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Hitzefest

Manche mögen’s heiß

Von Sonne und Wärme bekommen diese Rosenbegleiter nie genug

Wer für einen sonnigen, warmen Standort die passenden Rosen gefunden hat, braucht dort natürlich noch die passenden Begleiter für sie – und daran herrscht wahrlich kein Mangel. Äußerst reizvoll ist daran, dass die Kombination von Rosen mit Stauden an einem solchen Gartenplatz einen lässigen und naturhaften Look hat und sich von den gewohnten Bildern eines „Cottage-Rosengartens“ auf spannende Weise unterscheidet.

Zu den schönsten Pflanzen, die Rosen zu Füßen gelegt werden können, gehört zweifelsfrei silbrig belaubter Ehrenpreis (Veronica spicata ‘Silberteppich‘). Bereits ohne seine blauen Blütenkerzen liefert er einen wunderbar noblen Blatteppich. Zu Weiß und allen Rosa- und Purpurtönen kontrastiert die Pflanze in allen Teilen perfekt. Überhaupt sind leichte Blau- und Lilatöne durchaus gut vertreten bei Stauden, die keine Hitzeschäden erwarten lassen. Als Alternative zu den durstigeren Aster-Arten empfiehlt sich hier etwa Aster pyrenaeus deren beste Sorte ‘Lutetia‘ zahlreiche lilarosa Strahlenblüten hervor bringt. Auch Katzenminzen (Nepeta) zeigen sich vielseitig einsetzbar; der Klassiker Nepeta x faassennii hat reichlich nahe Verwandte, die ideal zu Rosen passen. Aufrecht und geschlossen wächst etwa die relativ großblumige Hybride ‘Blue Danube‘. Spät im Jahr steuert dann noch der Chinesische Bleiwurz (Ceratostigma plumbaginoides) azurblaue Blütenpunkte über seiner rötlichen Herbstbelaubung bei.

Weiß und gelb blühende Stauden unterstreichen den Charakter von Sonne und Leichtigkeit einer legeren Sonnenpflanzengesellschaft. Es ist unverständlich, dass hierzulande – anders als etwa in Großbritannien – die Spornblume (Centranthus ruber) nicht viel öfter in Gärten zu sehen ist. Neben den rosarot blühenden Sorten und Selektionen gibt es auch die weiße Form ‘Albus‘, die ein wahrer Alleskönner an sonnigen Plätzen ist – unaufdringlich und doch unübersehbar fügt sich dieser Langzeitblüher in jede Pflanzung. Genauso lässt sich die Prachtkerze (Gaura lindheimeri) charakterisieren, deren Blüten in Trauben an sehr dünnen aber drahtigen Stielen erscheinen und sich anmutig in jeder Brise bewegen. Hier finden sich rosa und weiße Sorten. Ist die Farbe Gelb gewünscht, sollte die Gelbnuance der ausgewählten Staude nicht allzu satt golden daher kommen – sonst konkurriert sie zu sehr mit den Rosentönen. Darum gefällt uns hier der Zwerg-Alant (Inula ensifolia) sehr gut; die margeritenartigen Blüten der gedrungen wachsende Sorte ‘Compacta‘ haben ein Gelb das strahlt ohne allzu plakativ zu wirken.

Warme, durchlässige Standorte bieten einer Reihe von Ziergräsern ebenfalls allerbeste Voraussetzungen sich zu entfalten. Gerade die filigranen Arten der Gattung Stipa etwa sind auf guten Wasserabzug besonders im Winter angewiesen. Finden sie das vor, gehören sie zu den allerbesten Rosenbegleitern, weil sie in erster Linie durch Form und Struktur in Erscheinung treten und das Farbspektakel den Rosen überlassen. Selbst das eindrucksvoll hohe Riesen-Federgras (Stipa gigantea) ist eine sehr gute Wahl, da es trotz seiner Höhe mit den filigranen, schwebend wirkenden Blütenrispen mittelhohe und hohe Rosensträucher umspielt.

Vergessen Sie neben den Stauden nicht auch noch hier und da einige Zwiebel- und Knollenpflanzen in das sonnige Beet mit hinreichend durchlässigem Boden einzuplanen. Gerade in dieser Pflanzengruppe finden sich sehr reizvolle Vertreter, wie etwa Zierlauche (Allium), Steppenkerzen (Eremurus) oder zahlreiche Wildtulpen-Arten und -Sorten die trockene Sommerböden brauchen um gesund zu bleiben. Während diese Arten im Herbst gesetzt werden, gibt es auch Blumenzwiebeln für die Frühlingspflanzung. Weiß oder grünlich blühende Sommerhyazinthen (Galtonia) beispielsweise ergänzen jedes Sonnenbeet auf besonders elegante Weise und erweisen sich, wenn sie im Winter nicht zu nass stehen, als gut winterhart.

Folgende Stauden haben es uns als Begleiter von „Hitze-Rosen“ besonders angetan:

Aster pyrenaeus ‘Lutetia’ – Pyrenäen-Aster
August-Oktober :: 60-70 cm :: violettrosa
Naturhafter Charme ist dieser Asternart eigen. Die breitbuschigen, etwas ausladenden Pflanzen schäumen geradezu über vor lilarosa Strahlenblüten. Trockenheit und Sonne können ihr wenig anhaben: Diese Aster braucht nur wenig Pflege und ist ein wahres Wuchswunder – über 100 Jahre ist sie alt und hat nichts von ihrer Vitalität eingebüßt.

Centranthus ruber ‘Albus’ – Spornblume
Juni-September :: 60 cm :: weiß
Für sonnige Standorte ist sie eine Idealbesetzung. Die Pflanzen erreichen eine moderate Höhe die sich zu vielen Rosen sehr gut kombinieren lässt. Rundliche Dolden aus sehr kleinen Blüten lassen sie leicht und flockig erscheinen; die Blütenwirkung ist diskret und dennoch unübersehbar. Ein echtes „Must have“ in jedem Rosengarten.

Ceratostigma plumbaginoides – Chinesischer Bleiwurz
August-Oktober :: 25 cm :: klar azurblau
Ausgesprochen wertvoller Spätblüher in einem herrlichen Blauton. Die kleinen Blüten kontrastieren auf das Schönste zur bald einsetzenden lebhaft roten Herbstfärbung des Laubes und sind ein unverwechselbares saisonales Highlight. Junge Pflanzen sollten vor Kahlfrösten geschützt werden. Mit der Zeit bildet die Pflanze Ausläufer und webt schöne geschlossene Teppiche.

Gaura lindheimeri – Prachtkerze
Juli-Oktober :: je nach Sorte 40-100 cm :: weiß und diverse Rosatöne
Eine sehr hübsche, fein und buschig aufgebaute Pflanze. Die Blüten erscheinen an drahtigen dünnen Stielen und bilden lockere Blütentrauben. Immer wieder treiben die Seitentriebe durch und bilden neue Knospen. Leider übersteht die Prachtkerze selbst auf durchlässigen Böden nicht in jedem Winter. Dafür sät sie sich nicht selten selbst aus und kann bei günstigen Gelegenheiten selbst für Nachwuchs sorgen.

Inula ensifolia ‘Compacta’ – Zwerg-Alant
Juli-September :: 25 cm :: strahlend gelb
Ein Dauerblüher für den Beetvordergrund. Die Pflanze liebt Sonne und Wärme und erfreut durch eine sommerlange Blütezeit. Es handelt sich um eine sehr gedrungen wachsende Auslese, die etwa halb so hoch wächst wie die Ausgangsart und daher auch für kleine Beete bestens geeignet ist.

Nepeta-Hybride ‘Blue Danube’ – Katzenminze
Mai-Juli / August-September :: 80-90 cm :: violettblau
Diese von Fachleuten sehr hoch bewertete Sorte wurde 1998 in Österreich gezüchtet; kein Wunder, dass ihr Name übersetzt „Blaue Donau“ lautet. Die Pflanzen sind standfest und wachsen aufrecht. Nach der ersten Blüte lässt sich auch ‘Blue Danube‘ wie die meisten anderen Katzenminzen bodentief zurück schneiden – so remontiert sie von Hoch- bis Spätsommer noch einmal.

Stipa gigantea – Riesen-Federgras
Juli-August :: 60 cm (Blatthorst) – 180 cm (Blütenstiele) :: glänzend goldgelblich
Vorzügliches Gras für Solitäreinsatz und in kleinen Gruppen; tänzelnd anmutende hohe Gräserblütenschleier; zuverlässiger Strukturierer auch größerer Beete und Gartenpartien; bis weit in den Herbst und Winter attraktiv.

Veronica spicata ‘Silberteppich’ – Silberpolster-Ehrenpreis
Juni-Juli :: 15 cm (Blattpulks) – 25 cm (Blütenkerzen) :: leuchtend dunkelblau
Die silbrigen Blätter zeigen schon an, dass diese Staude einen durchlässigen, stark besonnten Standort liebt. Die ganze Saison über ziert das Laub durch Farbe und Struktur; einen echten Höhepunkt liefern aber die dunkelblauen Blütenähren die juwelengleich zwischen den übrigen silbernen Pflanzenteilen aufleuchten.