header

Bienen-Nährpflanzen

Bienen sind auf Pollen (Blütenstaub) und Nektar angewiesen. Während der kohlenhydratreiche Nektar "Heizöl" und "Flugbenzin" ist, dient der Pollen der Eiproduktion und vor allem der Ernährung der Larven. Aus Nektar und Honigtau (eine süße, klebrige Flüssigkeit, die von Läusen ausgeschieden, bzw. von manchen Pflanzen produziert wird) wird Honig gewonnen, auch er dient der Aufzucht der Nachkommen, wird aber auch zum Beheizen des Bienenstocks verwendet. Alle Pflanzen, die Pollen und/oder Nektar liefern, bezeichnet man als Bienenweide oder Trachtpflanze. Existenz und Fortbestand aller Bienen, also der Honigbienen und hunderten von Wildbienenarten (in Deutschland sind es über 500) kann nur durch eine ausreichende Zahl dieser Pflanzen gewährleistet werden.

Vom Frühjahr bis zur ersten Sommerhälfte finden Bienen meist ausreichend Nahrung. Im zeitigen Frühjahr, aber leider auch im Spätsommer und Herbst ist das Futterangebot oft eher knapp bemessen. Honigbienen benötigen ein vielfältiges, artenreiches Blütenspektrum. Möglichst große Bestände nektarreicher Blüten, die gleichzeitig blühen und beflogen werden können, sollten vorhanden sein. Im Frühjahr sind dies häufig Löwenzahnwiesen oder Rapsäcker. Wichtig ist es, die danach auftretenden Trachtlücken (meist von Juni bis September) zu schließen bzw. zu minimieren. Eine alte Faustregel besagt, dass jedem Bienenvolk ein Hektar Trachtfläche zur Verfügung stehen sollte. Bei der Zusammensetzung der Blütenpflanzen ist also darauf zu achten, dass den Bienen während der gesamten Vegetationsperiode eine ausreichende Zahl von Trachtpflanzen zur Verfügung steht. Ausschlaggebend ist dabei nicht die Menge der Pollen- und Nektarproduktion einzelner Blüten, sondern die Anzahl der Blüten in der Fläche. Besonders ergiebig sind also Bäume wie Linden oder Ahorne, die auf kleinem Raum eine sehr große Anzahl von Blüten hervorbringen.

Jeder Garten – egal ob groß oder klein – kann auch zum Bienenparadies werden. Obwohl unsere Gärten immer kleiner werden, können wir Hilfreiches und Unterstützendes tun. Denn auch die Summe vieler kleiner bienenfreundlicher Pflanzungen kann das Nahrungsangebot deutlich verbessern. Wird dafür gesorgt, dass auch im frühen Frühjahr und Spätsommer blühende Pflanzen in ausreichender Zahl vorhanden sind, können Trachtlücken geschlossen oder zumindest abgemildert werden. Bei der Auswahl ist es wichtig, naturnahe, ungefüllt blühende Arten und Sorten zu wählen, denn ein Großteil der Zuchtformen, vor allem die gefüllt blühenden, sind steril und somit nutzlos für Bienen.