Wenn der Herbst Einzug in unsere Gärten hält, laufen manche Stauden und vor allem auch viele Gräser erst zur Hochform auf. Wieder andere ziehen sich bereits zurück, sie haben die beste Zeit im Jahr bereits hinter sich. So die Pfingstrosen. Kaum etwas erinnert in den Herbstmonaten noch an den frühsommerlichen, üppigen Charme.
Will man ältere Stöcke teilen - weil vielleicht der Gartenfreund von nebenan auch gerne am Pfingstrosenglück teilhaben will - ist nun die beste Gelegenheit. Mit dem oberirdischen Absterben gehen die Pfingstrosen nämlich in eine Art Ruhephase, in der das Teilen und Verpflanzen problemlos möglich ist. Und eben hierzu möchten wir eine kurze praktische Anleitung geben.
Um eine Pfingstrose zu teilen, muss sie vorsichtig ausgegraben werden. Evtl. noch vorhandenes Laub kann entfernt werden. Der Wurzelstock von Pfingstrosen besteht aus verdickten, rhizomartigen Speicherorganen, die sich in mehrere Teilstücke zerlegen lassen, um dann "vereinzelt" wieder aufgepflanzt zu werden.
Wichtig zu wissen ist folgendes: Bauernpfingstrosen (Paeonia officinalis) besitzen viele "schlafende Augen", d.h. dass sie aus quasi jedem kräftigen Wurzelstück auszutreiben vermögen. Edel-Pfingstrosen (Paeonia lactiflora) dagegen treiben nur aus den vorhandenen, gut sichtbaren, meist rot gefärbten Augen (Knospen) aus. Beim Zerlegen ist darauf zu achten, dass jedes Teilstück von Paeonia lactiflora mindestens drei Knospen aufweist, damit die Pflanzen schon im nächsten Jahr mit mehreren Trieben starten können.
Für den eigentlichen Vorgang des Teilens ist es hilfreich, den Wurzelstock nach dem Ausgraben zunächst mit einem Wasserstrahl auszuwaschen. So lassen sich die Struktur, also die vielfältigen Verzweigungen des Wurzelstockes sowie die Knospen besser wahrnehmen; und es fällt leichter zu entscheiden, ob und wo auch mal ein Messer zur Hilfe genommen werden muss.
Beim Wieder-Aufpflanzen bitte daran denken, nicht zu tief zu pflanzen, sonst werden die Pfingstrosen blühfaul - die Knospen also nur wenig mit Erde überdecken. Damit die Pfingstrose sich gut entwickeln kann, sollte ihr ein guter Gartenboden ohne allzu heftigen Wurzeldruck an einem sonnigen Plätzchen angeboten werden.
Für eine jährliche Düngung mit ausgereiftem Kompost oder Hornspänen sind Pfingstrosen dankbar, das steigert zudem den Blütenreichtum. Ansonsten wünscht sich die Pfingstrose nicht viel mehr, als ungestörte Ruhe! Das klingt pflegeleicht und unkompliziert. Und ist es oft auch. Haben sich Pfingstrosen einmal etabliert - mehrere Jahre dauert es meist, bis sie voll entwickelt sind - dann sind sie stets treu wiederkehrende Blickfänge im Garten. Pfingstrosen zählen nämlich zu den langlebigsten Stauden überhaupt. Viele Jahrzehnte können sie am selben Standort stehen und uns Jahr für Jahr erfreuen. Wer also eine Pfingstrose pflanzt, legt damit den "Grundstein" für eine langjährige Freundschaft!
Bild oben: Wurzel von Paeonia lactiflora 'Madame Furtado'
Bild unten: Wurzel der intersektionellen Hybride 'Hillary'
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