header

Dezember-Preisrätsel (2004)

Aufgeregt und in Erwartung ihrer Urenkel, aber dennoch bereit, ein Weihnachts-Rätsel zu verfassen. Pfefferkuchenbäckerei mit einer der ältesten Kräuterheilkundigen im Land:

Kräuterfrau Creszenzia Niedernhuber

Grüß Gott, liebe Leser!

Was bin ich aufgeregt, sechs meiner 29 Urenkel wollen mich am nächsten Wochenende besuchen: Merle und Marvin, Tim-Oliver und Jan-Felix, Maja und Jannis. Wie haben sie mir in den Ohren gelegen: „Uroma, wir wollen mit dir die Lebkuchen aus der schlechten Zeit backen.“ Pfefferkuchen backen, das mache ich seit 85 Jahren jedes Jahr zu Weihnachten, da macht mir niemand was vor. Und immer nach dem alten Rezept aus der schlechten Zeit.

Nun wollen meine Urenkel wissen, wie das geht, mit den Pfefferkuchen. Gestaunt habe ich darüber schon, denn früher wollten sie immer nur Nussecken und Schokolade. Doch wie, so frage ich Sie, soll ich mir bis zum Wochenende die Namen der Sechs merken? Schon drei Wochen lang sage ich mir jeden Tag drei mal: Merle und Marvin, Tim-Oliver und…

Das Pfefferkuchenrezept vergesse ich nicht, das kenne ich ja schon von meiner Großmutter. Soll ich es Ihnen verraten? Vielleicht kommen ja mal wieder schlechte Zeiten, dann kennen Sie wenigstens das Rezept.

Auf 500 Gramm Mehl braucht man:
150 Gramm Zuckerrübensirup
150 Gramm einfachen Kunsthonig
150 Gramm Zucker
40 Gramm Palmin
100 Gramm süße Mandeln (kann in schlechten Zeiten auch weniger sein)
50 Gramm Zitronat
2 Eidotter
1 Teelöffel Hirschhornsalz (schwach gehäuft)
1 Teelöffel Pottasche (schwach gehäuft)
1,5 Esslöffel warmes Wasser
3 bis 5 Esslöffel Wirkmehl
und natürlich Pfefferkuchengewürz

Das Pfefferkuchengewürz mache ich immer selber, bei dem gekauften weiß man nie… Die genaue Zusammensetzung verrate ich Ihnen nicht, denn die ist mein Geheimnis. Ich nehme lauter fremdartige Gewürze: Nelken und Zimt, Ingwer und Muskat, Kardamom, Zitronen- und Pomeranzenschale.

Doch eine ganz wichtige Zutat für mein Pfefferkuchengewürz wächst in meinem Kräutergarten. Manchmal backe ich damit auch Plätzchen. Und wenn nicht gerade Weihnachten ist, verwende ich die kleinen Früchte gerne zum Brotbacken.

Das Pfefferkuchengewürz vermische ich mit drei Vierteln des Mehls. Zucker, Kunsthonig, Zuckerrübensirup und Palmin aufkochen lassen und schnell in das Mehl rühren. Die Eidotter, die in warmem Wasser aufgelösten Treibmittel und das restliche Mehl dazugeben und wirken. Zum Schluss, so man hat, Mandeln und Zitronat dazugeben. Den Teig sogleich, oder nach mehreren Tagen erwärmt, ausrollen, zu Figuren ausstechen und bei mäßiger Hitze backen. Eventuell mit Mandelstückchen belegen. Die Pfefferkuchen noch heiß mit Schokoladenguss bestreichen und trocknen lassen.

So, jetzt wissen Sie, wie das mit den Pfefferkuchen für schlechte Zeiten geht. Aber wissen Sie auch, welches Pfefferkuchengewürz in meinem Kräutergarten wächst?

Nun begleiten Sie, liebe Leser, alle meine guten Wünsche durch die Adventszeit. Gesegnete Weihnachten und Glück und Gesundheit im neuen Jahr.

Gott befohlen!
Ihre Creszenzia Niedernhuber

Die Rätselfrage lautet:

Welches Pfefferkuchengewürz wächst in Creszenzia Niedernhubers Kräutergarten?

Die Lösungsantwort: