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Von Gartenhäckslern und Rosenkäfern

Ich liebe meinen Gartenhäcksler. All den Strauch- und Baumschnitt, der sich locker liegend zu sparrig-bizarren Kubikmetern auftürmt, zerkaut er mir zu überschaubaren Haufen. Und mit dem, was andere Leute dann in Säcken an die Straße stellen oder zum Grünmüll fahren, fängt für mich der Spaß erst an: Ich baue den Holzhäcksel in meine Hügelbeete ein und erzeuge damit Zucchini und Paprika, Malven, Zinnien und – Rosenkäfer! Mittlerweile habe ich eine immer stärker werdende Population dieser „Fliegenden Edelsteine“ im Garten, die für mich eine Inkarnation von Sonne, Wärme und sommerlicher Lebensfreude sind.

Aus dieser überwiegend tropischen Gruppe traumhaft schöner Käfer hat es nur wenige Arten nach Mitteleuropa verschlagen. Cetonia aurata ist davon die häufigste. Die Weibchen legen ihre Eier in rottendes Holz, und beim Durchsieben finden wir die fetten Engerlinge, die wir natürlich sofort in einen frischen Haufen umsetzen. Die erwachsenen Käfer fressen harmlos Pollen nebst ein paar Staubblättern in unseren Wildrosen und Pfingstrosen, was wir ihnen von Herzen gönnen wollen. Ich werde jedenfalls meine „Holzkompostwirtschaft“ genauso weiterbetreiben, zur Freude meiner „fliegenden Edelsteine“.


Text und Fotos: Michael Schwerdtfeger