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Dezember-Preisrätsel (2017)

Wir freuen uns auf eine etwas ruhigere Gärtnerzeit. Etwas langsamer (geht ja sowieso nicht anders bei der Kälte) und etwas weniger (die kurzen Tage haben auch Vorteile). Prima. Winterzeit!

„So, jetzt sind wir wieder dran!“
„Seit wann interessierst Du Dich denn für das Reinigen von Saatgut?“
„Och, im Winter sehe ich den Glaspalast ganz gerne von innen und Saatgut liebe ich.“

Unsere Azubis arbeiten bei Frost in „Schichten“ und wechseln sich mit Arbeiten im Freien und im Gewächshaus ab. Deswegen ist der ‚Glaspalast‘, unser großes Gewächshaus gerade sehr beliebt.

„Jede Pflanze hat doch echt wieder ganz andere Samen, wer sich das ausgedacht hat!“
„Ob die alle jemand auseinanderhalten kann?“
„Glaub schon. Es gibt sogar Leute, also ich kenne einen, der weiß auch immer noch das Gewicht von tausend Korn in Gramm, automatisch, zum Namen dazu.“
„Was ist das? Das hatten wir noch nicht?“
„Also zum Beispiel, die Aster linosyris, die wir hier gerade haben, da wiegen tausend Körner des Saatgutes … warte … sie wiegen 0,5 Gramm, sind also ziemlich winzig, sieht man ja. Bei der Kapuzinerkresse wiegen tausend Körner … warte ich schau nach … 125 g, die sind ja auch richtig groß. Dieses ‚TKG‘, also das Gewicht von tausend Körnern ist also ein wichtiges Merkmal.“
„TKG – interessant.“

„Zu den größeren gehört dann das hier: schau mal. Hat ein Tausend-Korngewicht von 20 Gramm.“
„Ach, das kenn ich irgendwoher.“
„Klar, ist ja auch glutenfrei.“
„Genau – das ist doch …!“
„Sag mal, was machst Du eigentlich so damit, also, ich meine, ich hab ihn noch nie probiert.“
„Pfannkuchen, Auflauf, Brote, Kekse. Am Besten sind Nussstangen mit Schokoguss. Er hat wertvolle Proteine und soll überhaupt sehr gesund sein. Sie schreiben immer das sei ein Super-Food.“
„Klar, Werbesprache. Bestimmt auch wieder besonders teuer.“
„Aber wieso haben wir das hier bei uns? Ist doch keine Staude?“
„Na, für Sabrina, ist doch klar!“
„Quatsch, wir nehmen das als Gründüngung.“
„Hab ich noch nie gesehen.“
„Weil Sabrina das immer sofort erntet!“
„Nein, nur weil Du es halt noch nicht wusstest. Man sieht nur was man weiß.
“Oder was man lecker findet…“

„Sebastian sät ihn meist selber aus, immer wenn irgendwo eine kleine Fläche frei wird, oder wenn der Boden danach ruft. Als Bodenaktivator ist er fantastisch, weil er viel Wurzelmasse produziert, die nach dem Schnitt natürlich im Boden verbleibt und die Bodenlebewesen glücklich macht.“
„Also ich hab mal gehört, das die Pflanze nicht so super ertragreich ist. Irgendwie ist das unlogisch.“

Unsere Rätselpflanze erinnert ein wenig an Bucheckern, galt Langezeit als Arme-Leute-Essen und erlebt seit einiger Zeit eine Wiederentdeckung. Obwohl sie nicht sehr ertragreich ist, wird sie als vollwertiges Nahrungsmittel zunehmend geschätzt und heute in Österreich, Südtirol, auf dem Balkan, in Osteuropa, in den Ursprungsländern Zentral- und Nordasiens angebaut.

Und in der Gründüngung sowie als Energiepflanze findet sie zunehmend Beachtung, denn schnelle Keimung und kurze Vegetationszeit sind eindeutig Pluspunkte.

Übrigens: die seit 2015 gültigen Greening-Auflagen für die EU-Agrarförderung sehen u.a. ganzjährige Bodenbedeckung bestimmter Flächenanteile zur Unterstützung der Biodiversität vor. Hier findet sich die Rätselpflanze auf der Liste der zugelassenen Arten. Es lohnt sich, das einmal nachzulesen!

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt das gesuchte Knöterichgewächs?

Die Lösungsantwort:

Gewonnen haben:

Helga Pribek
Gerlinde Sachs
Tim Becker
jeweils 3 x ein Einkaufsgutschein in Höhe von 20 €