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Ungewohnte Wassermengen

Das meteorologische Chaos dieses Jahres nimmt kein Ende. Fast hätte es in der letzten Nacht Bodenfrost gegeben, 2 Wochen zu früh. Mein Großvater hat stets am Abend des 17. Sept. alle Tomaten abgeerntet. Er war sich sicher, dass es in der Nacht zum 18. friert!

Die Wassermassen im August haben sich, hier auf dem jamlitzer Sand, eigentlich wie erwartet nicht negativ ausgewirkt. Der Sand lässt das Wasser so schnell versickern, dass man 10 Minuten nach einem “Starkregen”, wie es heute heißt, schon wieder in den Garten gehen und auf die Beete treten kann.
In dem Nachbarstädchen Lieberose (

4 km von Jamlitz) betreibt Heiko Hornoff eine private Wetterstation. Er hat im August 291 l/qm Niederschlag gemessen. Das ist mehr als der halbe Jahresniederschlag für diese Region. Das langjährige Mittel beträgt hier für August 55 l/qm.
Dem jamlitzer Sandgarten hat dies also nicht geschadet. Betroffen wurden dagegen die Niederungsflächen mit moorigen oder anmoori-gen Böden. Dort sind dieses Jahr Kartoffeln verfault.

Die jamlitzer Gartenvegetation hat dagegen durch die trockene Hitzewelle im Juni und Juli einigen Schaden genommen. Viele Einjährige sind einfach stecken geblieben. Die Wunderblumen Mirabilis jalapa und der Tabak Nicotiana sylvestris wollen nicht mehr blühen, obwohl sie jetzt nach dem Regen üppig im Kraut dastehen. Die Dahlien haben jetzt endlich Knospen, werden aber in wenigen Tagen vom Frost dahingerafft.
Manche Stauden haben den Wachstumsstop vom Juli überwunden. So z.B. die Raublattastern. Aber man sieht ihnen an, dass sie in 2 Phasen gewachsen sind. Andere verspäten sich: Die Amplifolia-Phloxe blühen jetzt erst richtig, die duftenden Hosta plantaginea Sorten beginnen erst in den nächsten Tagen zu blühen. Die Pennisetum-Grashorste schieben in diesem Jahr keine Ähren und die Miscanthus-Büsche sind zwar sehr üppig, werden aber nicht blühen. Andere Gräser, wie Panicum-Sorten, Eragrostis trichodes ‘Bend’, Stipa calamagrostis, Helictotrichon sempervirens und Sporobolus heterolepis gedeihen durch die Feuchtigkeit besonders üppig und schön.

Manche Stauden und Gehölze sind durch die merkwürdige Witterungsabfolge etwas durcheinander geraten, oder sie haben unerwartete Frühlingsgefühle. Der sonst im Mai blühende Rhododendron vor dem Haus versucht es jetzt noch einmal. Genauso einige Nelken und der Johanniswolken-Knöterich.
Mächtige Blatthorste haben die verschiedenen Bartiris entwickelt. Ob ihnen das bekommen wird? Das entscheidet der kommende Winter, bei dem man nun auch mit allem Möglichen rechnen muss.


Text und Fotos: Christian Seiffert