Nach unseren Erfahrungen reagiert keine andere Staude so
ausgeprägt auf die regionalen Unterschiede von Klima und Boden wie Phlox
paniculata. Gerade deshalb sind regionale Kenntnisse besonders wichtig.
Die Sorten müssen regional erprobt werden beziehungsweise man muss sich
auf das Wissen der ansässigen Staudengärtner verlassen, um die besonders
gut geeigneten Sorten in Erfahrung zu bringen.
Sichtungsergebnisse mit dem Resultat, dass bestimmte Sorten entbehrlich
sind, sollten deshalb mit Skepsis betrachtet werden.
Hierzu einige Beispiele: In der Region um Dießen am Ammersee mit außerordentlich
hohen Niederschlägen und schweren Böden bewährt sich eine Sorte,
bei der es sich vermutlich um 'Prospero' handelt, auffallend gut. Sie
wird von Garten zu Garten weitergelobt. In den Jahren 1993 und 1994
wurden
auf Antrag der "Königlichen Vereinigung Boskooper Kulturen"
Phlox-Sorten der Paniculata-Gruppe zusammengetragen, in einer
Baumschule aufgepflanzt und in den Jahren 1994 bis 1996 auf ihren Zier-
und Gebrauchswert hin beurteilt.
Von den etwa 100 Sorten wurden 45 positiv bewertet. 29 Sorten können
nach Meinung der Sichter aus dem Sortiment eliminiert werden, weil ihre
Blütenfarben zu ähnlich sind, weil sie zu schlecht wachsen oder zu anfällig
für Krankheiten sind. Entbehrlich wären demnach Sorten wie 'Antoinette
Six', bei uns in Illertissen eine der besten weiß blühenden
Sorten, oder 'Pünktchen' -
eine Züchtung von Heinz Hagemann - mit 60 cm sehr niedrig bleibend,
hellrosa mit schönem Auge und später Blüte. 'Pünktchen' ist bei uns
eine der vitalsten Sorten überhaupt. Wir möchten auf sie wegen ihres
kompakten Wuchses und ihrer Blütenfarbe keinesfalls verzichten.
In den Sichtungsgärten in Nürtingen und Weinheim wurden in einer Vergleichspflanzung
verschiedene Phlox-paniculata-Sorten beobachtet. Die Sorten 'Graf
Zeppelin', 'Kirmesländler', 'Rosenlicht' und 'Sternhimmel' wurden an beiden
Standorten negativ beurteilt. Bei uns gehören die vier zu den Spitzensorten.
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