header

Frühling aus der Froschperspektive

Das hatte ich vor zwanzig Jahren, als ich unseren Reihenhausgarten völlig neu gestaltete, nicht eingeplant. Einen Schwerpunkt darin bildet das Erdgewächshaus. Dafür habe ich damals eine 3 x 3 m große und 1 m tiefe Grube ausgehoben. Mit der ausgehobenen Erde füllte ich zwei von Trockenmauern eingefasste Hoch- Staudenbeete auf. An der gemauerten Nordseite des Gewächshauses baute ich einen Treppenabgang zur Eingangstür. Seither leistet mir dieses außergewöhnliche Erdgewächshaus gute Dienste: Im Winter beherbergt es unsere Kübelpflanzen, im Frühjahr ziehe ich das Gemüse und die einjährigen Blumen für meinen Kreativgarten auf dem Vaterstettener Reitsbergerhof heran, im Sommer ziehe ich darin Schlangengurken an Schnüren empor.

Doch so ganz nebenbei erfreue ich mich am Blick von unten – aus der Froschperspektive – in den Garten. Jetzt im Frühling fällt er auf Schlüsselblumen, Scilla und Buschwindröschen. Auch in der Trockenmauer, welche die Erde rund um den Treppenabgang stützt, blühen Schlüsselblumen, gedeihen Bärlauch und ein Farn, die ich dort weder gesät noch gepflanzt habe.

Und während ich in diesen Tagen meine Sämlinge pikiere und topfe und hin und wieder einen Blick durch die Glasscheiben des Gewächshauses werfe, nicken mir die Lenzrosen und die Narzissen zu. Wenn ich oben, also im Garten stehe, bleibt mir der Anblick aus dieser Perspektive verborgen. Und besonders praktisch: Könnte ich nicht in einem Meter Tiefe im Gewächshaus stehen, müsste ich mich wohl auf den Bauch legen, um meine Flora aus diesem Blickwinkel zu betrachten. So eine Froschperspektive ist einfach wunderbar! Deshalb mein Tipp: Wenn Sie eine ähnliche Situation im Garten haben, zum Beispiel ein Kellerfenster oder eine Außentreppe in den Keller, dann legen Sie drum herum das schönste Frühlingsblumenbeet an, das Sie sich vorstellen können. Was glauben Sie, wie gern Sie in den Keller gehen und auf dieser Treppe emporsteigen um ihre blühende Froschperspektive zu genießen!


Text und Fotos: Wolfram Franke