Inbegriff
der Kräuterkultur ist (bisher) die Pfefferminze.
Im alltäglichen Sprachgebrauch werden häufig alle Minzen als
Pfefferminzen bezeichnet. Die echte Pfefferminze (Mentha x piperita)
ist eine sortenechte Kulturpflanze, die sich nur über Stecklinge
und Ausläufer vermehren lässt, da sie steril ist und keine Samen
ansetzt. Säen Sie mit Neugier – aber erwarten Sie keine Pfefferminze!
Die klassische Pfefferminze - die Heilpflanze des Jahres 2004 - ist eine
relativ junge Pflanze – erstmals wurde sie 1696 von dem Engländer
Ray (Raius) beschrieben. Er berichtet, Dr. Eaton aus Hertford habe diese
Kulturform als einen Bastard von Mentha
spicata gefunden. 1721 wurde die Pfefferminze im Arzneibuch der
Stadt London genannt und ist etwa zur gleichen Zeit auch in Deutschland
eingeführt worden.
Pfefferminze: Sortenvielfalt
Unsere Sorten, die den Namen Pfefferminze wirklich verdienen, werden
seit langem auch feldmäßig angebaut, für Medizin, Aromastoffe
und Tees. Wir vermehren die dunkellaubige Pflanze in der englischen
Herkunft
als auch – neu – in einer süddeutschen Auslese namens
'Eichenau'
sowie in den als BLBP-Minzen gekennzeichneten, ölreichen und resistenten,
neuen Sorten 'Agnes',
'Pluto',
'Persephone'
und 'Proserpina'
von der Bayerischen Landesanstalt für Boden- und Pflanzenkultur
Weihenstephan:
Pfefferminze
im Versand
Pfefferminze: Heilwirkungen
Pfefferminzen
haben ein wahrhaft pfeffriges Aroma, sie kühlen und beleben. Ein
Schrecken für den Gaumen ohnehin schon Halswehgeplagter, sagen die
einen; Balsam für die Bronchien und als Badezusatz für müde
Beine behaupten die anderen. Schon das Riechen an den gequetschten Blättern
wirkt sich günstig auf den menschlichen Organismus aus und öffnet
verstopfte Atemwege; aufgelegt lindern Minzeblätter den Schmerz nach
Insektenstichen. Pfefferminze ist kein guter Badezusatz, da das Wasser
kalt wirkt, aber für ein sehr erfrischendes Fußbad gut geeignet.
Heute kennen wir die Pfefferminze vor allem als krampflösenden Tee
bei Magen- und Darmbeschwerden. Sie fördert die Gallenproduktion,
wirkt verdauungsfördernd und appetitanregend. Achtung: Der hohe Gehalt
an scharfem Menthol schlägt bei Dauergebrauch auf den Magen. Pfefferminzen
sind deshalb in Maßen zu genießen und nicht für Kleinkinder
geeignet.
Aber: Haben Sie schon einmal einige Pfefferminze-Zweige ins Kartoffelkochwasser
gegeben? Wenn nicht, dann haben Sie etwas versäumt! In angelsächsischen
Ländern schon seit längerem – zunehmend auch bei uns –
wird die Pfefferminze auch für kulinarische Köstlichkeiten genutzt.
Getränke, Süßspeisen, Salate und Fleischgerichte werden
heute mit Begeisterung „geminzt“. Doch wer kennt schon Pfefferminzöl
zum Feldsalat, kandierte Minze oder gar Minzblatt-Schokolade, natürlich
mit der Schoko-Minze
selbstgemacht?
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