header

Düfte begleiten unser ganzes Leben…

In den Abendstunden durch einen Garten voller Duftrosen zu gehen, berührt alle Sinne. Man ist berauscht von der Schönheit der Rosen und dem Duft, der uns in glückliches Wohlbefinden hüllt. Rosenduft gleicht einer Komposition von herrlichen Klängen der Musik, komponiert aus vielen einzelnen Duftstoffen zu einem betörenden, berauschenden, süßen, würzigen oder lieblichen Dufterlebnis.

Da ist es nur natürlich, dass man erfolgreich versuchte, den flüchtigen Duft der Rosen einzufangen und in Form von Rosenöl und Rosenwasser jederzeit verfügbar zu machen, um daraus wiederum Parfüms, Körperpflegemittel, Seifen oder auch Speisen und Getränke herzustellen.

Man hat herausgefunden, dass dunkelrote Rosen mehr Duftöl enthalten, als rosafarbene Blüten. Die Anzahl der Petalen (Blütenblätter) spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle für eine ertragreiche Ölgewinnung. Es gibt inzwischen fast 30.000 bekannte Rosensorten, aber nur drei Sorten sind geeignet, den wirtschaftlichen Anforderungen zu genügen. An erster Stelle steht die Rosa damascena und hier vor allen die R. trigintpetala, die am meisten angebaute und wichtigste Ölrose überhaupt. Die Urform der Rosa damascena ist heute leider nicht mehr im Handel erhältlich. Neben der „Ölrose“ kommt noch Rosa alba in Betracht, die zwar sehr frosthart ist, aber weniger Öl enthält und deshalb oft auch als Schutzwall um die eigentlichen Rosenfelder gepflanzt wird. Als dritte Rose gilt die Rosa centifolia, deren Ölgehalt zwar hoch eingestuft wird, die aber dennoch nicht die Wirtschaftlichkeit der Damascener-Rose erreicht.

In Bulgarien, dem wichtigsten Erzeugerland beginnt die Ernte der Rosenblüten um den 20. Mai und wird ungefähr Mitte Juni beendet. Die Pflücker beginnen morgens um vier Uhr und wird je nach Tagestemperatur zwischen neun und elf Uhr beendet. Im Laufe des Tages verflüchtigt sich der Ölgehalt auf Grund der Sonnenwärme bis zum Abend um ca. 70 %. Geerntet werden halb- und ganz geöffnete Blüten. Je nach Beschaffenheit der Kulturflächen betragen die Erträge pro ha zwischen 150 und 700 kg. Um 1 kg Rosenöl zu gewinnen benötigt man rund 3000 kg früh am Morgen gepflückte Blüten.

Früher war der Preis für Rosenöl sechsmal höher als der Goldpreis, aber auch heute ist Rosenöl ein sehr teures und wertvolles Wirtschaftsgut. Der Hauptimporteur von Rosenöl ist Grasse in Frankreich mit jährlich rund 300 Tonnen Rosenblüten für die Parfümherstellung.

Unser Duft-Gedächtnis

Wie oft kommt es vor, dass wir denken: den Duft kenne ich doch – ja, so hat es bei Oma oft geduftet. Plötzlich entführt uns das Gehirn Jahrzehnte zurück und fördert längst Verschüttetes zu Tage. Wir fühlen uns tatsächlich in Gedanken zurück versetzt in Omas Küche und sehen ihr zu, wie sie ihre legendäre Kartoffel-Specksuppe umrührt. Es ist erstaunlich, wie allein Düfte so starke emotionale Erinnerungen auslösen können.

Die Wissenschaft kann es uns erklären: Der Duft geht ohne Umwege direkt in das limbische System, unser Gefühls- und Erinnerungszentrum. Geht der Geruch mit einem Erlebnis einher, wird er hier langfristig gespeichert. Noch nicht einmal Bilder oder Geräusche behält unser Erinnerungsvermögen so lange auf Abruf.
Gerüche sind komplizierte Gemische. Was einem da als ein unverwechselbarer Duft in die Nase steigt, ist in der Regel ein Potpourri aus hundert oder gar tausend verschiedenen Molekülen. Kaffeeduft zum Beispiel, besteht aus rund 200 chemischen Einzelkomponenten, und der Duft einer Rose setzt sich aus über 500 Einzelstoffen zusammen. Allerdings reichen meist wenige sogenannte Leitsubstanzen aus, um einen Geruch zu erkennen. Die Leitsubstanz für Rosenduft zum Beispiel ist Geraniol. Wer Geraniol riecht, denkt sofort an Rosen – nimmt aber auch wahr, dass zum Geruch einer echten Rose noch irgendetwas fehlt.

“Es gibt die Vermutung vieler Züchter, dass die strenge Selektion auf Haltbarkeit an den Verlust des Duftes gekoppelt ist“, sagt Thomas Debener, der an der Universität Hannover allgemeine und molekulare Pflanzenzüchtung lehrt. Da in der Vergangenheit die Haltbarkeit der Rosen im Vordergrund stand, sei der Duft vermutlich unbeabsichtigt ausgekreuzt worden. Aber neuere Züchtungen beweisen, dass Duft und Gesundheit sich nicht ausschließen müssen. Diese Rosen verströmen einen betörenden Duft und stehen den duftlosen Rosen in Bezug auf Gesundheit keinesfalls nach.

Wir stellen Ihnen nun einige Duftrosen vor, die durchaus das Zeug haben, als Favoriten in Ihren Garten einziehen zu können.

Laguna – Kletterrose
Sie erfreut mehrmals den Sommer über mit ihren stark gefüllten Blüten. Nach runden, magentafarbenen Knospen zeigen sich kräftig rosafarbene Blüten, die einen starken Duft verbreiten. Der Strauch besitzt gesundes dunkelgrünes, leicht glänzendes Laub und klettert bis in 2,5m Höhe. Laguna ist so gut geeignet zum Bewachsen von Obelisken, Pyramiden und anderen Rankgerüsten. Züchter: W. Kordes’ Söhne 2003

Charles de Mills – Historische Rose
Sie ist mit ihren unverwechselbaren Blüten eine Bereicherung für jeden Garten. Ihre Knospen sind kugelig und entfalten sich zu großen, flachen, dicht gefüllten Blütenschalen in fantastischem karminrot mit purpurroten bis violetten Schattierungen. Die Blüten duften stark und sind oft in der Mitte geviertelt. Sie blühen in Büscheln im Juni über viele Wochen hinweg. Das Laubwerk ist dunkel graugrün, der Wuchs breitbuschig überhängend. Der Strauch wird aufgebunden etwa 2 m, freistehend um die 1,5 m groß.

Leda – Strauchrose
Diese Damaszenerrose erkennt man immer wieder leicht: Die recht großen, weißen Blüten haben stets einen feinen, karminroten Anflug. Stark gefüllt und verführerisch duftend zeigen sie in der Mitte ein Knopfauge. Regen widerstehen sie gut. ‘Leda’ blüht einmal reich im Frühsommer auf vieltriebigen, buschigen, etwa 1,5 m großen Sträuchern, die jedem Winter trotzen. Vereinzelt erscheinen im Herbst noch Blüten. Das Laub ist mittelgrün, ledrig und etwas derb.

Alfred Colomb – Historische Rose
Eine samtige, erdbeer- bis karminrote Rose mit dem herrlich süßen Duft der historischen Rosen! Die dicht gefüllten Blüten öffnen sich aus kugeligen Blütenknospen. Erblüht sind die großen Blumen becherförmig und in ihrer Mitte leicht gedreht. Die Blütenblätter sind teilweise am Rand leicht wellig oder geschlitzt. Sie blüht sehr zuverlässig nach und eignet sich bestens zum Schnitt für die Vase. Das Laub besitzt für eine Remontantrose eine gute Widerstandskraft. Der Strauch wächst dichtbuschig und aufrecht bis etwa 1,2 m Höhe.

