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August-Preisrätsel (2007)

Gütiger Gott, da hat offenbar eine Kräuterfrau ein paar Tipps zum besten gegeben, die in der weiblichen Leserschaft großen Anklang gefunden haben. Um aber keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, redet sie heute über eine hochgiftige Pflanze Klartext. „Hände weg!“ fordert

Kräuterfrau Creszenzia Niedernhuber

Grüß Gott, liebe Leser!

Vor wenigen Wochen, im letzten Juni erst, erzählte ich Ihnen die Geschichte der schwarzen Gretel aus Höllbruck, die ihre Kunstfertigkeit als Kräuterfrau zum Nachteil ungeratener Mannsbilder einzusetzen wusste. Natürlich habe ich innigst gehofft, dass meine treuen Leserinnen und Leser das Rätsel nicht lösen konnten und somit auch die drangsalierten Weibsbilder nicht auf falsche Gedanken kämen.

Leider hat sich meine Hoffnung nicht erfüllt, gleich reihenweise, so berichtete mir der Gaissmayer Dieter, seien richtige Antworten bei ihm eingegangen. Nachdem mich selbst in meinem friedlichen Pfaffenbrunn die Menschen nach Gretels Rezepten befragt haben, sogar die Heubl Schakeline, Ehefrau des Raufboldes Heubl Christian, mache ich mir ernste Sorgen um die Gesundheit vieler Männer. Jeden Tag schlage ich voller Angst die Seite mit den Anzeigen der Verblichenen im Pfaffenbrunner Tageblatt auf, doch passiert ist Gott sei Dank noch nix.

Das Kraut, um das es damals ging, verwende ich sehr selten und überaus sorgfältig dosiert. So mache ich es auch mit anderen Pflanzen, denen der liebe Gott ein spezielles Mittelchen beigemischt hat. Es gibt aber einige Pflanzen, um die mache sogar ich einen großen Bogen. Dasselbe möchte ich Ihnen dringend ans Herz legen, und deshalb ist mein heutiges Rätsel vor allem eine eindringliche Warnung: Hände weg!

Die heutige Rätselpflanze hat etwas Verführerisches. Ihre Triebe reichen bis zu einem Meter hoch und sind überaus reich mit prachtvollen Blüten geschmückt. In der Wildform sind sie zumeist purpurrot und bezaubernd anzusehen, aber in vielen Gärten stehen Zuchtformen mit einer Vielzahl anderer Blütenfarben.

Während der lateinische Name dieser Pflanze auf seine Nutzung in der Medizin verweist, erinnert bei der deutschen Bezeichnung die Wuchsform der Blüten an ein kleines nützliches Hilfsmittel bei Handarbeiten. So bietet die Pflanze in ihrer Größe, Farbe und lieblichen Blütenformen einen verführerischen Anblick, der ganz im Gegensatz zu ihren argen Giften steht.

Wenn ich also heute darüber schreibe, so sollten sich vor allem die Eltern kleiner Kinder angesprochen fühlen. Diese Pflanze gehört nicht in die Reichweite von Buben und Madeln, die alles gleich in den Mund stecken. Und wem bei Waldspaziergängen im hellen Unterholz oder auf Rodungsflächen die wunderschöne Pflanze zuwinkt, der soll seine kleinen Kinder fest anleinen und laut aussprechen: „Weiche, Satan!“

Das hilft, ich verspreche es Ihnen.

Und damit Sie diesmal das Rätsel leicht lösen und somit der Gefahr für Leib und Leben Ihrer Liebsten entgehen, stelle ich Ihnen bereitwillig meine besten Wünsche zur Verfügung.

Gott befohlen!
Ihre Creszenzia Niedernhuber

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die giftige Pflanze?

Die Lösungsantwort: