Symphytum
- Beinwell
Der botanische Name Symphytum (zusammenheilen) und ebenso die
deutsche Bezeichnung Beinwell weisen auf die Hauptwirkung der Pflanze
hin: Heilung von offenen Wunden und Linderung bei Knochenbrüchen.
Hildegard von Bingen empfahl Beinwell als eines der wertvollsten Heilkräuter
der Volksmedizin, bemerkte allerdings gleichzeitig: „Die innere
Anwendung von Beinwell bringt die gesamte Ordnung der Körpersäfte
durcheinander. Aber auf die Haut aufgetragen, heilt er die Geschwüre
der Glieder.“
Die pürierten Blätter oder ein Brei aus der Wurzel sollen,
auf die Haut aufgetragen, die Heilung von Wunden und (offenen) Knochenbrüchen
befördern. Bei Verstauchungen, Zerrungen, Krampfadern, Gürtelrose,
Rheuma, Arthritis und Muskelkater soll Beinwell-Salbe eine positive Wirkung
entfalten. Der Wirkstoff Allantoin ist maßgeblich für diese
Wirkung des Beinwells. Nachweislich regt er die Durchblutung an und aktiviert
die Zellbildung.
Unter allen Pflanzen enthalten Beinwell-Wurzeln am meisten Allantoin.
Diese Substanz, die auch in der Kosmetik als Hautpflegemittel eine große
Bedeutung hat, ist in ihrer natürlichen Form wirksamer als das synthetisch
hergestellte Produkt. Der Allantoingehalt der Wurzel soll in den Monaten
Januar, Februar und März am höchsten sein. Neben Allantoin enthält
Beinwell Schleim- und Gerbstoffe, Alkaloide, Harze, Cholin, Kieselsäure
und ätherisches Öl.
Auch innerlich angewendet werden Beinwell in der Volksmedizin immer wieder
heilsame Wirkungen, z. B. bei Lungenleiden und bei entzündlichen
Magen- und Darmerkrankungen,
nachgesagt. Vor allem bei strengen Vegetariern steht die Pflanze in hohem
Ansehen, verfügt sie doch über viele Mineralstoffe und Eiweißverbindungen
und beträchtliche Mengen des ansonsten bei Pflanzen eher seltenen
Vitamins B12. Eine innerliche Anwendung der Pflanze sollte jedoch vermieden
werden, da die in Beinwell enthaltenen Pyrrolizidin-Alkaloide als leberschädigend
gelten und in Tierversuchen Krebsentstehung gefördert haben. Dazu
Jürgen Dahl: "...es bleibt ein Jammer, dass wir eine so
bereitwillig gewährende Pflanze nicht essen dürfen und uns nur
ersatzweise das Wort Pyrrodizidinalalkaloide auf der Zunge zergehen lassen
können.“
Im englischen Sprachraum wird die Bezeichnung "Comfrey" allgemein
für Beinwell verwendet. Unter der Bezeichnung "Comfrey" wird
hierzulande jedoch häufig Symphytum x uplandicum (alt: S.
perigrinum) verstanden. Die kalium- und stickstoffreichen Blätter
eignen sich hervorragend als Kompostierhilfe, zur Herstellung von düngender
Jauche oder zum Mulchen.
Inzwischen gibt es wunderschöne, sehr schmückende Beinwell-Sorten
in unterschiedlichen Blütenfarben. Der Pflanzplatz sollte jedoch
mit Bedacht gewählt werden. Beinwell bleibt, ob man will oder nicht,
er wird zum Freund für's Leben. In großen Naturgärten,
in Teichnähe, auf Feuchtwiesen oder am schattigen Gehölzrand
steht diese Pflanze richtig. Bitte nicht auf zu trockene Standorte pflanzen!
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