Die
Geschichte des Kleiderfärbens begann vermutlich martialisch: Unsere
steinzeitlichen Vorfahren haben ihre Kleider im Blut erschlagener Feinde
oder erlegter Tiere getränkt. Die eher Friedfertigen unter ihnen
werden irgendwann bemerkt haben, dass auch der Saft von Früchten
Farbveränderungen auf ihrer Kleidung hinterlässt.
Dumm nur, dass solchermaßen gefärbter Stoff im Laufe der Zeit
unansehnlich wurde. So begann die Suche nach dauerhaften Farbstoffen.
Und weil der Mensch als lernfähiges System gilt, haben unsere Ahnen
aus grauer Vorzeit immer bessere Methoden entwickelt, Farben auf Textilien
aufzubringen und diese auf der Faser zu fixieren – die Geburtsstunde
des Färbens mit anorganischen Farbpigmenten, aber auch mit Farbstoffen
aus Pflanzen und Fasern. Nicht unerwartet datieren entsprechende Funde
aus den ersten Hochkulturen vor rund 5000 Jahren.
Seither
ist die Kunst des Färbens mit Pflanzen ständig weiterentwickelt
worden, und bis heute haben diese natürlichen Produkte eine Nische
neben den dominierenden chemischen Färbemitteln behaupten können.
Wir in der Staudengärtnerei Gaissmayer, die wir auch Traditionen
pflegen, kultivieren einen beachtlichen Bestand an Färbepflanzen.
Viele von ihnen beeindrucken allein durch die Leuchtkraft ihrer Blüten,
andere bieten sich experimentierfreudigen Menschen zur Erprobung der alten
Kunst des Kleiderfärbens an. Praktische Wahrnehmung unsere Vorgeschichte
muss sich ja nicht allein auf Ritterspiele beschränken…
Deshalb haben wir beschlossen, unser Angebot
an Färbepflanzen in einem eigenen Katalog zu präsentieren.
Dieser Katalog enthält auch detaillierte Informationen zur Kunst
des Färbens mit Pflanzen und einen kurzen Abriss der Geschichte der
Färberei. Das sollten sie uns schon wert sein, die praktischen Helfer
unserer Vorfahren.
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