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Lavandula angustifolia - Lavendel: Heilpflanze 2008

Lavendelfeld in der Provence

Finden Sie nicht auch, dass der Duft von Lavendel sofort Erinnerungen weckt? Für die einen ist es der Wäscheschrank der Großmutter, die anderen denken an flirrende Hitze in der Provence mit blühenden Lavendel-StimmungLavendelreihen bis zum Horizont. Keine andere Pflanze repräsentiert so sehr die Leichtigkeit des Lebensgefühls Südfrankreichs.

Lavandula angustifolia - der Echte Lavendel, die Heilpflanze 2008 - wird auch Lavandula vera oder Lavandula officinalis genannt. Aus dem Echten Lavendel, der neben anderen Lavendel-Sorten in der Provence feldmäßig angebaut wird, destilliert man ein hochwertiges und teures ätherisches Öl. Es wird sowohl in der Parfümindustrie als auch für Heilzwecke verwendet.

Den größten Teil der Anbauflächen in der Provence nehmen allerdings die Sorten des Lavandin- bzw. Provence-Lavendels ein. Diese Hybridform Lavandula x intermedia ist Lavendelseifeaus einer Kreuzung von Lavandula angustifolia mit Lavandula latifolia hervorgegangen. In der Provence wird daraus Lavandin-Öl gewonnen. Das im großen Stil zum Parfümieren von Wasch- und Spülmitteln oder Seifen verwendete Lavandin-Öl ist weniger wertvoll und deshalb deutlich preisgünstiger als das kostbare, heilkräftige Öl des Echten Lavendels.

Heilpflanze mit Tradition

 Lavandula angustifolia 'Hidcote Blue'Als Heilkraut hat Lavendel vor allem in der Klostermedizin eine lange Tradition. Verwendet werden die Blüten. Sie enthalten ätherisches Öl, aber auch Gerbstoffe, Cumarine und Flavonoide. Dem Lavendel wird eine schmerzlindernde, desinfizierende und beruhigende Wirkung zugeschrieben. Bei Kopfschmerzen und Migräne kann Lavendel Nerven und Muskulatur entspannen und so sehr hilfreich sein. Der Aufguss der Blüten kann als beruhigender Tee bei Stress, Nervosität, Herzklopfen, Übererregbarkeit und während der Wehen gute Dienste leisten. Seine desinfizierende Wirkung empfiehlt Lavendel für Dampfbäder oder zum Gurgeln bei Halsentzündungen und Atemwegsinfektionen. Lavendelblütentee vor dem Schlafengehen, ein Lavendelstrauß im Schlafzimmer oder ein Säckchen mit Lavendelblüten fördern den guten Schlaf. Mitunter reicht es aus, einen Tropfen Lavendelöl auf das Kopfkissen zu geben.

Getrocknete LavendelblütenDer Name des Krautes soll sich vom lateinischen lavare ableiten, dem Waschen. Mit dem Duft von Lavendel war schon immer die Vorstellung von Reinlichkeit verbunden. Als Zusatz zum Wasch- und Badewasser ist Lavendel von alters her in Gebrauch und soll sich besonders im alten Rom großer Beliebtheit erfreut haben.

Lavendelbäder wirken harmonisierend, beruhigend und entspannend. Ein Fußbad mit Lavendel nützt dem, der unter Fußschweiß leidet. Für ein erfrischendes Schönheitsbad lässt sich Lavendel mit Rosmarin und duftenden Rosenblüten kombinieren.

Lavendelgeist oder Lavendelwasser sind altbewährte Mittel gegen fettige, unreine Haut und große Poren. Im Waschwasser wirken sie erfrischend und belebend. Einige Tropfen ätherisches Lavendelöl verwandeln ein hochwertiges natürliches Öl wie z. B. Olivenöl, Jojobaöl oder Mandelöl in ein entspannend wirkendes und pflegendes Massageöl, das auch bei leichtem Sonnenbrand sehr empfehlenswert ist. Besonders beliebt ist Lavendel auch, weil er Mücken, Motten und andere Insekten vertreibt oder vom Kleiderschrank fern hält. Ein Lavendelstrauß oder einige Tropfen Lavendelöl sorgen für einen entspannend wirkenden Raumduft.

Duftgarten mit mediterranem Flair

Lavendelhecke, hier in Rosa...In einem sonnigen Duftgarten ist Lavendel unentbehrlich. Sein intensives Aroma, sein mediterranes Flair, seine hochsommerliche Blüte von Weiß über Rosa bis Blau und Tiefviolett machen ihn zum unentbehrlichen wintergrünen Kleingehölz, das auch im winterlichen Garten für Struktur sorgt. Dabei kann die Verwendung von Lavandula angustifolia gemeinsam mit dem deutlich später blühenden Lavandula x intermedia die Blühzeit verlängern und damit auch eine Verlängerung des Dufterlebnisses mit sich bringen.

Lavendel lässt sich vielseitig verwenden. Seinem natürlichen Vorkommen in den sonnigen Hängen des westlichen Mittelmeerraumes entspricht am meisten eine Felssteppe oder macchia-artige Gartenlandschaft. Hier kann er zusammen mit Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus) mit Thymianen, mit Ysop oder anderen mediterranen Kräutern, Gamander und Salbei stehen. In klimatisch günstiger Lage passt auch die Zistrose (Cistus laurifolius) wunderbar in diese hocharomatische Pflanzengesellschaft. Lavendel passt gut zu graulaubigen PflanzenLavendel lässt sich phantastisch als Solitärstrauch an markanten Stellen im Garten verwenden. Er eignet sich wunderbar für niedrige Hecken, etwa um Stauden- oder Rosenrabatten, entlang von Mauern oder Wegen.

Lavendel sollte stets vollsonnig stehen, niemals stark bedrängt von Staudennachbarn. Er braucht durchlässigen, kalkhaltigen, nährstoffarmen Boden. Die Winterhärte hängt entscheidend von einem sonnigen Standort  Lavandula angustifolia 'Twickel Purple'mit sehr durchlässiger Erde ab. Obwohl Lavendel viel Sonnenschein liebt, ist etwas Schutz vor Wintersonne ratsam, um starke Temperaturschwankungen zu vermeiden. Ein gut dränierter Boden ist für Lavendel überlebenswichtig. Jegliche Staunässe, vor allem im Winter, kann ihm den Garaus machen! Bei allen Lavandula x intermedia-Sorten ist ein guter Winterschutz nicht nur ratsam, sondern in kühlen Gegenden unerlässlich. Nach der Blüte leichtes, im späten Frühjahr stärkeres Einkürzen der Triebe hält die Pflanzen kompakt. Lavendel sollte knapp auf ein Drittel in Kugelform eingekürzt werden. Die für Insekten wichtige kalkliebende Pflanze eignet sich zum Schnitt.

Lavendel kann, besonders wenn er durch Aussaat vermehrt wird, in Höhe, Wuchs und Blütenfarbe variieren. Die Sorten des Echten Lavendels, die wir Ihnen in unserem e-Shop vorstellen, werden ausschließlich vegetativ, d.h. durch Stecklinge, vermehrt, um ihre wertvollen Eigenschaften zu bewahren. Die Heilwirkungen bleiben bei der vegetativen Vermehrung erhalten.

 
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