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Iris – die Göttliche


Ein Multi-Talent: Wiesen-Iris - Iris sibirica

Horst von Iris sibiricaDie Wiesen-Iris - oder auch sibirische Schwertlilie genannt - und ihre zahlreichen Sorten zählen, nach den Bart-Iris, zu den gärtnerisch am meisten verwendeten Vertretern aus der Welt der schier unüberschaubaren Iris-Vielfalt.

Iris sibirica ist hierzulande keine unbekannte, exotische Schönheit, denn ihr natürliches Verbreitungsgebiet dringt aus dem Osten bis nach Mitteleuropa vor, und somit ist sie auch in Deutschland heimisch. Nur wenige werden sie allerdings schon am Naturstandort wie z. B. im östlichen Niedersachsen, am Oberrhein oder am Bodensee, wie auch in Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern gesehen haben, denn die Bestände der feuchtigkeitsliebenden Art sind durch Trockenlegungen, Nutzungs-Intensivierungen und Eutrophierung stark im Rückgang begriffen. Ein Grund für die "Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt", die gefährdete Art im Jahr 2010 zur Blume des Jahres auszurufen und verstärkt ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Iris sibirica 'Cambridge'Zu finden ist die Art auf feuchten Wiesen, an Teichufern, Flutmulden, Gräben oder Niedermooren. Dass die Pflanze aber eigentlich eine recht weite Standortamplitude verträgt, macht sie als Gartenpflanze besonders interessant. So kommt sie auf normalen Gartenböden in aller Regel bestens zurecht und verträgt sogar kurzfristige Trockenheit problemlos. Sie liebt die Sonne, gedeiht aber auch im Halbschatten, bevorzugt leicht sauren Boden, toleriert aber auch kalkhaltige Böden. Lediglich auf zu hohe Stickstoffgaben reagiert sie empfindlich und gibt sich etwas zimperlich, wenn das Laub zu früh zurück geschnitten wird; zwei Punkte, die ohnehin nur "übereifrige" Gärtner in Angriff nehmen werden. Rundum umkompliziert also – eine Gartenpflanze, die wenig Aufmerksamkeit benötigt, die Iris sibirica 'Viel Schnee'Blicke aber von selbst auf sich zieht, wenn im Mai und Juni eine Blüten-Symphonie in Blau über den Blatthorsten zum Schweben kommt. Es sind aber nicht nur die schön geformten, farbenprächtigen Blüten, die die Wiesen-Iris als Gartenpflanze so attraktiv machen. Tatsächlich bildet Iris sibirica von allen Irisarten die schönsten Blatthorste aus. Außerhalb der Blütezeit meint man ein straff wachsendes Ziergras oder eine Art Schilf vor sich zu haben. So fügen sich die Pflanzen gut in jede Staudenrabatte und machen sogar als Begleiter von nicht zu hohen Strauchrosen eine gute Figur. Weiterhin schmückt sich die Pflanze mit außerordentlich hübschen Samenständen, die bis zum Frühling Akzente im winterlichen Garten zu setzen vermögen.

Samenstand von Iris sibiricaAufgrund ihres hohen Gartenwertes wurde und wird Iris sibirica seit langer Zeit und bis heute (vor allem in den USA, aber auch hierzulande) züchterisch bearbeitet. Nicht nur das Farbspektrum, sondern auch Blütengröße und –form waren Gegenstand des Interesses. Die eigentliche Domäne der Wieseniris liegt im Bereich der Blau- und Violetttöne in wirklich allen Schattierungen. Neben Weiß gesellen sich mittlerweile weinrote und gelbe Töne hinzu sowie in modernen Züchtungen eher waagrechte (und rundlich geformte) als nach unten zeigende, schmale Hängeblätter.

Neben den älteren, sehr guten Sorten, wie 'Caesar's Brother' oder 'Elfe' in schillerndem Violettblau mit mehr oder Iris sibirica 'Butter and Sugar'weniger ausgeprägten Strichelungen an den Hängeblättern, überzeugt u. a. die neuere 'Schöne Maid'. Etwas ganz Besonderes ist 'Butter and Sugar' - mit dem zuckerweißen Dom und den buttergelben Hängeblättern. Die äußerst reich blühende weiße Sorte 'Viel Schnee' glänzt in reinstem Weiß, während sich 'Blue Celeste' und 'Perry's Blue' in Hellblau gewanden.
Zu bedenken ist, dass die neueren Sorten (mit oft fast extravaganten Blüten) etwas anspruchsvoller als die Wildart und die älteren Auslesen sind und deshalb im gepflegten Staudenbeet bzw. der Rabatte richtig sind, wobei vollsonnige Lagen den Blütenreichtum steigern. Gegensätzliche Blattformen, wie sie u. a. Trollius, Ligularia oder Hosta aufweisen, bieten reizvolle Kontraste. Sollten die Blatthorste mit der Zeit von innen her verkahlen, ist es an der Zeit, die Pflanzen durch Teilung (im Frühjahr oder Herbst) zu verjüngen. So kann man über Jahrzehnte hinweg Freude an den unkomplizierten Wiesen-Iris haben.

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