.“

Die gesuchte Pflanze kommt in Süd- und Mitteleuropa auf Kalkböden vor, ist also auch bei uns heimisch. Diesen Winter blühte sie in der Gärtnerei schon im November. Nun macht sie während des Frostes Pause, um dann im zeitigen Frühjahr weiterzublühen. In der freien Natur ist sie streng geschützt.

Eigentlich haben wir diesmal schon ziemlich viel verraten. Was hätte unsere musikalische (Praktikantin) Lilly wohl dazu gesagt?
Vielleicht etwas in diese Richtung, natürlich nicht ganz ernst zu nehmen:

Hey, jey,
Manche Pflanzen sind nicht schön
Pa-na-schiert, blau-kariert,
giftig, klebrig, bläulich,
muffig, oder seltsam gräulich
manche Pflanzen mag man gern
riechen gut, schmecken gut
niesen gut und machen Mut

und vielleicht hätte Sebastian wagemutig ergänzt:

alle Pflanzen haben was,
ich mag dies und Du magst:
das. Oh yeah.

Die Rätselfrage lautet:

Nach welcher Pflanze hat der Kunde gefragt bzw. worüber haben sich Sebastian und Conny unterhalten?

Die Lösungsantwort: