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August-Preisrätsel (2004)

Gefunden in Bayern: Eine der ältesten Kräuterheilkundigen im Land. Sie blickt zurück auf einen überaus reichen Erfahrungsschatz, von dem sie uns etwas abgeben möchte. Exklusiv für uns und erstmals auf dem Bildschirm:

Kräuterfrau Creszenzia Niedernhuber

Grüß Gott, liebe Leser!

Ich bin die Niedernhuber Creszenzia aus Pfaffenbrunn, 103 Jahre alt und gut beieinander. Aufregend ist er, der heutige Tag. Zum ersten Mal schreibe ich etwas für das Fernsehen. In meinem kleinen Häuschen hat er mich besucht, der Gaissmayer Dieter, mich, die Nachfahrin einer Sippe von Kräuterweibern.

Für sein eigenes Fernsehen soll ich etwas aufschreiben, so hat er wirklich gesprochen, und das könnten dann die Menschen auf der ganzen Welt sehen, sogar in Italien. Ich darf mir ein Kraut aussuchen, nur sagen, wie es heißt, das geht nicht, sagt der Gaissmayer Dieter. Ein Geheimnis eben.

Da bin ich durch meinen Kräutergarten gegangen, und wie ich dort vor einer wunderschönen hohen Staude mit ganz, ganz feinen Blättern stehe, denke ich an die kleine Schöpplstein Roswitha. Immer wieder hat mich ihre Mutter gerufen, die Schöpplstein Huberta, „Hilf der Rosi mit deinen Hexenkräutern!“ Genau so hat sie immer gesagt.

Heute kann ich ja verraten, dass ich immer nur dies eine Kraut verwendet habe, das ich nicht nennen soll. Wenn sie einen Blähbauch hatte, die kleine Rosi, half stets ein schöner Tee. Der war auch bei Halsschmerzen nützlich. Bei Husten verabreichte ich Sirup, ihrer verstopften Nase bin ich mit Räucherwerk und Dampfbad zu Leibe gerückt.

Später, so mit dreizehn oder vierzehn Jahren, als Rosi drall wurde und ihre Haut manchmal fettig glänzte – ja, was meinen Sie wohl, wie ich ihr geholfen habe? Wieder mit demselben Kraut! Rosi bekam durch meine Gesichtskompressen eine wunderschöne glatte Haut, und abgenommen hat sie auch, durch meinen Tee! „Schmarrn“ sagt die Schöpplstein Huberta, „Rosi hat auf Süßigkeiten verzichtet.“ Ich weiß es natürlich besser.

Ach ja, die Süßigkeiten. Ich verstehe mich auch auf die Zubereitung von Lutschbonbons mit dem Geschmack des Krautes. Ist viel besser als das Zeug aus der Apotheke. Und als ich dem Gaissmayer Dieter zum Abschied ein Gläschen selbst gemachten Likör eingeschenkt habe, hat er was von Anis-Verwandtschaft und Frankreich gemurmelt. Ganz narrisch war er, der Bub!

Nun begleiten Sie, liebe Leser, alle meine guten Wünsche, wenn Sie den Namen des Krautes in Gaissmayers eigenem Fernsehen suchen.

Gott befohlen!
Ihre Creszenzia Niedernhuber

Die Rätselfrage lautet:

Mit welchem Heilkraut kuriert Creszenzia Niedernhuber die Schöpplstein Rosi?

Die Lösungsantwort: