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Dezember-Preisrätsel (2008)

Wirklich, jetzt wird es Winter in Illertissen. Auf der Jungviehweide stehen nur noch ganz wenige Rinder, Schafe und Ziegen – und auch in der Staudengärtnerei Gaissmayer geht es etwas ruhiger zu – aber nur etwas. Zauberhafte Eisblumen wachsen an den Glasfenstern der Gewächshäuser: Grüß Gott bei uns!

In unseren Rätsel-Szenen, schauen Sie den Gärtnern hier über die Schultern – und war es nicht amüsant, beim letzten Mal den Steppenkerzen (Eremurus) auf die Spur zu kommen?

Diesmal hat Gärtnermeister Sebastian Telefondienst. Auch da gibt es einiges zu erleben und manchmal geht es Sebastian wie Ihnen, liebe Rätsel-Freunde: er steht vor der Herausforderung, eine Pflanze zu erraten …

“Gärtnerei Gaissmayer, Grüß Gott”, meldet sich Sebastian.
“Ja, grüß Gott, hier ist Ginglbrunner, ich suche eine bestimmte Pflanze.”
“Ja, Frau Ginglbrunner, gerne. Wie heißt sie denn?”
Die Kundin zögert: “Also, ähm, den Namen weiß ich nicht, aber …”
Sebastian:”Ach so, dann, kleinen Augenblick bitte, setz ich mich erst mal hin”, denn das könnte ein längeres Gespräch werden.
“Also, ich hab da was gesehen, in einem Staudenbeet im Park. Im Sommer haben sie so gelb geblüht, an hohen Stängeln. Und jetzt, eigentlich gehört das ja um diese Jahreszeit längst abgeschnitten, aber ich finde sie trotzdem schön, die trockenen Stängel mit diesen braunen Knubbeln dran. Die Pflanzen stehen also jetzt im Park mit diesen Stängeln und schauen so schön aus. Ich traue mich aber nicht, mir da welche zu holen, mich könnte ja jemand … Für meine Trockensträuße hätte ich also gerne selber welche im Garten. Bin ich da bei Ihnen richtig?”
“Ja, ich glaub schon. Welcher Pflanze, die Sie kennen, sieht sie denn ähnlich?” forscht Sebastian nach.

Gerade kommt Azubi Max dazu und hört das weitere Gespräch mit …

“Oh, ich bin nicht so bewandert mit Pflanzen, vielleicht am ehesten”, die Kundin denkt angestrengt nach,”am ehesten dem Salbei, was ich so kenne”.
“Guuut – und Sie sagen, die Pflanze blüht gelb?” Unser Pflanzendetektiv verfolgt eine Fährte: “Sind die Blüten so wie kleine Quirle?”
“Ja, wie kleine gelbe Quirle, mehrere übereinander.”
Na, prima, schon gefunden! “Dann hat die Pflanze um diese Jahreszeit außer den trockenen braunen Fruchtständen auch noch Blätter, stimmt’s?”
Frau Ginglbrunner wollte eigentlich nicht zugeben, dass sie im Park steht und von dort aus – mit dem Handy – anruft. Wer genau hinhört, merkt dass sie sich jetzt verrät: “Glaub schon, am Boden, ja – so teppichartig, so wie Kissen, stimmt!”

“Also Frau Ginglbrunner, wenn meine Vermutung stimmt, dann wachsen diese Pflanzen in einem eher trockenen Staudenbeet?”
“Stimmt, hier ist ein steiniger Südhang, mit Gräsern und einigen mediterran wirkenden Pflanzen. So eine trockene steinige Ecke haben wir bei uns zuhause auch, an der Einfahrt …”
“Das passt doch gut, die wintergrünen Blätter sind in jedem Fall eine Bereicherung und die Stängel mit den hübschen Fruchtständen können Sie dann ernten, wann Sie es wollen. Oder Sie lassen sie einfach stehen, denn es muß nämlich nicht immer alles abgeschnitten werden …”
“Meinen Sie? Meinem Mann gefällt das bestimmt nicht. Und was würden denn die Nachbarn denken?”
“Tja, kommt drauf an”, sagt der Gärtnermeister und kokettiert: “vielleicht wollen die ja bald auch alle solche Pflanzen?”
Frau Ginglbrunner muss lachen: Also, ich würde gerne mal 6 Stück bestellen, reicht das für 2 qm? …”

Max fragt nach dem Telefonat, welche Pflanze die Kundin denn gemeint hat. Sebastian will es dem pfiffigen Lehrling nicht zu einfach machen, verrät es nicht, sondern sagt:

“Frau Ginglbrunner hat wirklich gut beobachtet: die Pflanze ist dem Salbei schon ähnlich. In anderen Sprachen heißt sie sogar – wenn man es übersetzen würde – Türkischer Salbei: Ihre Heimat ist Anatolien. Es gibt aber noch eine Art, die “tuberosa”, die wild auch in Ungarn und im Burgenland vorkommt und sogar in der Gegend um Erfurt und Magdeburg.”
“Ach, dann weiß ich’s …”
“Hey Max, du bist ja ne echte „Korifere“ im Staudenraten”. Sebastian ist über seinen eigenen Witz belustigt.
“Hey, die „Konifere“ bist Du”, kontert Max.
(Ein alter Gärtnerwitz, gemeint ist natürlich „Koryphäe“, aber wer kann sich das schon merken!)

Die Rätselfrage lautet:

Welche Pflanze hat Frau Ginglbrunner gesucht und gefunden?

Die Lösungsantwort: