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Tee mit Schmetterlingen

Der Garten musste hier im Norden eine Periode von fast fünf Wochen mit großer Hitze und ohne nennenswerten Regen überstehen. Für den großen, neuen Schaugarten bedeutete dies: immer wieder bewässern. Denn die Pflanzen sind erst im Frühsommer in die Erde gekommen, viele konnten noch keine tiefer reichenden Wurzeln ausbilden.

Seit gut zwei Wochen haben wir nun wechselhaftes Wetter. Die meisten Kräuter haben einen regelrechten Schub bekommen, und in manchen Bereichen leuchtet eine üppige Sommerblüte. Am auffälligsten ist zur Zeit die “Teepflanzung”: Eine große Gruppe von Agastachen, Monarden, Katzenminzen, Malven und Bergminzen. Dieses Beet hat sich in kurzer Zeit sozusagen prall gefüllt, die meisten der Pflanzen sind enorm wüchsig. Die Blätter und auch viele Blüten dieser Kräuter eignen sich hervorragend zu Tees, die Geschmackrichtungen reichen von minzig über anisig und zitronig bis Bergamotte, sogar an Rosen oder Thymian erinnernde Monarden gibt es.
Die weißen, blauen, pinkfarbenen, violetten Blütenkerzen der Agastachen fallen am meisten auf, nicht nur, weil sie am höchsten aufragen. Die Koreanische (Minze Agastache) rugosa gibt es in einer weißen und einer blauen Variante. Sie verzweigt sich reich und blüht über viele Wochen von Anfang Juli bis fast in den Herbst. Sehr attraktiv ist die Hybride ‘Black Adder’ mit dunklen, blau-violetten Blüten. Und der Anis-Ysop (Agastache anisata) fügt ein zarteres Blass-Lila hinzu; seine Blätter haben einen intensiven Anis-Geschmack.

Von den verschiedenen Monarden – Wuchshöhen zwischen 30 und 100 cm, Blütenfarben von weiß und rosa über leuchtend rot, purpur, lila, blau bis violett – erweist sich einmal mehr Monarda didyma ‘Squaw’ als besonders stabil und wenig anfällig für Mehltau. Viele Monarden bekommen leicht den grau-schimmeligen Überzug, ‘Squaw’ widersteht. Die Blätter ergeben ein Earl-Grey-Aroma im Tee, und die scharlachroten Blütenköpfe sind über Wochen mit den langen Röhrenblüten besetzt.

Die “Teepflanzung” bildet nicht nur einen Blickfang im Schaugarten, sie ist zudem der Schmetterlings- und Hummelmagnet schlechthin. An einem schönen Nachmittag habe ich zehn Schmetterlingsarten gezählt (und fotografiert), darunter Kaisermantel, Landkärtchen, Bläulinge. Und am Abend sirrt es von den schwirrenden Nachtfaltern.
Eine Besucherin im Rollstuhl ließ sich zu dem Teepflanzen-Beet fahren und ließ lange Zeit das bunte Leben an den Blüten auf sich wirken …


Text und Fotos: Ludwig Fischer