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April-Preisrätsel (2005)

Jetzt ist sie 104! Herzliche Glückwünsche an eine der ältesten Kräuterheilkundigen im Land! Dabei hat sie es sich nicht nehmen lassen, mitten in den Geburtstagsvorbereitungen für ihre große Fan-Gemeinde ein neues Rätsel zu schreiben. Vielen Dank – und Vorhang auf für

Kräuterfrau Creszenzia Niedernhuber

Grüß Gott, liebe Leser!

Die ersten unter Ihnen, die mein April-Rätsel lösen möchten, lesen es genau an meinen Geburtstag. Das ist mir ein großes Vergnügen. Und weil ich letzte Woche beim Schreiben schon voller Vorfreude war und gut gestimmt dazu, habe ich es meinen treuen Lesern diesmal leicht gemacht.

Sicher haben Sie sich schon einmal gefragt, warum ich in meinem hohen Alter noch so gut beieinander bin. Nun, diese Frage kann ich nicht so schnell beantworten, denn als Kräuterfrau steht mir die ganze Medizin zur Verfügung, die unser Herrgott hat wachsen lassen. Eines dieser Kräuter aber ist mir besonders wichtig, und darum geht es in diesem Rätsel.

Kam neulich der Apotheker Vilsmaier Hannes vorbei und wollte unbedingt meinen Blutdruck messen. „Zur Vorsorge“, hat er gesagt. Über meine guten Werte hat er arg gestaunt und wollte wissen, wie ich das anstelle. Ich habe ihm den Namen des Rätselkrautes verraten und hinzugefügt: „Zur Vorsorge!“

Ja, von diesem Wundermittel nehme ich reichlich, gerade in dieser Jahreszeit, wenn es an schattigen, nährstoffreichen Plätzen frisch spießt. Schmecken tut es übrigens ganz ausgezeichnet, inzwischen sind ja die Zeitungen voll mit neumodischen Rezepten davon. Kein Wunder, sage ich.

Das Kraut ist reine Natur, es gibt nur die echte Wildform. Und die hat es wirklich in sich. Isst man Porree im Frühling und unsere Wildkraut im Mai, dann haben die Ärzte im nächsten Jahr frei. So steht es in einem alten Lehrbuch.

Das mit dem Blutdruck ist sicher die wichtigste Anwendung, aber beileibe nicht die einzige. Dem Kind von der Scharnagl Zenzi, das Helge heißt, aber ein Junge ist, habe ich es schon mal gegen Durchfall verabreicht, und Helges Großmutter Frieda isst es sowieso schon seit Jahrzehnten gegen die gefürchtete Arteriosklerose. Kerngesund ist sie, die Frieda.

Schade, dass das frische Kraut schon bald wieder verschwindet. Also nutze ich die wenigen Wochen und bereite viele Speisen damit zu. Frischkäse mit Streifen aus den zarten Blättern, etwas Olivenöl – fertig. Wer länger etwas von diesem Kraut haben will, kann es mit Ölivenöl konservieren.

Zum Schluss noch ein Wort über unseren Bürgermeister in Pfaffenbrunn, den Singerl Fredi, der zusammen mit dem Ministerpräsidenten zu meinem Geburtstag kommt. Eigentlich isst Fredi für sein Leben gern Knoblauch, schon der Gesundheit wegen. Weil’s aber in der Politik so viel mit den Leuten zu reden gibt, verzichtet er schweren Herzens darauf. Ich habe ihm geraten, den Knoblauch durch das Kraut zu ersetzen, um das es hier geht. Eigentlich stinkt dann nix, na ja, fast nix, würde ich sagen. Nur beim Fredi hat es nicht geholfen, aber das lag nicht an meinem Kraut, denn der Fredi roch schon immer aus dem Mund wie – nun, streng eben. Da muss ich mir noch etwas einfallen lassen.

Nun, liebe Leser, das war doch ein leichtes Rätsel, oder? Sie finden bestimmt die Lösung, wenn nicht heute, dann schon bald beim Spaziergang über den Wochenmarkt. Da gibt es seit einigen Jahren unser Kraut bei vielen Gemüsehändlern.

Wiederum, liebe Leser, begleiten Sie alle meine guten Wünsche, weil das auch bei einem leichten Rätsel nicht schadet.

Gott befohlen!
Ihre Creszenzia Niedernhuber

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt das Kraut, dem Creszenzia Niedernhuber ihre perfekten Blutdruckwerte verdankt?

Die Lösungsantwort: