Die individuelle Grabgestaltung erzählt am besten
vom Leben des Verstorbenen und der Liebe seiner Angehörigen und spendet
Trost in der Trauer. Das Wachsen, Blühen und Welken der Pflanzen
symbolisiert Leben und Tod.
Besonders
die jährlich wiederkehrenden Stauden stehen für diesen Kreislauf
des Lebens. Der ewige Kreislauf der Natur, Werden und Vergehen, Geburt
und Tod – dies alles spiegelt sich im Lebensrhythmus der Pflanzen,
im alljährlich wiederkehrenden Wandel der Jahreszeiten.
Nach antikem Glauben raubte der Herrscher der Unterwelt die Tochter der
Fruchtbarkeitsgöttin. Ein Drittel des Jahres verbrachte sie fortan
im Totenreich, während zwei Dritteln durfte sie zu ihrer Mutter auf
die Erde zurückkehren. Dann erwachte die Vegetation zu neuem Leben,
keimte die Saat, erblühten Blumen und Bäume, wuchs die Frucht
heran bis schließlich alles dahinwelkte und erstarb, wenn die Zeit
vorüber war.
Diese Naturvorgänge symbolisieren bildhaft unser eigenes Leben,
ihre Betrachtung kann uns Trost und Frieden schenken. Der Tod steht nicht
für das Ende, sondern wird zu einer Phase der Ruhe vor dem Neubeginn.
Die Grabbepflanzung kann diese Naturvorgänge aufgreifen.
In der Natur und im Garten sind es vor allem die dauerhaften Pflanzen,
Bäume, Sträucher und mehrjährige Stauden, die uns diese
stets wiederkehrende Entwicklung beispielhaft vor Augen führen. Warum
also sollten wir nicht mit ihnen unsere Friedhöfe und Gräber
schmücken, ihren allmählichen, natürlichen Wandel im Lauf
der Jahreszeiten zum Thema unserer Pflanzungen zur Grabgestaltung machen.
Warum nicht mit ihnen und durch sie ein Zeichen setzten für das unabänderliche
Werden und Vergehen im Kreislauf der Natur.
In Zusammenarbeit mit Aeternitas e. V., der Verbraucherinitiative Bestattungskultur,
haben wir vier Vorschläge für eine dauerhafte Grabbepflanzung
mit Blütenstauden, Gräsern und Farnen entwickelt. |