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August-Preisrätsel (2010)

Grüß Gott bei uns: Ist der August der schönste Monat im Jahr? Vielleicht. Wenn das Licht gleißend über der Gärtnerei steht und der eisige Mojito mit Hemingway-Minze im Cafe Sonnenschein schmeckt? Wenn der Wind ab und an leicht über die Pflanzen streicht und die Rinder und Esel es sich auf der Jungviehweide schmecken lassen? Vielleicht.

Die Gärtner sind mit unserer Rätselpflanze beschäftigt, es muss sortiert werden. Max und Tobias arbeiten zusammen. Praktikantin Lilly hat ihren Besuch angekündigt – sie will in den Semesterferien wieder zum Mitarbeiten kommen.

“Turin?”
“Italien – Turiner Waldmeister!”
“Cambridge?”
“England – Geranium cantabrigiense ‘Cambridge’!”
“Zagreb?”

Lilly kommt vorbei

“Hey, Max und Tobias, was pokert ihr denn hier?”
“Hey, Lilly, na, bist Du schon Doktor der Landschaftsplanung?”
“Hey. Wir spielen Stadt-Land-Staude.”
“Haha.”
“Im Ernst: Tobias ist dran, ich habe ‘Zagreb’ gesagt und er muss Land und Staude finden.”
“Also sage ich zum Beispiel: Kroatien und Coreopsis verticillata ‘Zagreb’.”
“Poh, ihr seid ja gescheit!”
“Das ist doch ganz normal bei uns!”
“Stimmt’s, das habt ihr für mich einstudiert? Das ist ja echt nett von euch!”
“Hm. Grins.”
“Ja, gell.”
“Was habt Ihr denn da für Dinger?” will Lilly wissen.
“Das sind … willst Du raten?”
“Na klar!”

“Diese “Wurzelstöcke” sind ganz frisch, wir setzen sie zum Verkauf in Holzkistchen.”
“Sie riechen, wenn sie getrocknet werden, nach Veilchen.”
“Deswegen hat man sie südlich der Alpen angebaut, um Duftöl daraus zu gewinnen. Auch heute noch. Und den Kindern haben sie beim Zahnen geholfen, man hat ihnen den getrockneten Wurzelstock zum Kauen gegeben.”
“Ich dachte immer das waren echte Veilchen?”
“Nee, haben Veilchen denn solche Wurzeln?”
“Ach Lilly, und außerdem: von der Pflanze gibt’s ne ganze Menge Verwandte und Sippen und für die Klassifizierung der Gattung braucht man solche g’scheiten Leut’ wie dich, die auch Chro-mo-so-men zählen können.”

“Soso. Noch ein Tipp für die genaue Art und Sorte?”
“Also, sie hat ganz entfernt was zu tun mit dem Ei des Kolumbus.”
“Ja, die Stadt, nach der diese Pflanze benannt ist, und wo sie auch angebaut wurde und wird, hat sie in ihr Wappen aufgenommen, sie blüht fast reinweiß und duftet.”
“Und in dieser Stadt soll die Kolumbus-Anekdote mit dem Ei zuerst erzählt worden sein, einige Jahrzehnte vor Kolumbus. Da ging es um den Architekten Brunelletti oder so ähnlich, der wegen der Lösung dieses “Ei-Problems” dann den Auftrag für den Dom bekommen haben soll. Eigentlich müsste es also das “Ei des Brunelletti” oder so ähnlich heißen. Die Kuppel des Doms dort sieht jedenfalls auch wie ein an der Spitze aufgestoßenes Ei aus.”
“Hä, was ist denn mit Euch los?”
“Das war doch nur die Geschichte zu der Stadt, nach der die Pflanze benannt ist. Ich hätte dir auch was von einer griechischen Göttin erzählen können oder warum Linné die Pflanze so genannt hat, oder von den internationalen Standards der Bärte …”
“Habt ihr das auswendig gelernt?”
“Nein, das ist aus dem Preisrätsel. Wir wollten uns mal ein bisschen wichtig machen.”
“Na, das ist euch gelungen!”
“Aber immerhin haben wir’s selber rausbekommen!”
“Und Du? Weißt Du, welche Pflanze es nun ist?”

Die gesuchte Pflanze fand offenbar im Mittelalter den Weg nach West- und Mitteleuropa und ist eine alte Form. Sie ist auch eine Art Wildform, also keine Hybride und war früher in unseren Lustgärten häufig vertreten.

Ja, liebe Rätselfreunde: Wie heißt die Stadt, das Land und wie die weißblühende Staude mit den ölhaltigen Wurzelstöcken?

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die Stadt, das Land und wie die weißblühende Staude mit den ölhaltigen Wurzelstöcken?

Die Lösungsantwort: