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April-Preisrätsel (2012)

Grüß Gott bei uns! Alles, alles ist am sprießen, Kräuter, Gräser, Stauden, Gemüse, auch der Spargel. Wahrscheinlich war es auch Frühjahr (poetische Vermutung) als Hades die Nymphe Mintha verführen wollte. Persephone, seine eifersüchtige Ehefrau wusste dies zu verhindern und zerriss die Geliebte, wie der Mythos weiß. Als duftendes Kraut erschien ihr Leib wieder auf der Oberwelt.

Zum Glück undramatisch: Gärtnermeister Sebastian schneidet mit den Lehrlingen Max, Tobias und Joana Kopfstecklinge, die dann gesteckt werden und alsbald Wurzeln bilden. Gärtnerin Susanne ist auch mit dabei. Wir lauschen dem Gespräch…

“Warst Du eigentlich schon mal krank, Sebastian?”
“Ja, nein – wieso?”
“Naja, die vielen Kräuter immer um Dich, neulich, die Meerrettich-Injektion. Krankheiten haben bei Dir doch keine Chance, oder?”
“Stimmt, diesen Winter hatte ich nicht mal einen Schnupfen!”
“Und jetzt hier die Minzen, die helfen doch sicher auch gegen alles mögliche, gell?”
“Frag doch mal unseren Experten Max, was er so weiß, oder Tobi!”

“Also, bei den vielen Sorten muss man mit den Etiketten echt aufpassen!”
“Das hier sind alles Hybriden, die sich nur vegetativ vermehren lassen. Bei uns kosten die meisten Minzen 3,60 €.”
“Und wie wirken sie, sag doch mal.”
“Ich weiß, dass die Pfefferminze gegen Bauchweh hilft und Appetit und Verdauung fördert.”
“Gut Max, medizinisch sagt man korrekt: sie ist krampflösend, außerdem auch atemwegsbefreiend, antiseptisch und antifermativ, deswegen wird sie auch für Mund- und Zahnwasser gerne verwertet.”
“Aber die Minzen sind recht verschieden, die Argentinische Minze von vorhin ist viel zu stark, echt krass. Aber superlecker ist zum Beispiel die Apfelminze, im Pfannkuchen. Hmmmm.”
“Ich mag die Hemingway-Minze im Mojito, meine Medizin, dafür lohnt sich’s, hier diese ganzen Stecklinge zu machen!”
“Interessant.”
“Und die nächste Sorte hier, die riecht auch recht kräftig.”
“Ja. Nur der Name klingt so unspannend, wer hat sich den ausgedacht, Sebastian?”
“Nun, sie ist nach einem traditionsreichen Anbaugebiet benannt. Dort wurde sie knapp 50 Jahre intensiv angebaut. Sie wuchs gut auf den dortigen Moorböden, ihr wisst ja, der Boden sollte frisch bis feucht sein, dazu nährstoffreich.”
“Ich dachte immer Moore sind nährstoffarm?”
“Nur die Hochmoore. Dort sind es aber die nährstoffreiche Niedermoore.”
“Achso. Ja, und weiter.”
“Diese Minze hatte schließlich Spitzenqualität und entsprach den hohen Anforderungen des deutschen Apothekergesetzes. Sie wurde dann als Arznei und die pharmazeutische Verarbeitung verwandt bis nach 1956 Importe zulässig waren. Dann wurde die Gegend außerdem immer mehr Siedlungsgebiet und Bauland warf mehr Profit ab. Die Sorte ist nach wie vor sehr gut und enthält einen hohen Anteil ätherischer Öle.”
“Und wie gesagt: das ganze für 3,60 €.”

“Ja, schau mal im neuen Minzekatalog nach und schnupper’ dich mal durch!”
“Im Katalog stehen auch leckere Rezepte, Joana.”
“Ach übrigens, Leute, da fällt mir gerade ein: es ist doch Brauch, dass die neuen Lehrlinge diese Minzerezepte ausprobieren und ein Minzemenu für alle kochen. Das wäre doch für Freitag gut. Was meinst Du Sebastian?”
“Also, aus dieser Sorte hier (von den Moorböden) macht Bärbel vom Cafe Sonnenschein zum Beispiel gerne Minzkonfekt!”
“Weißbrot mit Minzebutter, dann Gegrillter Hecht mit Minzesoße und ein Minzesorbet, das wär’ mein Vorschlag, Joana.”
“Stimmt das wirklich?”
“Max? Sebastian? Susanne? Tobi?”
“Hihi.”
“April, April!!!”

Gesucht ist eine Minze, aber welche? Da brachte ein findiger Beamter 1918 aus dem Versuchsgarten in Weihenstephan einen Rucksack voller Wurzelausläufer der Sorte ‘Mitcham’ mit. Sie wurde auf 48° 10 min nördlicher Breite kultiviert, Methoden und Anbau verbessert. Bald wurde die gesuchte Sorte ausgelesen und nach dem Anbauort benannt. Dort gibt es heute eine informative Ausstellung.
Rätselfans: wie heißt die gesuchte Minze?

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Minze-Sorte?

Die Lösungsantwort: