
Der
robuste und gesunde Großblatt-Phlox,
der seine Blüte gleichzeitig
mit dem Hohen Sommer-Phlox beginnt, ist eine gute Wahl für Pflanzplätze,
die Phlox paniculata keine idealen Bedingungen bieten. Phlox
amplifolia verträgt Trockenheit und Wurzeldruck von Gehölzen
und Stauden wesentlich besser als der
Hohe Sommer-Phlox und kommt auch mit Hitze und Halbschatten gut zurecht.
Er ist zudem wesentlich resistenter gegen
Stängel-Älchen oder Nematoden und Pilzkrankheiten wie Mehltau.
Seine Blüten in zarten und leuchtenden Farbtönen von Rosa bis
Weiß fügen sich wunderbar in naturhafte Pflanzungen am Gehölzrand
ein. Inzwischen gibt es, wie bei der Sorte 'Winnetou', jedoch auch kräftigere
Blütenfarben im rötlich-violetten Bereich. Eine ganz besondere
Empfehlung ist die wunderschöne weiße Sorte 'David' wert.
Phlox amplifolia hat die größten Blätter der
Gattung Phlox. Das breite Blatt ist an der Kante gesägt und auf
der Unterseite fein behaart. In der Wuchsform ist Phlox amplifolia dem
Hohen Sommer-Phlox
sehr ähnlich. Durch kurze Ausläufer breitet er sich langsam
aber stetig aus und bildet große, dichte Horste. Die kräftigen
Stängel von Phlox amplifolia tragen mitunter rote Flecken
und stehen straff aufrecht. Die Wuchshöhe ist abhängig von
den Bodenverhältnissen
und vom Standort. Sie kann bei idealen Bedingungen und guter Nährstoffversorgung
bei einigen Sorten bis zu 170 cm erreichen. Der rispige Blütenstand
setzt sich aus vielen kleinen Blütendolden zusammen und kann beachtlich
groß und üppig werden.
Ein besonderer Vorzug der Amplifolia-Sorten ist ihre lange Blütezeit,
die oft von Juli bis in den September hinein andauert. Wenn man glaubt,
sie seien verblüht, dann fangen sie an, an den Seitentrieben neue
Blüten zu bilden. Wenn man diesen Wild-Phlox zu früh schneidet,
bringt man sich also um späte Blütenfreuden.
Die Heimat von
Phlox amplifolia liegt in den USA, im Bereich der südlichen
Appalachen und im Hochland von Tennessee/Missouri. Dort besiedelt er
lichte Wälder und Gehölzränder mit durchlässigen,
lehmigen, humosen Böden und bildet entzückende Pflanzengemeinschaften
mit anderen einheimischen Pflanzenschätzen wie z. B. Dreiblatt (Trillium),
Leberblümchen (Hepatica) und der Hängegoldglocke (Uvularia).
Im Garten findet er ideale Bedingungen auf tiefgründigen, durchlässigen
Lehmböden. Eine humose Mulchauflage weiß er zu schätzen.
Er ist unempfindlich gegen den Wurzeldruck von Gehölzen und Staudennachbarn
und eignet sich hervorragend für Gehölzrandpflanzungen.
Bei
uns ist dieser Phlox ausgesprochen gesund und hat bei den meisten Sorten
bisher keinerlei Anfälligkeit gegen Älchen, Mehltau
und Blattflecken gezeigt. Zusammenfassend kann festgestellt werden,
dass Phlox amplifolia, seine Hybriden und Auslesen eine große
Bereicherung für Gärten sind, die dem Hohen
Sommer-Phlox keine
idealen Bedingungen bieten. Der robuste, konkurrenzstarke und gesunde
Großblatt-Phlox erschließt
der Gattung Phlox damit neue Lebens- und Klimabereiche, die sich für Phlox
paniculata-Sorten nicht eignen. Über Erfahrungen
mit Phlox-Amplifolia-Sorten auf trockenem Brandenburger
Sandboden berichtet Christian Seiffert.
|