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April-Preisrätsel (2004)

Inzwischen ein souveräner Rätselschreiber, doch diesmal in Hektik:

Küchenmeister Jürgen Willer
aus dem „Gasthof Krone“ in Illertissen

Die Russen kommen. Nein, nein, nicht was Sie vielleicht denken. Meine russischen Freunde kommen zu Besuch. Liebe Freunde, deshalb muss ich mir etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Frühlingshaft soll es sein, schmecken soll es ihnen. Außergewöhnlich soll es sein: fremd und doch vertraut. Das ist nicht leicht. Schließlich sollen meine Freunde von der Wolga sich in der Fremde heimisch fühlen.

Ein Einfall tut Not! Vielleicht befördert ein Aperol die Inspiration? Übrigens hat mir ein russischer Freund beim letzten Mal eine schier unglaubliche Geschichte erzählt. Einer seiner Vorfahren vom Flusse Rha, den man heute die Wolga nennt, soll im Jahre 1573 nach einer langen, abenteuerlichen Reise nach London gelangt sein. Im Gepäck hatte er auch seine Lieblingspflanze: Als Schutz vor Heimweh und um seine geliebte Heimat nicht zu vergessen.

Und was machen die konservativen Engländer? Ich sage Ihnen: Bestaunt haben sie das Wunderding, doch zum Essen fanden sie es viel zu barbarisch. Der Urahn meines Freundes jedoch wartete jedes Jahr begierig auf das Frühjahr und auf sein Lieblingsgemüse. Wolga, Wolga, matsch rodnaja, Wolga ruuuuskaja reka... soll er krank vor Heimweh immer gesungen haben, sobald die ersten Triebe unter der Tonglocke aus der Erde lugten. Russische Seele, Sie wissen schon…

Über 200 Jahre sollen die Engländer gebraucht haben, ehe sie die Pflanze in ihr Herz geschlossen haben. Doch dann gab es kein Halten mehr. Und was machen sie mit dem Wunderding, die Engländer? Pie! Pie plant! Konnten sie der Pflanze nicht einen freundlicheren Namen geben?

Da ist sie doch, meine Menü-Idee! Ich sag’s ja: Aperol befördert die Inspiration. Ein Menü, fremd und doch vertraut. Warum bin ich bloß nicht gleich darauf gekommen? Das ist es:

Als Aperitiv gibt es selbstverständlich einen Aperol mit Prosecco.Vorspeise: Frühlingssalat mit gebratenem Stör-Filet und Rätselpflanzen-Vinaigrette.

Hauptgericht: (Alb-)Lamm, arabisch gewürzt und gebraten. Dazu gibt es Kapernsauce und ein Gemüse aus der Rätselpflanze.

Dessert: Rätselpflanzen-Erdbeer-Kompott mit Mascarpone-Waldmeister-Halbgeforenem

Meine Weinempfehlung: 2003 Silvaner Castel- Castel aus Franken und 2002 Shiraz, von Lindemanns BIB50, Australien.
Auf Wunsch wird auch Wodka gereicht.

Sie werden sicher verstehen, ich habe jetzt keine Zeit mehr für Sie. Ich muss unbedingt in die Küche, mein Menü ausprobieren. Barbara wird mir helfen. Was hast Du denn mit Deinen Haaren gemacht? So blond! Wurzel? Welche Wurzel? Barbara, wie konntest Du nur! Du weißt doch: Die Russen kommen.

Ihnen wünsche ich viel Spaß beim Nachdenken und Erfolg bei der Lösung. Zu schwer? Wie wär’s mit einem Aperol? Wenn Sie mit etwas Glück das Rätselpflanzen-Menü in der „Krone“ gewinnen sollten, können wir uns ja ein wenig Zeit nehmen und über neue und alte Zubereitungsformen der Rätselpflanze fachsimpeln.

Ihr Jürgen Willer

Die Rätselfrage lautet:

Welche Pflanze verarbeitet Jürgen Willer zu einem Menü für seine russischen Freunde?

Die Lösungsantwort: