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August-Preisrätsel (2015)

Grüss Gott bei uns auf der Jungviehweide!
Es ist herrlich hier: Sommer, Sonne, Wind und Weite.

Gärtnermeister Sebastian unterweist die Lehrlinge Fabia und Max im Verkaufsquartier, Sabrina, Tobi und Gärtnerin Marie hören zu. Heute geht es um Wasserpflanzen, die im Sommer – zumindest von Privatleuten – doch lieber als sonst gekauft werden. Wasserpflanzen werden von vielen Gärtnern eher ein wenig vernachlässigt …

„Und die Flachwasserpflanzen stehen hier. Wichtig ist, dass die Wanne immer bis hier gefüllt ist, austrocknen mögen diese Pflanzen nämlich gar nicht!“
„Ok, also: Froschlöffel, Schwanenblume, Tannenwedel, Pfeilkraut…“
„Diese hier sind eher für Einzelstellung passend, die Pflanzen rechts sind bestandsbildend und stark wüchsig, also nur für größere Anlagen sinnvoll, ihr erinnert euch, ja?“
„Ach, schau an, die Wasserpflanze hab ich neulich beim Schwimmen im See gesehen, ein abgerissenes Stück mit Wurzel.“
„Ja, sie ist hier eingebürgert, angeblich haben sie die Hunnen aus Asien mitgebracht.“
„Warum das denn, die Hunnen hatten es doch nicht so mit Pflanzen, dachte ich.“
„Sie ist eine alte, sehr alte Heilpflanze.“
„Ach so. Wieder so eine, die alles kann?“

„Sie kann viel! Tatsächlich ist sie in persischen Handschriften seit dem 7. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung als Heilpflanze nachgewiesen. Und in Europa wurde sie etwa um 1560 eingeführt, man weiß, dass Kaiser Ferdinand I. sie verabreicht hat.“

„Als was denn?“

„Nun, bevor ihre krebserregende Wirkung ins Gespräch kam, war sie als belebend, kräftigend, appetitanregend und verdauungsfördernd bekannt, auch krampflösend und blutbildend. Man hat die aromatisch duftenden Rhizome kandiert oder mit Zucker eingekocht, ähnlich wie Ingwer. Es gibt auch Liköre, Tinkturen und Badezusätze. In der ayurvedischen Medizin setzt man sie gegen Erschöpfungszustände ein und überhaupt zur Verjüngung. Auch die TCM …“

„Irgendwie finde ich diese Pflanzen mit all ihren Wirkungen seltsam. Belebend, krampflösend und verdauungsfördernd. Und immer irgendwas, was mir nichts nützt.“
„Nun, Pflanzenheilkunde ist eben eher für Fortgeschrittene. Aber, Max, da hätten wir schon etwas für Dich! Ein Tee aus dieser Pflanze gekocht und getrunken und dir vergeht die Lust aufs Rauchen. Da wirken dann u.a. die Bitterstoffe. Sie kann dir also beim Abgewöhnen helfen.“

„Dann musst Du in der Pause nicht mehr alleine da vorne am Tor stehen. Das würde Dir nützen!“

In der Pause wird weiter recherchiert, was die Pflanze noch alles kann. Sie taucht an vielen Stellen auf, in medizinischen Lehrbüchern, der Alternativmedizin, Kräuterheilkunde, bei Apotheker Pahlow usw.

„In der Volksmedizin hat man sie auch zum Desinfizieren genutzt. Und, ha, zur Potenzsteigerung!“
„Ja, hallo, hier auch: sie wirkt auch aphrodisierend, das wussten schon die alten Ägypter. Klar, die hatten ja auch genug Ufer für diese Pflanzen … “
„Bei “Pflanzen in der TCM” steht, sie tonisiert das Qi von Milz-Pankreas und Magen. Aha.“
„Und wenn Max sich dann das Rauchen abgewöhnt, Max, Du darfst nicht zu viel von den Zeug nehmen, in größeren Mengen kann das psychoaktiv wirken.“
„Ich glaub eh nicht dran, Pflanzen sind einfach nur grün.“
„Achtung, hier: die cancerogene Wirkung … also, wir sollen keine Selbstversuche machen, ist ja klar!“
„Ist ja klar. Lehrling bekam beim Rauchen-Abgewöhnen Halluzinationen – tolle Titelstory.“
„Oder: Lehrling testete Bitterstoffe in Rhizomen, starb aber an Wirkstoff Asaron. Leider. Schade.“

Unsere Rätselpflanze wird in Naturgewässern, größeren Teichen und auch gerne in Pflanzenkläranlagen eingesetzt, liebt sie doch nährstoffreiches Wasser. Sie ist wüchsig und kann mit ihren Rhizomen den Boden gut durchwurzeln, wird aber vom konkurrenzstärkeren Schilf verdrängt.

Wie heißt die Röhrichtpflanze mit den 3-kantigen Blattstängeln und den kolbigen Blütenständen?

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Pflanze?

Die Lösungsantwort: