header

… ei wir tun Dir nichts zuleide

Warum haben bloß viele Menschen panische Angst vor Insekten? Warum fuchteln sie mit den Händen wild in der Luft herum, wenn sich eine Biene nähert, warum springen sie auf wie von der Tarantel gestochen, wenn sich mal eine Wespe auf dem Pflaumenkuchen niederlässt? Ja selbst vor Libellen, die nur ganz harmlos über dem Gartenteich ihre Kreise ziehen und überhaupt nicht stechen können, nehmen manche Leute Reißaus. Die meisten Insekten können nicht stechen, und die es können, stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen.

Als Kleinkind von etwa drei oder vier Jahren bin ich einmal einem Bienenwagen zu nahe gekommen und von mehreren Bienen gestochen worden. Ob ich vorher aus Neugierde mal ein bisschen im Flugloch gestochert habe, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls hielt mich dieses Kindheitserlebnis nicht davon ab, mir als Erwachsener selber ein paar Bienenvölker in den Garten zu stellen. Gestochen werde ich nur selten. Und mit meinem ältesten Enkel ging ich, als er noch klein war, ganz nahe an den Bienenstock heran und sang ihm leise das alte Kinderlied „Summ, summ, summ … ins Ohr. Bei der zweiten Zeile fiel mir plötzlich auf: „… ei wir tun Dir nichts zuleide“! – Als dieses uralte Lied entstanden ist, hatte man offenbar noch ein engeres Verhältnis zu den Bienen. Man wusste auch ohne akademische Ausbildung um ihre Bedeutung für unser Leben. Da wäre wohl kaum einer auf die Idee gekommen, zu singen: „ei tu uns nichts zuleide“. Dabei dürften die Immen von damals noch wesentlich stechlustiger gewesen sein als die heutigen sanftmütigen Bienenrassen.

Wenn ich einmal ein Problem mit meinen Bienen habe, hilft mir ein älterer Imkerkollege. Bevor er den Deckel dann wieder schließt, findet er immer wieder mal eine Biene am Rand des Bienenstocks, die er, verschmitzt in sich hinein grinsend, vorsichtig mit Daumen und Zeigefinger packt und behutsam in den Stock zurücksetzt. Das wollte ich mal fotografieren. Der Imkerkollege führte noch mehr vor. Er setzte eine Biene auf seine Hand, versuchte sie zum Stechen zu provozieren. Gespannt lauerte ich mit der Kamera. Die Biene tat ihm, bzw. mir offensichtlich nur widerwillig den Gefallen! – Wenn Sie übrigens einmal von einer Biene gestochen werden, den Stachel nicht packen, sondern einfach zur Seite wegwischen. Dann kommt kaum Bienengift unter die Haut.

Hierzulande bestäuben Honigbienen zu etwa 80 Prozent unsere Nahrungspflanzen. Es lohnt sich, sie zu schützen und zu fördern, so wie alle anderen Insekten auch. Wespen, Schwebfliegen und Florfliegen halten zusammen mit den Marienkäfern die Blattläuse in Schach. Und dann gibt es ja noch die Schmetterlinge. Auch sie sind an der Bestäubung beteiligt und darüber hinaus eine Zierde für jeden Garten. Neben blühenden Pflanzen brauchen sie auch bestimmte Wildpflanzen zur Ernährung ihrer Raupen, allen voran Brennnesseln. Lassen Sie also in einer abgelegenen Ecke des Gartens ruhig ein bisschen Unkraut wachsen. Und lassen Sie Raupen leben, wenn Sie nicht genau wissen, welcher Schmetterling daraus erwächst. Mit Hilfe von Fachliteratur und Internet lassen sie sich leicht identifizieren. In meinen Gärten habe ich übrigens schon zwölf Arten verschiedener Schmetterlinge gezählt, von Admiral über Schwalbenschwanz bis Zitronenfalter!

Jetzt, zur Pflanzzeit, lohnt es sich, etwas Zeit zu nehmen und nach Stauden Ausschau zu halten, die von Bienen und anderen Insekten bevorzugt werden. Davon gibt es eine riesige Auswahl. Und nicht wenige davon sind zudem noch widerstandsfähig gegen Nacktschnecken! Unter www.pflanzenversand-gaissmayer.de werden Sie fündig, und das nicht zu knapp! Egal ob Honigbienen, Wildbienen, Hummeln oder bunte Falter – Insekten bereichern unseren Garten um eine weitere Dimension. Zu den gärtnerischen Freuden kommt der ökologische Erfolg hinzu, wenn die Summer, Brummer und die Flatterhaften in unseren Gärten heimisch werden.

Mehr über den Kreativgarten von Wolfram Franke unter www.gartenschreiber.de


Text und Fotos: Wolfram Franke