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August-Preisrätsel (2011)

August ist Sommerzeit, Urlaubszeit, auch bei uns. Einige sind verreist, andere schon zurück. Kunden und Freunde kommen auf der Urlaubshin- oder Rückfahrt vorbei und die Kühe grasen in diesen Tagen ruhiger als sonst: Grüß Gott bei uns auf der Jungviehweide.

Lehrling Max war schon im Urlaub, in Südengland, und sitzt mit Praktikantin Susanne, Praktikantin Lilly und Gärtnermeister Sebastian beim Frühstück zusammen. Wir lauschen ihrem Gespräch.

“Hey Määx.”
“Hey there.”
“Wieder hier?”
“Schaut so aus.”

“Wie war’s denn?”
“Ja, schön. Und London am Schluss bei meiner Schwester war echt gut …”

“Hast Du was mitgebracht?”
“Nur Marshmallows.”
“Hä, wieso das denn? Gibt’s da nix anderes?”
“Naja, Pflanzen hätte es noch gegeben, oder fish ‘n chips. Und horrend teures Ale.”

“Die Kreidefelsen bei Dover sind gigantisch. Du fährst bestimmt eine Stunde lang drauf zu. Und dann sind sie riesig hoch und sehr weiß.”
“O.K.”
“Und am Strand viele Feuersteine und überall dieser Meerkohl.”
“Essen die den dort eigentlich?”
“Keine Ahnung. Das Essen ist etwas anders. Aber die Feuersteine sind schön.”

“Meine Schwester hatte einen Artikel für eine Zeitung zu schreiben, das war interessant, ich durfte mit. Wir waren am Haus eines Regisseurs, Derek Jarman, der hatte, als er erfuhr dass er Aids hat, ein Fischerhaus neben einem Kernkraftwerk im Südosten der Grafschaft Kent gekauft, direkt am Meer. Und seinen Garten mit Kies, Steinen, Treibholz und Rostobjekten gestaltet. Als Heilungsversuch für die vom Atomkraftwerk dominierte Landschaft.”
“Aha. Hat’s geheilt?”
“Na, irgendwie schon.”
“Hatte er auch Pflanzen im Garten?”
“Ja, Meerkohl, Yucca, viel Santolina, Euphorbien und diese Handschmeichlerpflanze mit der weichen Blattunterseite.” (Insider wissen schon Bescheid)
“Die ist doch salzverträglich, stimmt’s.”
“Ja und auch eigentlich eine Heilpflanze, nur das ist ja nicht mein Spezialgebiet.”
“Aber deins doch, Sebastian.”
“Ich könnte was erzählen.”
“Ja, bitte.”
“Weil sie Salz toleriert, wächst sie in küstennahen Gebieten, aber auch an Ufern und Nassstandorten. An sich ist sie bis nach Asien heimisch, aber nur auf den Salzstandorten ausreichend konkurrenzstark. Und in Gärten natürlich. Ihre reizlindernde und entschleimende Wirkung bei Husten und Lungenbeschwerden ist Heilkundigen schon viele Jahrhunderte bekannt, daher auch der Gattungsname officinalis. Meistens hat man die Wurzel verwendet und Pulver, Sirup oder Aufguss davon gemacht. Die Römer…”
“Ach die Römer. Sag mal lieber was vom 21. Jahrhundert.”
“Also, die Römer haben angeblich ihre Spanferkel damit gefüllt. Und vor einigen hundert Jahren hat jemand in Frankreich aus der schleimigen Wurzelsubstanz eine süße Paste gemacht, die bald als Süßigkeit sehr beliebt war. Die gibt’s immer noch, nur wird als Ersatzstoff heute Gelatine und anderes verwandt. Die Heilwirkung ist damit auch verschwunden, aber manche fliegen drauf. Ratet mal, was das ist. Ich gebe eine Tüte aus, wenn ihrs herausbekommt.”
“Lakritz?”
“Gummibärchen?”
“Erdbeerpudding?”

Falsch. Die (richtige) Süßware ist aber ein deutlicher Hinweis auf die Pflanze. Bei uns kommt die Pflanze an der Ostsee in größeren Beständen vor, ein Dauerblüher mit weißlich-lilarosa Blüten.
Wir suchen nun die Sorte, die nach einem Landstrich im Südosten Endlands benannt ist, der seit dem 13. Jahrhundert dem Meer abgerungen wurde. Eine schöne Landschaft mit organischen Formen, eigentümlicher Vegetation und viel Kies, ein Blick aufs Luftbild (Google Maps) lohnt sich!

Wie heißt die Pflanze und wie die namensgebende Landschaft bzw. die Sorte?

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Pflanze?

Die Lösungsantwort: