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Über den Pflanzzeitpunkt von wurzelnackten Rosen…

Über den Pflanzzeitpunkt von wurzelnackten Rosen sind die Gartenprofis geteilter Meinung. Die einen vertreten die Herbstpflanzung, gerade in Landstrichen, die eher ein milderes Winterklima haben. Die anderen befürchten Ausfälle in Gegenden mit sehr frostigen Wintern und schwören auf die Pflanzung im Frühjahr. Beide Seiten haben aus ihrer Sicht Recht.

Aber: Wir empfehlen dennoch die Herbstpflanzung, weil Sie

  1. frisch gerodete Pflanzen erhalten
  2. die Rose noch ausreichend Zeit hat, (nur) gute Wurzelmasse zu bilden
  3. weil die Rosenstöcke nicht sofort nach dem Pflanzen Schwerstarbeit leisten müssen, nämlich Wurzeln, Laubmasse und zudem auch noch Blütenansätze zu bilden
  4. weil deshalb die Blütezeit im Folgejahr bis zu drei Wochen früher beginnt

Vorbereitung zum Pflanzen

Zunächst sollten Sie sich alle Werkzeuge griffbereit in die Nähe des ausgewählten Standorts platzieren. Dazu gehört ein guter Spaten, evtl. eine Grabgabel, eine Rosenschere und eine kleinere Pflanzschaufel. Das alles lege ich in eine Schubkarre, in den ich pro Rose eine kleine Menge guten Humus deponiert habe. Weitere Beimischungen zum Aushub sind, falls nötig, Bodengranulate zur Verbesserung des Bodens.

Die zu pflanzenden Rosen kommen inzwischen von allen Versendern pflanzfertig zugeschnitten. Das bedeutet, sie brauchen die Wurzeln und Triebe nicht weiter beschneiden. Auch ein langes Wässern ist nicht zwingend notwendig. Die Händler packen die Wurzeln für den Versand in angefeuchtete Holzwolle und geben sie dann in eine dichte Plastikhülle, um Feuchtigkeitsverlust auf der "Reise" zu verhindern. Außerdem werden Ihre Rosen in der Regel nur noch von Montags bis Mittwoch versendet, damit das Problem mit den lieferfreien Wochenenden vermieden wird.

Nun wird der Boden rund 40 cm tief ausgehoben und direkt zu dem bereits im Schubkarren befindlichen Humus gegeben und mit den evtl. weiteren "Zutaten" (kein Dünger!) gut durchgemischt.

Das Pflanzen

Stellen Sie die Rosen in das vorbereitete Pflanzloch und prüfen Sie die Tiefe. Sie haben tief genug ausgegraben, wenn unter den Wurzeln noch eine lockere Schicht Erde Platz hat. Die Wurzeln dürfen nicht geknickt oder umgebogen werden. Der Veredelungsknoten soll sich rund fünf Zentimeter unter der Erdoberfläche befinden. Als Messhilfe kann eine Latte dienen, die Sie quer über das Pflanzloch legen.

Die Wurzeln aller zu pflanzenden Rosen werden mit einem scharfen Messer Glatt abgeschnitten (sofern das nicht bereits vom Lieferanten erledigt wurde), soweit sie verwundet oder verletzt sind. Wer mag, kann vor dem Pflanzen die Wurzeln in einen flüssigen Lehmbrei tauchen und dann sorgfältig auseinander halten.

Füllen Sie nun die vermischte Erde wieder vorsichtig ein und achten Sie darauf, dass sich keine hohlen Zwischenräume um die Wurzeln bilden. Am Schluss drücken Sie die Erde mit den Händen an und geben eine kleine Menge organischen Dünger auf den Boden. Mit Wasser den Boden anschließend gut befeuchten. Es ist ratsam, sowohl bei der Herbstpflanzung, als auch bei der Frühjahrspflanzung die Erde rund um die Rose 15 – 20 cm hoch anzuhäufeln, um die Basis vor Frost und kalten Ost- bzw. Nordwinden zu schützen. Auch wenn die oberirdischen Triebe abfrieren, treibt die Rose aus den so geschützten Augen wieder aus.

Bei der Pflanzung im Herbst schneidet man die Triebe nicht stark zurück, im Frühjahr jedoch ist es gut, alle frisch gepflanzten Rosen auf 3 Augen einzukürzen. Die ersten Knospen an frisch gepflanzten Rosen entfernt man. Die im Frühjahr gepflanzten Rosen gießt man bei trockenem Wetter täglich. Ist der Wind stark und anhaltend, sind bei frisch gepflanzten Hochstämmen die Kronen mit Abfalltüten aus Papier, Tüchern und ähnlichem Material zu umhüllen und es ist diese Schutzdecke feucht zu halten. Eine gute Erde für Rosenbeete ist eine Mischung gleicher Teile Rasenerde, guter Ackererde, Lehm (Mergel), evtl. Kalkschutt und gut verrotteter Kuhdung. Ganz besonders gute Erde liefern Maulwurfshügel im Frühjahr.

Wie es ökonomisch richtig ist, auf einem mit Hafer bestandenen Felde nicht wieder Hafer zu säen, so auch bei der Rosenkultur. Wo einmal Rosen länger als drei Jahre gestanden haben, ist es ratsam, einen großzügigen Erdaustausch oder eine Zwischenpflanzung von z. B. Sommerblumen oder Tagetes zu machen. Später, nach etwa 2 – 4 Jahren können wieder Rosen an diese Stelle gepflanzt werden. Genauso gut können Sie Erde aus einem anderen Bereich im Garten nehmen, um das Pflanzloch rund um die Rose aufzufüllen. Inzwischen gibt es auch ein natürliches Mittel von Vitanal zur Bodenverbesserung, das laut Beschreibung einen Erdaustausch überflüssig machen soll.

Kletterrosen

Kletterrosen werden beim Einsetzen in das Pflanzloch leicht schräg zu Mauer, Bogen oder Spalier gesetzt, damit sie in natürlicher Haltung zur Stütze festgemacht werden kann. Die Triebe sollen unbedingt fächerförmig angebunden werden, denn dann treiben alle nach oben zeigenden Augen aus und die Rose verkahlt nicht von unten.

Hochstämmchen

Hochstämme werden so tief gesetzt, dass sich der Knoten über den Wurzeln (das ist keine Veredelungsstelle) gerade noch über der Erdoberfläche befindet. Hierbei ist zu der normalen Pflanzprozedur zu beachten, dass Sie bereits vor dem Einfüllen des Aushubs einen entsprechend langen Stützstab in die Pflanzgrube stellen und erst dann mit Erde auffüllen. Der Stab ist lang genug, wenn er mindestens zu 2/3 in die Krone hineinreicht. Nach dem Festdrücken (niemals festtreten) der Erde wird der Stab dann an mehreren Stellen am Stamm der Rose festgebunden. Die erste Fixierung ist unmittelbar unter der Veredelungsstelle an der Krone. Bitte nehmen Sie dafür keine Drähte oder anderes unnachgiebiges Material, sondern welches, das etwas dehnbar ist und deshalb ein bisschen mitwachsen kann. Als Befestigungsknoten hat sich eine Achterschlinge bewährt.

Alternative: Der Stamm wird so eingesetzt, in welche Richtung man ihn im Winter evtl. beim Eindecken umlegen will. Nach dem Einsetzen den Stamm flach auf die Erde zu biegen, mit Haken an diese zu heften, bis sie Wurzel gefasst haben und Stamm wie Krone 14 Tage bis 3 Wochen lang mit Erde zu bedecken Sowohl gegen Frost im Frühjahr, als gegen austrocknende Ostwinde ist dieses Verfahren sehr von Vorteil. Achtung: In nasse Erde legt man niemals Rosen ein!

Hochstämme sollten im ersten Jahr nach der Pflanzung häufig gegossen werden, sonst besteht die Gefahr der Austrocknung. Die Feuchtigkeit des Bodens muss schließlich einen langen Weg zur Krone zurücklegen.

Wurzelechte Rosen

Sie werden meistens rund drei Zentimeter tiefer gepflanzt, als sie in der Baumschule standen. Ansonsten bleibt alles so, wie vorgängig beschrieben.

Rosen an Bäumen

Um eine der wuchsstarken Ramblerrosen an einen Baum zu pflanzen ist folgendes zu beachten: Graben Sie das Pflanzloch in einer Entfernung von rund 60 – 100 cm Abstand an den Baum. Keine Rose liebt den Druck durch Wurzeln anderer Pflanzen, hier von Bäumen. Es ist deshalb angebracht, die Rose mittels eines Eimers vom starken Wurzeldruck des Baumes frei zu halten. Sie nehmen dafür einen ausreichend großen Eimer, mindestens für zehn Liter und schneiden dessen Boden heraus, stellen ihn anschließend in das Pflanzloch und gehen weiter vor, wie für alle anderen Rosen beschrieben. Der Eimer schützt nun der Bereich der jungen Wurzeln und lässt diese ohne Bedrängnis feine Faserwurzeln bilden. Sind die Wurzeln erst mal lang genug, um durch den offenen Boden des Eimers zu wachsen, sind auch die Baumwurzeln keine direkte Bedrohung mehr.

Umpflanzen

Der richtige Zeitpunkt zum Umpflanzen ist Oktober/November, in Ausnahmefällen auch März/April.

Heben Sie die Pflanzgrube am neuen Standort großzügig aus, damit die Pflanze wieder in gleicher Höhe stehen wird. Legen Sie sich neben der Rose ein ausreichend großes Tuch bereit, um den Wurzelballen einschlagen zu können, damit er nicht auseinander fallen kann.

Kürzen Sie die Triebe der Rose um ungefähr ein Drittel ein, das gewährleistet besseres Anwachsen am neuen Standort.
Markieren Sie einen ausreichend großen Kreis um die Rose (ca. 40-60 cm) und stechen Sie mit senkrechten Spatenstichen am Kreis entlang ein. Beachten Sie bitte, dass Rosen Tiefwurzler sind, deshalb möglichst tief in das Erdreich graben. Achten Sie darauf, dass Sie schonend vorgehen und möglichst wenig Wurzeln verletzen.