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Sechs Wochen Trockenheit und Hitze im Sandgarten
Trockenheit und Hitze verkraftet jeder Garten, solange jemand anwesend
ist und gießt und pflegt. Aus verschiedenen Gründen blieb
der jamlitzer Garten im Juli ohne diese Pflege. Und als wir ihn Ende
Juli wiedersahen, waren wir ziemlich entsetzt.
Dass der hohe Stauden-Phlox z. T. bis zum Boden vertrocknet war, damit
mussten wir rechnen. Dass aber Polsternelken regelrecht verschwunden
waren, verwunderte doch sehr, suggeriert ihr bläuliches Blatt doch
Trockenresistenz. Am schockierendsten war der Anblick des heimischen
Sand-Thymians, Thymus serpyllum. Nur an einer beschatteten Stelle waren
einige Triebe am Leben geblieben. Überall sonst war er schwarz,
verbrannt.
Ähnliche böse Erfahrungen musste ich mit der heimischen Calluna
vulgaris machen: Obwohl sie im 3. Jahr standen, sind einige Pflanzen
vertrocknet. Anderen hat die Hitze nichts ausgemacht, wieder andere beginnen
jetzt aus der Mitte heraus neu zu treiben. Das Heidekraut, hier überall
an den Straßen- und Waldrändern vorkommend, hat nicht nur
im Garten gelitten, auch draußen blüht es nur schwach und
ist teilweise braun, vertrocknet.
Gar nicht bekommen ist diese Witterungsphase vielen nordamerikanischen
Stauden: Rudbeckien, Prachtscharten, fast allen Astern. Löbliche
Ausnahmen machten bei den Astern Aster amellus und Aster
ageratoides 'Asran', beides europäisch-asiatische Arten.
Geradezu willkommen war dieser heiße Sommermonat den Madonnen-Lilien.
Kaum hatte es zu regnen begonnen, trieben sie kräftig mit gesundem
Blatt aus. Sicher hat dazu auch eine Gabe verrotteten Pferdemists in
der Ruhezeit beigetragen. Auch der große Staudenmohn, Papaver
orientale,
hat seine hochsommerliche Ruhezeit bestens überstanden und treibt
kräftig aus.
Wir hatten ja einen mediterranen Hochsommer, einen Hochsommer ohne das
sonst übliche Regenmaximum im Juli. Zwangsläufig haben sich
einige Pflanzen „wie zu Haus“ gefühlt und sehen prächtig
aus.
Für die Iris barbata-Verwandtschaft war dieser Sommer ein Fest.
Wenn ich mich nicht täusche, wird es 2007 eine große Iris-Blüte
geben.
Bei den Tulpen und Wildtulpen kann man das jetzt noch nicht beurteilen,
aber garantiert hat ihnen die Trockenheit sehr gut getan. Auch die mediterranen
Gehölze
sind bestens davongekommen. Ob Salbei, Lavendel, Cistus laurifolius,
Santolina chamaecyparissus, ihnen allen hat dieser Sommer gefallen.
Sehr unterschiedlich verhalten sich die Thymiane.
Der fast vernichtete Sand-Thymian wurde schon erwähnt. Ohne Schaden
durchgekommen sind
Thymus
longicaulis ssp. odoratus, Thymus
neicefferi sowie Thymus
vulgaris 'Tabor'. Richtig gelitten hat Thymus
odoratissimus, ist aber nicht verloren,
er bildet neue Triebe.
Während die amerikanischen Blattstauden litten, haben die amerikanischen
wie die eurasischen Gräser die Hitzewelle unbeschadet überstanden.
Einzig Hystrix patula ist bereits vor der Blüte oberirdisch vertrocknet,
treibt nun aber wieder aus. Prachtvoll anzuschauen das silbrig-blaue
Ammophila breviligulata, ein Helmgras, das an der Ostküste der USA
und an den großen Seen wächst. Bizarr, etwas steif streckt
es seine Blätter von sich, erinnert an Strandhafer, mit dem es nahe
verwandt ist. Es wuchert aber nicht, bleibt horstig. Zur Zeit beginnen
in seiner Nachbarschaft hohe Sedum-Hybriden zu blühen, und unerwartet
schön sehen die noch völlig gesunden Blätter von Iris
pallida neben diesem Gras aus.
Apropos Sedum: Dieser sandige, trockene Garten entpuppt sich
als Idealstandort für Sedumarten. Von einer Brachefläche brachte
ich Sedum maximum mit. Diese in Brandenburg überall wild
vorkommende Art hat sich im Garten richtig breit gemacht. Interessant,
wie unterschiedlich
die
einzelnen Pflanzen aussehen können. Inzwischen ist hier aber ein
ganzes Gaissmayer-Sortiment hoher herbstblühender Sedum-Hybriden
aufgepflanzt. Über die Erfahrungen mit Sedum berichte ich an anderer
Stelle ausführlich.
Wir empfehlen Ihnen trockenheitsverträgliche
Pflanzen!
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