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Dezember-Preisrätsel (2010)

Grüß Gott bei uns. Ganz lautlos hat der Dezember auf der Jungviehweide Einzug gehalten, mit Eis in allen Formen: Raureif wie Zuckerguss, kristallin-zackigen Eisblumen, Mini-Eiszapfen und tanzende Schneeflocken.

Jetzt ist das Kalthaus beliebt: Gärtnermeister Sebastian ist mit Gärtnerin Sylvie, Lehrling Max sowie Praktikantin Tamara mit dem Teilen verschiedener Staudenhorste und Wurzelstöcke und beschäftigt. Wir lauschen den Gesprächen.

"Sag mal, Tamara, warum machst du eigentlich dein Schülerpraktikum ausgerechnet im Winter?"
"Naja, das hat sich die Schule so ausgedacht. Und das sind halt keine Gärtner. Aber ich kann ja vielleicht in den Osterferien wiederkommen …"

"Ja, wenn Du die Praktikantenprobe bestehst. Reich doch mal eben die Felco rüber, Tamara!"
"Die Felco?"
"Ja, da drüben auf dem Pflanztisch."
"Die Schere?"
"Ja, sag ich doch, die Felco!"
"Haben bei euch alle Werkzeuge einen Namen?"
"Naja, alle Scheren heißen hier so. Die besten Scheren sind eben von Felco. Eine Firma."
"Achso."
"Felco, Nr. 12. Die solide Gartenschere für Profis. Der bewegliche Griff rollt mit der Bewegung der Hand mit und spart so bis zu 30% Kraft. Griffe mit Kunststoffüberzug, Klinge aus Spezialstahl mit Drahtabschneider. Aus der Schweiz."
"Cool Max, lernst Du die Katalogtexte auswendig?"
"Nur die von Manufactum, die sind so klasse!"
"Und die von Gaissmayer doch bitte!"
"Noch so einen, please."
"Na gut. Zu was denn?"
"Noch ein Werkzeug! Oder kannst Du auch Gänseschmalz?"
"Gänseschmalz. Aus Brandenburg. Nein, mehr weiß ich nicht."

"Na, Max, dann kannst Du mal was zu der Pflanze sagen, die wir gerade teilen."
"Ja, interessiert mich auch, wer will denn solche Grasbüschel?"
"Da merkt man, dass Du nie aus deinem Dorf raus gekommen bist. Schon mal einen schicken Stadthausgarten gesehen oder einen dieser asiatischen Gärten?"
"Ja doch, aber so genau hab ich natürlich nicht hingeschaut."
"Gräser und grasartige Pflanzen werden da gerne eingesetzt, zur flächigen Begrünung und gerne neben schöne Steine oder Skulpturen."
"Außerdem sind sie doch elegant gestreift: Weiß-Grün. Und im Winter eben auch."
"Na, die Randstreifen sind eher gelbweiß-grün. Wenn sie aus dem Schnee herausragen, sind sie wunderschön. Starr und trotzdem bewegt. Sag Du mal was, Max!"
"Hmhm: Dieses Staudengras breitet sich über unterirdische Ausläufer aus und ist zuverlässig winterhart, Winterhärtezone 5 – das will schon etwas heißen. Beliebt als flächiger Bodendecker mit aufhellender Wirkung, auch im Schatten, 40-60 cm hoch. Sollte nur zu starkwüchsigen Nachbarn gepflanzt werden, wie etwa Anemone japonica oder Aruncus sinensis 'Zweiweltenkind'. Könnte fast eine Weiterentwicklung der schon Karl Foerster bekannten Sorte 'Variegata' sein. Anders als ich mag es keine Wintersonne."
"Max, das gibt ja die Bestnote!"

"Ich könnte ja auch noch die japanischen Pflanzmesser …"
"Ja, bitte!"
"Also, ernste Miene: Das "Hori-Hori" ist in Japan das universelle Werkzeug für vielerlei Zwecke. Die spitze, leicht gewölbte Klinge ermöglicht das Pflanzen und Umsetzen. Mit der gezahnten Schneide können Staudenhorste geteilt oder auch Wurzeln gekappt werden. Im Lederetui. 24 Euro. Bestellnummer …"

"Ganz schön lustig, die Arbeit bei Euch."
"Und ganz schön hart: Jetzt müssen wir nämlich raus, neue Multiplatten holen."

Botanik-Tipp:
Das gesuchte Gras gehört zu einer Gräser-Familie, deren typisches Charakteristikum Stängel ohne Knoten (Internodien) sowie ein dreieckiger Stängelquerschnitt ist.
Rätsel-Tipp:
Neuronale Verknüpfungen aktivieren: Die gesuchte Sorte zu finden helfen vielleicht einige Worte der Dialoge und Texte weiter, die gar nicht danach aussehen. Es ist ein wenig wie ein Sortier- oder Schüttel-Rätsel.

Welches auch im Winter zierende Gras wird hier gerade durch Teilung vermehrt?

Die Rätselfrage lautet:

Welches auch im Winter zierende Gras wird hier gerade durch Teilung vermehrt?

Die Lösungsantwort: