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Duft für Balkone

Duftende Stauden für die Balkon-Bepflanzung

Viele Balkongärtner wünschen sich eine dauerhafte Bepflanzung mit natürlicher Wirkung, die möglichst über viele Jahre hinweg hält und die vom Frühjahr bis zum Wintereinbruch etwas zu bieten hat. In unserem Balkonprojekt haben wir eine dauerhafte Bepflanzung mit Stauden, Kräutern und Gräsern für einen nach Süden ausgerichteten sonnigen Balkon vorgestellt und die Entwicklung begleitet. Hier unterbreiten wir Ihnen nun Vorschläge von duftenden Stauden, die sich besonders gut für Balkonkästen eignen und die mit ihrem Duft die Bepflanzung sonniger oder schattiger Balkone um eine weitere reizvolle Dimension bereichern können.

Duftende Stauden für sonnige Balkone

Dass sich Feder-Nelken und Pfingst-Nelken besonders gut für den sonnigen Balkon eignen, hat sich noch viel zu wenig herumgesprochen. Nelken sind geradezu ideale Balkonpflanzen. Die duftenden Blüten erscheinen je nach Sorte von Mai bis Juli. Manche Sorten remontieren und blühen noch einmal von September bis Oktober! Der besondere Vorteil der Balkon-Nelken: Man ist mit der Nase immer dicht an den duftenden Blüten. Wann hat man schon einmal die Nelkendüfte in Nasenhöhe? Und: Welche andere Staude lässt sich so elegant über die Brüstung fallen und ist dazu ganzjährig belaubt mit schönem silberblaugrünem Blattwerk?

Solch eine Dauerbepflanzung von Balkonkästen in voller Sonne braucht weitere Stauden zur Gesellschaft. Wie wäre es mit niedrigen Schwertlilien (Iris barbata-nana und -media), mit ein oder zwei Thymian-Sorten, z.B. mit dem Silbrigen Stein-Thymian, Thymus neicefferi, und dem Duft-Thymian, Thymus odoratissimum, den die Schmetterlinge besonders lieben? Das charakteristische Aroma von Lavendel verstärkt das mediterrane Sommer-Gefühl. 'Siesta', eine kompakte, farbschöne dunkle Sorte mit silbrig-grauem Laub und üppiger Blüte, ist besonders hart und robust und überdauert auch in rauen Lagen.

Damit es im Herbst nicht an duftenden Blüten fehlt, schlagen wir einen Steinquendel vor, Calamintha nepeta 'Blue Cloud' oder Calamintha nepeta 'Triumphator'. In einem milden Herbst blühen diese Bergminzen in Südbayern noch Ende Oktober! Die Blüte mit zauberhaften kleinen Lippenblüten in Hellviolett bis Blau beginnt im Juli. Während die Blätter stark nach Minze duften, ist der Duft der Blüten blumiger und lieblicher. Sehr schön passen dazu nicht ganz so hoch werdende Sedum-Hybriden, wie die Sorte 'Carl', die dann auch im Winter dem Balkonkasten einen besonderen Reiz geben. Ihr Duft hat nichts Spektakuläres an sich. Bescheiden erinnert er an die Getreideernte, an reifes Korn.

Damit sind die Möglichkeiten freilich noch längst nicht erschöpft. Als prädestinierten Duftgärtner stehen dem Balkonbesitzer eine Fülle weiterer polsterbildender Stauden und Zwerggehölze zur Verfügung, so z. B. das Berg-Bohnenkraut Satureja montana ssp. illyrica. Es blüht von September bis Oktober lebhaft violett. Oder der niedrig bleibende Zwerg-Ysop Hyssopus officinalis ssp. aristatus mit tiefblauen Blüten, der sich für Kästen besonders gut eignet.

Duftende Stauden für schattige Balkone

Besitzer von halb- oder vollschattigen Balkonen müssen nicht etwa auf Düfte verzichten. Auch sie können eine Dauerbepflanzung mit Duftstauden vornehmen. Voraussetzung ist ein humusreicher Boden und bei Bedarf häufigeres Gießen.

Da das Pfennigkraut, Lysimachia nummularia, ein sehr toleranter Flächendecker ist, betrachten wir es als Ausgangspunkt dieser Balkonbepflanzung. Es wächst flach, selbst die Blätter, rund und ganzrandig – daher Pfennigkraut – scheinen an den Boden gepresst. An den Blattknoten entwickelt es Wurzeln und breitet sich so weiter aus. Dabei bedrängt es andere Stauden und Zwiebelgewächse nicht im geringsten. In Kästen gepflanzt, wird es (wie auf dem Foto zu sehen) bald in dekorativen langen Ranken überhängen. Hübsche kleine gelbe, glockenblumenähnliche Blüten erscheinen von Mai bis Juli. Wenn man die Nase in die Blüten taucht, nimmt man einen feinen herb-animalischen Duft war, manchmal sollen sie sogar wie Aprikosen duften. Vom Pfennigkraut gibt es übrigens auch eine sehr schöne goldblättrige Form.

Als Duftsensation im April schlagen wir den intensiv duftenden Lerchensporn Corydalis solida ssp. incisa vor. Nach der Samenbildung(!) im Mai zieht er ein, verschwindet unter dem Pfennigkraut von der Bildfläche.

Großstauden eignen sich wegen des Windes nicht sonderlich für Balkonkästen. Wir empfehlen deshalb, die kleinste Taglilie, Hemerocallis minor, zu pflanzen. Die zierliche Art hat grasartige, dünne, überhängende Blätter und kleine duftende Blüten. Einige Gärtner nennen sie Frühlings-Taglilie: ein Hinweis auf die besonders frühe Blüte im Mai. Und selbstverständlich darf man auch eine kleinwüchsige Hosta dazu pflanzen, z.B. die zierliche, duftende 'Invincible'. Hat man Platz für einen Pflanzkübel, empfehlen sich größere Hosta mit duftenden Blüten, die übrigens auch mit sonnigeren Standorten gut zurechtkommen.

Auch im Herbst soll der Schattenbalkon nicht duftlos bleiben: Wir schlagen die Calamintha-Sorte 'Hadrian' vor. Dieser dankbare Steinquendel blüht vom Spätsommer bis weit in den November. Weitere Möglichkeiten für die duftende Bepflanzung schattiger Balkone bieten Duft-Veilchen, die ja oft im Herbst ein zweites Mal ihre duftenden Blüten zeigen, aber auch Wald-Phlox, Wander-Phlox und der Blaue Lerchensporn, Corydalis elata, der bis in den Herbst hinein blüht.