Comte de Chambord – Portland-Rose
Diese Sorte gehört zur allerersten Wahl bei öfter blühenden Historischen Rosen! Die verblüffend schlanke, rosa Knospe entfaltet sich langsam zu einer dicht gefüllten Blüte mit gut 8 cm Durchmesser. Die Blütenblätter schimmern satinartig in einem reinen Rosa und formen erst einen Becher, zuletzt ordnen sie sich zu einer Schale. Meist stehen sie in Büscheln. Eingewachsene Büsche blühen fast kontinuierlich bis tief in den herbst. Ein sehr starker, reiner Damaszenerrosen-Duft rundet die Blütenschönheit ab. Der Wuchs ist eher aufrecht und schmal; die mit kleinen Stacheln besetzten Triebe werden ca. 1,2 m hoch. Das hellgrüne Laub ist sehr gesund und die Pflanze ist sehr winterhart.

Ferdinand Pichard – Strauchrose
Unter den gestreiften Rosensorten ist diese eine der besten, verlässlichsten – und schönsten! Die recht großen Blüten haben eine dunkelrosa bis rosarote Grundfarbe und hellrosa bis weiße Marmorierungen. Sie sind kugelig, gut gefüllt und duften intensiv. Während des ganzen Sommers erscheinen immer wieder neue Blüten in Büscheln auf den aufrecht wachsenden Sträuchern, die sogar an Obelisken bis auf gut 2,5 m Höhe gezogen werden können. Das glänzende, ledrige Laub bleibt gesund und attraktiv. Eine gute Winterhärte macht den Katalog ihrer Tugenden komplett.

Rose de Resht – Damaszener-Rose
Stark gefüllte, eher kleine, recht regenfeste Pompon-Blüten sitzen bei dieser Sorte markant direkt über dem hellgrünen, recht gesunden Laub. Die Blütenfarbe schwankt zwischen purpur- und kühlem kirschrot. Ein reiner, starker Damaszenerrosenduft geht von ihnen aus und durchdringt ganze Gartenpartien. Die spät austreibende Pflanze blüht trotzdem meist bereits Ende Mai. Zwei bis drei weitere Blütenschübe bringen duftende Zugaben bis in den Herbst. ‘Rose de Resht’ wird etwa 1 m x 1 m groß und eignet sich ausgezeichnet für niedrige Hecken. Durch den geschlossenen, kompakten Wuchs und ihre extreme Winterhärte ist sie auch als Hochstammrose erste Wahl.

Constanze Mozart – Romantikrose
Intensiv duftende Beetrose, deren elegant geformten Knospen sich zu nostalgisch geformten Blütenschalen öffnen. Besonders ihr belebend-fruchtiger Duft kombiniert mit einer sehr hohen Blattgesundheit machen diese Rose zu etwas Besonderem und einer der ersten Sorten der neuen PARFUMA-Kollektion. SM in Rom 2011. Benannt zum 250jährigen Geburtstag von Constanze Mozart im Januar 2012. Höhe ca 80 cm. Züchter: W. Kordes’ Söhne 2012

Gräfin Diana – Kleinstrauchrose
Besonders intensiv und harmonisch duftende Edelrose mit sehr elegant geformten violetten Knospen, die sich bei offener Blüte zu einem samtigen Purpur-Rot verfärben. Dabei ist die Blattgesundheit dieser Sorte ausgesprochen hoch und macht sie somit zu einem würdigen Mitglied der neuen PARFUMA-Kollektion. Benannt wird die Sorte zu Ehren des Namenstages von Gräfin Diana Bernadotte auf der Blumeninsel Mainau im Juni 2012.Höhe 100 cm. W. Kordes’ Söhne 2012

Cinderella ® – Strauchrose
Dolden mit meist vier kugeligen, zartrosa Blüten, die einen herrlich frischen Duft nach geriebenen Äpfeln verströmen, der sich in der Herznote pudrig zeigt. Eine gesunde, öfter blühende Märchenrose mit schönem überhängendem Wuchs. Iin günstigen Lagen auch als Kletterrose an Wand und Pergola zu verwenden. Das Laub ist gesund und widerstandsfähig, dunkelgrün und stark glänzend. Höhe ca. 170 cm. Züchter W. Kordes’ Söhne