„Süßer Schlaf! Du kommst wie ein
reines Glück ungebeten, unerfleht am willigsten. Du lösest die
Knoten der strengen Gedanken, vermischest alle Bilder der Freude
und des Schmerzes, ungehindert fließt der Kreis innerer Harmonien,
und eingehüllt in gefälligen Wahnsinn, versinken wir und hören
auf zu sein.“
Soweit
das Ideal, von keinem Geringeren als Goethe beschrieben. Die Realität
jedoch sieht häufig anders aus. Schlaflosigkeit scheint sich zu einer
Volkskrankheit entwickelt zu haben. Gehören doch Schlafmittel zu
den meistverwendeten Medikamenten überhaupt und damit zu den Verkaufsschlagern
der Pharmaindustrie. In einer Schweizer Umfrage gaben mehr als die Hälfte
der Befragten an, zumindest gelegentlich unter Schlafstörungen zu
leiden. Millionen von Menschen liegen also nachts schlaflos in ihren Betten:
Sie können nicht einschlafen, obwohl sie sich müde fühlen,
sie werden mitten in der Nacht wach oder erwachen am frühen Morgen,
lange vor der Zeit.
Nicht gegen alles ist ein Kraut gewachsen
Die Ursachen von Schlafstörungen können außerordentlich
mannigfaltig sein: Aufregungen, Sorgen oder persönliche Probleme,
Stress oder Konflikte, Krankheiten oder Umwelteinflüsse wie Lärm
oder eine fremde Umgebung. Auch das Wetter oder die Ernährungsgewohnheiten
können dafür sorgen, dass Menschen vergeblich auf eine ungestörte
Nachtruhe hoffen. Natürlich ist nicht gegen jedes dieser Probleme
ein Kraut gewachsen. Notwendige Änderungen in der Lebensweise lassen
sich nicht durch ein pflanzliches Mittel wettmachen.
Bei leichteren gelegentlichen Schlafstörungen jedoch können
alte bewährte Hausmittel und Verhaltensweisen Abhilfe schaffen und
für einen erholsamen Schlaf sorgen. Zu diesen Hausmitteln gehören
Heilpflanzen, deren beruhigende und entspannende Wirkung verbürgt
ist und die das Ein- und Durchschlafen auf natürliche Weise fördern.
Schlaf - Thema mit Variationen für Gelassene
Manchmal
allerdings hilft bereits ein wenig Gelassenheit und Gefühl für
den eigenen Rhythmus, der Schlaflosigkeit den Schrecken zu nehmen. Auch
beim Schlafen gleicht kein Mensch dem anderen: Strikt formulierte Volksweisheiten
wie: „Früh zu Bett und früh wieder auf, gibt gesunden
Lebenslauf“ oder „Morgenstunde hat Gold im Munde“
treffen eben nicht ohne weiteres für alle Menschen gleichermaßen
zu. Auch bei Menschen gibt es „Nachtigallen“ und „Lerchen“.
Die Stimmung der vormittags oft mürrischen „Morgenmuffel“
bessert sich meist erst am Nachmittag, sie arbeiten am besten abends und
können oft ohne Schwierigkeiten bis in die frühen Morgenstunden
wach und aktiv bleiben.
Ebenso
variabel ist die individuell benötigte Schlafdauer. Hier stehen die
Kurzschläfer den Langschläfern gegenüber. Nicht jeder,
der regelmäßig nur vier Stunden schlafend im Bett verbringt,
leidet also an Schlaflosigkeit. Von Napoleon, einem berühmten Vier-Stunden-Schläfer,
ist sogar die Auffassung überliefert, dass nur Dummköpfe und
Kranke mehr Schlaf bräuchten. Wie sehr er hier irrte, zeigen geniale
Langschläfer: Albert Einstein zum Beispiel verbrachte gerne zehn
Stunden im Bett und soll dort wesentliche Aspekte seiner Relativitätstheorie
entwickelt haben.
Rituale vor dem Schlafengehen können helfen, den Tag geruhsam ausklingen
zu lassen. Wir empfehlen Ihnen eine Tasse Kräutertee oder ein entspannendes
Kräuterbad. In unserem Wohlfühlkräuter-Katalog
stellen wir Ihnen bewährte Schlafkräuter vor, die bei richtiger
Dosierung das Einschlafen erleichtern, das Aufwachen gewährleisten
und nicht zum Dauergebrauch verführen. Gute Kräuter
sollten das alles können. Als Beispiel wollen wir Ihnen hier frische
Melisse empfehlen.
Melissa officinalis – Melisse
Melisse
hat eine beruhigende Wirkung auf das Herz und das Nervensystem und wird
deshalb bei Unruhe, Übermüdung oder nervösen Einschlafstörungen
verwendet. Besonders wohlschmeckend und wirksam ist ein mit Honig gesüßter
Aufguss aus den frischen Blättern, deshalb sollte man die Vegetationsperiode
nutzen. Der Aufguss aus getrockneten Blättern ist leider nur schwach
wirksam. In China heißt es, dass man seinen Tee süß trinken
soll, wenn man gut schlafen möchte. Inzwischen hat die moderne Wissenschaft
bestätigt, dass Kohlenhydrate schlaffördernd wirken. Ideal zum
Süßen ist Bienenhonig. Auch ein entspannendes, krampflösendes
Melissenbad wiegt in den Schlaf.
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