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Frühe Blüten für emsige Bienen

Seit ich wieder eigene Bienen habe, betrachte ich alle Bäume, Sträucher, Stauden sowie Ein- und Zweijährige nach ihrem Nährwert für Bienen. Vor allem im Frühjahr sind sie besonders wichtig.

In diesem Jahr blühte alles früher – und länger! Zumindest bilde ich mir das ein. Die Schneeglöckchen öffneten in meinen beiden Gärten ihre ersten Blüten bald nach dem Neujahrstag, die letzten verblühten aber erst Mitte März. Meine Haselsträucher und Kätzchenweiden boten ebenfalls reichlich Pollen. Und schließlich die Schlüsselblumen (Primula veris). Sie sind bei mir verwildert. Von Jahr zu Jahr werden sie mehr. Meine Bienen sind ganz wild auf diese frühen Blüten.

In Folge des reichen und reizvollen Nahrungsangebots fingen sie schon früh an zu brüten. Ich habe ihre kraftvolle Entwicklung mit gemischten Gefühlen beobachtet. Denn nach den anhaltend sonnigen Tagen mit manchmal sommerlichen Temperaturen kann auch mal wieder ein Frosteinbruch mit Regen und Schnee folgen. Dann ziehen sich die Bienen im Stock wieder zur Winterkugel zusammen und vernachlässigen die Brut. Im schlimmsten Fall kann das zum Sterben des ganzen Bienenvolks führen. Doch bisher hatte ich Glück. Ein kurzer Kälteeinbruch gegen Ende März hat ihnen nicht geschadet.

Die Schlüsselblumen verblühen allmählich, doch nun ist das Wiesenschaumkraut aufgeblüht, das sich in meinem Garten ebenfalls rasant vermehrt. „Davon haben wir als Kinder immer Sträuße zum Muttertag gepflückt“, sagt meine Frau. Ja richtig, daran kann ich mich auch erinnern. Wiesenschaumkraut blüht in der Regel  Anfang Mai. In diesem Jahr öffnet es schon Ende März seine Blüten. Und nun sind auch Narzissen und die ersten Tulpen sowie die Pflaumen, Kirschen und Apfelbäume aufgeblüht. Sogar der Flieder macht erste Anstalten. Doch jetzt komme ich gerade aus dem Garten zurück. Das Thermometer zeigt nur 5 °C an. Es gibt Nachtfrost. Oh Gott! Die Äpfel, die Bienen … Hoffentlich wird es bald wieder wärmer. Und dann brauchen wir noch Regen, jede Menge …

Siehe auch www.gartenschreiber.de


Text und Fotos: Wolfram Franke