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April-Preisrätsel (2013)

Frühling, ja Du bist’s, Dich hab ich vernommen… süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land. Ja, so haben wir das gern: Herzlich willkommen bei uns in Illertissen!

Heute wird das Verkaufsquartier vorbereitet, Winterquartiere werden aufgeräumt. Gärtnermeister Sebastian macht sich mit unseren Lehrlingen und Praktikantin Hanna, die als Floristin einmal in die Staudengärtnerei hineinschnuppert, an die Arbeit.

„Hey, Fabia, ich dachte, Du wolltest mal zum Frisör gehen.“
„War ich schon, siehst man doch!“
„Naja, etwas strubbelig, find ich.“
„Criss-Cross-Styling heißt das!“
„Hm, ich hätte getippt auf Kraut-und-…“
„Achtung!“
„Also, Hanna, das ist Max, immer sehr zuvorkommend.“
„Ja, Hanna, und ich stelle Dir Fabia vor, immer trendy, heute mit Criss-Cross-Frisur. Toll!“
„Also ich mag das auch nicht, Babyfarben, Fingerlack in Gold, Haarschleifen und sowas.“
„Tobi, weißt Du was, gestern beim Styling, da gab’s Lidschatten in Farbe 'guerilla gardening' – wenn das nicht hip ist.“

„Das sind ja schöne Pflanzen! Tolles Orange und ein super Violett! Wie kommt es eigentlich, dass sie so wenig bekannt sind?“
„Nun, sie sind etwas in Vergessenheit geraten, weil die bekannteren zweijährigen Arten im Winter oft auf der Strecke bleiben und sich die Pflanze auch nicht selber aussät. Sie macht also etwas mehr Mühe. Sie ist dort häufiger, wo die Winter wärmer sind, in England etwa. Unsere ausdauernden Hybriden helfen da weiter. Sie brauchen nur den richtigen Winterschutz.“

„Bei unseren Hybriden steht Winterhärtezone Z8 und Z9, Max, Tobi, was wißt ihr darüber?“
„Zu leicht Meister.“
„Dann mal los!“
„In Gegenden mit Z9 liegen die Temperaturen im Winter zwischen -1,2° und -6,6° C, diese Pflanzen sind bei uns also nur an sehr geschützten Orten winterhart, Kübelhaltung empfohlen.“
„Und ich ergänze noch: die Pflanzen aus Winterhärtezone Z8 sind bei uns auch nicht sicher winterhart, sie können bis -12,2° C ertragen. Hängt aber auch von Sonneneinstrahlung und Wind ab, ob sie hier gut überleben, deswegen: Kübelpflanzung empfohlen.“

Zuerst beschrieben und explizit für den Ziergarten empfohlen wurde eine geschätzte Verwandte unserer Rätselpflanze von Albertus Magnus, doctor universalis seiner Zeit, der sich sehr mit dem Werk des Aristoteles und so auch intensiv mit der Pflanzenwelt auseinander gesetzt hat. Er nannte diese Verwandte in ‚de vegetabilibus’ das safrangelbe Veilchen – wegen seines betörenden Geruchs, wohl wissend, dass Farbe und Wirkung nicht mit dem Veilchen übereinstimmen.

Die Römer nutzten sie schon als Heilpflanze und kultivierten sie. Die Veilchenfelder, von denen bei Ovid und Virgil die Rede ist, beziehen sich wohl auf diese Pflanze.

Obwohl diese Pflanze anders als das Veilchen in der Kunst des Mittelalters nur eine Randexistenz führte, ist sie wohl auf dem berühmten Gemälde ‚Paradiesgärtlein’ im Frankfurter Städel zu sehen, im Hochbeet neben der lesenden Madonna. Experten sind sich aber uneins, und vielleicht ist es wiederum nur eine Verwandte.

„Also ich find das Rätsel schwer, wie soll das denn jemand rausbekommen?“
„Aus den duftenden Blüten wurde früher – als man die Heilpflanze auch noch gegen Geschwüre und Hautjucken einsetzte- ein Gesichtswasser hergestellt.“
„Hm, heute ist unser Kosmetik-Tag, scheint’s.“

„Die außerordentlich lange Blütezeit macht die Hybriden interessant: Werden verblühte Triebe herausgeschnitten, blüht sie von jetzt bis in den Herbst hinein!“

„Also, wenn ich mal was sagen darf?“
„Hanna. Floristen wissen ja manchmal ganz nützliche Dinge.“
„In der Blumensprache, wie wir sie für Brautsträuße oder Kränze nutzen, steht die Pflanze für Sehnsucht.“
„Oh – Ich sehne mich so nach Dir.“
„Genau, ganz einfach.“

Die Gattung umfasst etliche Arten Ein- und Zweijähriger sowie Stauden. Wir suchen diesmal zwei Sorten der mehrjährigen Hybriden mit der sensationell langen Blütezeit aus der Familie Brassicaceae. Geschüttelt: CAPIROT SWITT und WOBELS VEMAU.

Die Rätselfrage lautet:

Welche beiden Sorten der mehrjährigen Hybriden suchen wir?

Die Lösungsantwort: