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Anis-Ysop
ist überhaupt nicht mit dem Ysop (Hyssopus) verwandt, sondern
gehört zur vielgestaltigen Familie der Agastachen. Diese
Lippenblütler stammen vorwiegend aus Nord- und Mittelamerika. Eine
ganze Reihe von ihnen hat sehr aromatische Blätter, so auch der Anis-Ysop
(Agastache anisata oder A. foeniculum), bei dem sie
tatsächlich an die Süße des Anis erinnern.
Andere Agastachen-Arten
bieten zudem äußerst schmackhafte Blüten, wie etwa der
Lemon-Ysop (Agastache mexicana) und die von diesem ausgelesene
Sorte 'Toronjil Morado‘ oder die Agastache 'Orange Sunrise‘,
deren rote Blüten fast wie Orangeade schmecken.
Manche
Agastachen bilden recht hohe Stauden – die Blütenstände
von 'Toronjil Morado‘ oder der Koreanischen Minze (Agastache
rugosa) bringen es auf mehr als einen Meter. Andere Arten sind zierlicher
und niedriger, wie die genannte 'Orange Sunrise‘ oder die Agastache
'Firebird‘ (A. coccinea x rupestris).
Die Blütenstände von Koreanischer Minze – in den Farben
blau oder weiß – und von Anis-Ysop bestehen aus kompakten
Kerzen dicht gedrängter, kleiner Blüten. Andere Arten weisen
lockere Blütenschöpfe auf, wieder andere haben zahlreiche große
Einzelblüten an einem langen, aufrechten Stiel (so die schöne
'Apricot Sunrise‘ (A. x aurantiaca) oder die 'Firebird‘).
Agastachen
wirken am schönsten in Gruppen. Die verschiedenen Arten lassen sich,
mit den unterschiedlichen Wuchshöhen, Blattformen und Blütenfarben,
sehr gut miteinander kombinieren. Während der Blütezeit wirken
sie als regelrechte Magneten für Schmetterlinge und Wildbienen. Aber
Agastachen sind auch bei Nacktschnecken sehr beliebt; wenn man
nichts unternimmt, können im Nu sämtliche jungen Austriebe abgefressen
sein, und auch an den hochgewachsenen Stauden kriechen die Schnecken hoch,
denen die Blätter offenbar ebenso köstlich schmecken wie uns.
Nicht alle Agastachen
sind zuverlässig frosthart. Die Frostbeständigkeit hängt
aber auch von Bodenbeschaffenheit und Standort ab. Zu den winterhärtesten
gehören nach meiner Erfahrung die Koreanische Minze und der Anis-Ysop.
Dessen leere, verdorrte Blütenstände wirken auch im Winter ausgesprochen
dekorativ. Ich
schneide die Pflanzen erst im März, rechtzeitig vor dem neuen Austrieb,
bis auf den Stock zurück.
Überhaupt sollte man die Stängel und Blütenstände
der meisten Kräuterstauden den Winter über stehen lassen. Viele
von ihnen geben immer wieder schöne Bilder ab – von Raureif
überzogen oder mit Schnee bepudert, oder mit ihren oft filigranen
Silhouetten im flachen Licht der Wintersonne.
Text und Foto "Anis-Ysop im Raureif" aus:
Im Kräutergarten - Kalender für das Jahr 2004.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Prof. Ludwig Fischer
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