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April-Preisrätsel (2009)

Ja, allen geht es gut auf der Jungviehweide, Menschen und Tiere kommen aus ihren Bauten. Die jungen Pflanzen aus dem Erdreich: Leberblümchen und Adonisröschen tauchen jetzt in Scharen auf. Der Frühling lässt wieder sein blaues Band wehen: Grüß Gott bei uns!

Es geht geschäftig zu in der Staudengärtnerei – Vermehrung, Beratung, Verkauf und Versand arbeiten auf Hochtouren. Gärtnermeister Sebastian behält den Überblick. Praktikantin Lilly und Azubi Max vermehren Stauden.

„Hierher Max, wir wollen doch die Pflanzen holen“, ruft Sebastian.
„Ja, gleich. Ich hab nur was blinken gesehen, da hinten“, erklärt Max.
„Wo denn, was denn?“ will Lilly wissen.
„Da hinten, es glänzt – vielleicht sind es ja Ostereier.“
„Quatsch“, meint Lilly. Aber die Neugier ist größer und sie geht nachschauen.
„Wo denn, bei den Haselsträuchern?“
„Ja, dort beim Schuppen.“
Lilly schaut nach. Nichts Glänzendes.
„April, April!“
„Ich habe aber etwas anderes entdeckt beim Schuppen: schaut aus wie Mini-Spargel.“
Max: „Ach ja. Auch April, oder?“
„Wirklich, ich zeig’s dir. Kleine grüne (und manchmal auch rötliche) Spargel!“ Lilly singt: „Mein kleiner grüner …“

„Jeder Staudengärtner entdeckt ihn irgendwann, er ist so eine Art Geheimtipp“, verrät Sebastian. „Man kann ihn essen oder ein Getränk daraus herstellen. Nur roh sind die Spitzen etwas bitter. Aber als kleine Zugabe zum Risotto: lecker, lecker!“
Lilly ist pikiert. „Soso. Ich glaub heute gar nichts mehr.“
„Nun, eigentlich ist es auch kein Spargel, sondern eine Schlingpflanze – sie klettert bis zu 10m, jede Saison. Da sie mehrere Triebe hat, kann man ruhig einige Spitzen pro Pflanze schon im Frühjahr abschneiden und als Spargelgemüse genießen.“
„Und die restliche Pflanze?“ forscht Max.
„Wer sie als Zierpflanze hat, erntet die Triebe im Herbst als Girlandenschmuck, sehr dekorativ sind die kleinen ‚Zapfen’. Oder sie bleiben den Winter über als Sichtschutz an der Rankhilfe und werden erst im Frühjahr abgeschnitten, so wie bei uns vorne im Café Sonnenschein“, verrät der Gärtnermeister. „Schau’s dir mal an“.

Max hat die Pflanze schon erraten und fügt hinzu: „Ich frage mich schon, wie die Menschen da jemals drauf gekommen sind. Der daraus entstehende Trunk ist jedenfalls famos.“
Sebastian: „Naja, es hat wohl ohne Aroma- und Bitterstoffe nicht geschmeckt. Wer das Getränk herstellt braucht viel Erfahrung. Wer die Pflanze anbaut: guten Boden. Ach, noch was gärtnerisches: freilich haben wir nur die weiblichen Pflanzen.“
„Ich glaub’s nicht“, meint Lilly, „ich glaub heute gar nichts mehr.“

Sebastian: „Wir können auch gleich mit dem Topfen anfangen. Diese Pflanze steht heute nämlich noch auf meiner Liste. Die ‚Fechser’ kommen in 11er Töpfe.“
Lilly summt schon wieder versöhnlich: Hm, hm, hm, mein kleiner grüner …

Nun, vielleicht noch ein paar Tipps:
In Bayern gibt es ein bekanntes Anbaugebiet, dessen Name mit demselben Buchstaben wie der deutsche und der botanische Name der Pflanze beginnt.
Der botanische Name ist – mehrfach hintereinander gesprochen – ein rechter Zungendreher. Ausprobieren!

Wie heißt die wüchsige – übrigens rechtswindende – Kletterpflanze?

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Pflanze?

Die Lösungsantwort: