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Nährpflanzen für Wildinsekten

Nicht jeder weiß, wie wichtig und wertvoll die vielen kleinen Helfer im Garten sind, ekeln sich vielleicht gar vor so manchem dieser "Krabbeltierchen". Aber ihre "Mitarbeit" in unseren Gärten können wir gar nicht hoch genug schätzen. Marienkäfer, Schwebfliegenarten, Ohrwürmer und viele andere gehen äußerst effektiv auf Blattlausjagd. Lilienhähnchen, Weiße Fliege oder Kirschfruchtfliegen stehen auf dem Speiseplan von Schlupfwespenlarven. Auch Raubmilben, Raubwanzen und Spinnen zählen zu den fleißigen Helfern im Kampf gegen unerwünschte Gäste. Ameisen tragen im Garten zur Bodenverbesserung bei, sie beseitigen Aas und Pflanzenreste und helfen bei der Verbreitung von Samen. Larven und Raupen sind für viele Singvögel eine der wichtigsten Nahrungsquellen.

Über 70 % aller Pflanzen sind auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Dabei spielen neben Honigbienen und Hummeln auch viele Wildinsekten, wie Schwebfliegen und Käfer, eine wichtige Rolle. Eine internationale Studie unter Federführung der Leuphana Universität Lüneburg, der Universität Würzburg und der Universität Río Negro in Argentinien kam 2013 zu dem Ergebnis, dass von Menschen gehaltene Honigbienen den Verlust an wilden Insekten nicht kompensieren können. "Unsere Daten zeigen, dass viele verschiedene Bestäuberarten noch einmal einen Mehrwert bringen: Sie sichern eine höhere Ernte und auch eine größere Gleichmäßigkeit der Erträge", sagte Ingolf Steffan-Dewenter vom Biozentrum der Universität Würzburg. Schon Albert Einstein setzte sich mit der Bedeutung der Bienen für die gesamte Nahrungskette auseinander: "Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr – keine Bestäubung mehr – keine Pflanzen mehr – keine Tiere mehr – keine Menschen mehr…"

Die Heimat für unsere nützlichen Helfer schwindet zusehends. Die industrialisierte Landwirtschaft mit ihren großflächigen, effizienzoptimierten Feldern hat unausweichlich die Vernichtung des Lebensraums unzähliger Wildinsekten zur Folge. Der Einsatz von Pestiziden und Herbiziden tut ein Übriges. Umso wichtiger ist es, dass wir in unseren Gärten Oasen für die ökologisch so wichtigen kleinen "Krabbler" schaffen – und dies in den unterschiedlichsten Lebensbereichen, vom Steingarten über den Bauerngarten bis hin zum Gartenteich. Schaffen Sie Nisthilfen an sonnigen und geschützten Plätzen: Totholz, Steinhaufen, Trockenmauern oder Hecken bieten Wildbienen, Hummeln und vielen anderen Insekten ideale Brutplätze. Auch die passende Pflanzenauswahl ist unabdingbar für die Ansiedlung dieser für unser Ökosystem unverzichtbaren Gartenhelfer. Was für Käfer, Hummeln und viele andere gut ist, lockt oft auch Schmetterlinge und Libellen in den Garten. Ein kontinuierliches Angebot von Nektarpflanzen vom zeitigen Frühjahr bis zum ersten Frosteinbruch ist nicht nur ein Augenschmaus für uns Menschen, es schafft auch wertvollen Lebensraum und Nahrung für unzählige dieser kleinen Garten(mit)bewohner.