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April-Preisrätsel (2015)

April, April, wer weiß schon was er will. Wir hören, wie die Knospen aufspringen, sobald es warm ist. Und: ein Hase wurde gesehen, er lief von hier nach dort. Und etwas später quer über die Jungviehweide. Sag mal, was machen eigentlich die Esel? Grüß Gott bei uns!

Gärtnermeister müsste man sein! Zu jeder Pflanze mindestens eine Geschichte kennen, im Freien arbeiten wenn es Frühling wird, Pflanzen vermehren, gute Laune haben. Gibt es etwa auch Nachteile? Gärtnermeister Sebastian ist mit Tobi und Henrike, unseren Lehrlingen und Praktikantin Sandra bei der Arbeit. Ein Besucher verabschiedet sich gerade noch.

„Also denn, wir treffen uns dann wieder – an der Bushaltestelle des Lebens. Bye.“

„Wer war das denn?“
„Ein Freund. Er sagt manchmal sowas. Eigentlich ist er ein Poet, wollte seiner Freundin eine Staude schenken und von mir beraten werden, ist doch süss, nicht wahr?“
„Ja, nur ich hab`s nicht so mit Poetik. Es gibt schon komische Leute.“
„Was meinst Du denn mit komisch. Poesie find ich noch ok.“
„Also, meine Tante, da muss überall Öko drauf stehn, was soll das denn?“
„Ha, sag Ihr doch, sie soll sich immer grün anziehen.“
„Macht sie doch schon“.
„Oder meine Mama. Neulich hat sie mir Energydrinks verboten.“
„Wieso das denn? Wegen dem Zeug was da drin ist bestimmt, gell?
„Ja, aber sie weiß auch nicht so genau was es macht.“
„Ja, das weiß keiner ganz genau, aber es wirkt, besser als Kaffee ohne dieses Amin einer Aminosäure. Schmeckt halt wie flüssige Gummibärchen. Bäh! Und man soll nicht zuviel davon trinken…“
„Sebastian, Du bist genau wie meine Mutter!“
„Hat das Stiermittel eigentlich was mit unseren Pflanzen hier zu tun, sag mal, kräftig riechen tun sie ja?“

„Sie riechen fruchtig, würzig, kräftig. Auch irgendwie etwas animalisch.“
„Aromatisch riechen sie, ja. Hat aber nichts mit Stieren zu tun oder fliegenden Pferden, sondern mit der Herkunft der Pflanzen aus den südlichen Alpentälern, darauf bezieht sich der Artname, glaub ich, Turin ist da ja nicht weit, dort gab es eine bedeutende Universität.“
„Warum dann nicht turina, so ganz logisch ist das ja nicht.“
„An sich konnte Linné ganz gut Latein, er hat die benannt, siehst Du an dem Autorenkürzel L., hier hinter dem botanischen Namen.“

Turin hatte eine berühmte Kräutersammlung, die zweitgrößte Italiens, nach Florenz. Es gibt Hinweise auf ein Herbarium Universitatis Taurinensis, also vermutlich war doch der Bezug zu dieser Stadt namensgebend auch für unsere Rätselpflanze. Also nichts mit Tauro?

„Vielleicht bedeutet es ja doch ‚bullig‘ oder ‚macht kraft wie ein Stier‘.“
„Wollen wir mal etwas austüfteln? Einen neuen Energydrink, Sebastian, und Du hilfst uns!“
„Ja, das wäre ein Superthema für meine Abschlussarbeit im Bereich Kräuter.“
„Und Tante wäre glücklich, weil Öko draufsteht.“
„Was nehmen wir denn für den Pflanzenextrakt, dieses Wurzelgeflecht oder die Blätter?“
„Na, die Kraft steckt doch wohl in den Wurzeln, die duften ja auch.“
„Die sind sehr schön gelb, das gibt eine tolle Farbe für den neuen Drink.“
„Wir brauchen auch einen guten Namen.“
„Genau der Name muss passen, auch wenn‘s nur ein Placebo-Drink ist.“
„Yellow Master? Master Yellow? Nee, so einfach doch nicht. Yellow Horse?“
„Hey, wir brauchen vor allem mehr Stecklinge, los, kommt, 16 bis 20 Vermehrungsplatten hätte ich gerne noch. Ja, knappe 10 cm-Stücke reichen, die Wurzelstücke treiben gut aus.“

Wir haben einen wunderschönen Teppich dieses Bodendeckers, unter einer alten Hainbuche. Die Bestände werden schnell dicht und breiten sich gut aus, wenn der Boden frisch, kalkig und ohne Staunässe ist. Deutlich höher und weitaus wuchskräftiger ist das Pendant unseres heimischen Vetters. Vor allem die Wurzeln und die Blüten duften. Die Blattquirle sind 4-zählig, auch sehr anmutig!

Wie heißt die robuste, flächig wachsende Schattenstaude?

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Pflanze?

Die Lösungsantwort: