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Gartennotizen aus Jamlitz

von Christian Seiffert, 12. Februar 2012

Abeliophyllum distichum

 

Abeliophyllum distichum

Schneeforsythie wird dieses zarte Gehölz genannt, das seit nun ca. acht Jahren im jamlitzer Garten steht und uns jedes Jahr aufs Neue erfreut. Die Bezeichnung Schneeforsythie ist nicht ganz verkehrt. Zumindest ist sie mit der echten Forsythie nah verwandt. Beide gehören zu den Ölbaumgewächsen. Die Blütenfarbe allerdings ist nicht gerade die von Schnee. Eher ein ganz zartes Hellrosa. Die Blüte beginnt, zumindest in Jamlitz, etwa eine Woche vor der Forsythienblüte. Es sei denn, man schneidet im Winter einige Zweige und stellt sie in eine Vase. Bereits nach drei Tagen öffnen sich die Blüten und verbreiten einen sehr angenehmen frühlingshaften Duft, der an Winterlinge erinnert, ein wenig durchsetzt mit Mandel.
Wegen der abgeschnittenen Zweige muss man keine Tränen vergießen. Der Strauch treibt willig wieder aus, und diese neuen Triebe blühen im kommenden Jahr. Also alles anders, als bei der Forsythie, die nur am älteren Holz blüht.
Abeliophyllum distichumObwohl Abeliophyllum distichum in jedem Pflanzenlexikon fast an erster Stelle steht, ist dieser Strauch in deutschen Gärten fast nicht zu finden. Woran mag das wohl liegen? Die Schneeforsythie ist erst seit gut 60 Jahren in Europa eingeführt worden. Zu Haus ist sie in Korea. Vielleicht ist das eine zu kurze Zeit, um richtig bekannt zu werden. Dann galt sie wohl lange als nicht ganz winterhart. Das aber wurde widerlegt, sie hat sich in der Winterhärtezone 7a als stabil erwiesen, und diese Zone reicht über den Osten Deutschlands hinaus. Ein Baumschulmensch hat mir wahrscheinlich den echten Grund verraten. "Sie wächst so liederlich!" In der Tat ist die Schneeforsythie kein Hausmeisterstrauch. Sie fällt auseinander, treibt mal hier, mal dort. Berühren ihre Zweige den Boden, dann bilden sich dort bald Wurzeln und es entsteht ein neuer Strauch. Und so haben wir im jamlitzer Garten inzwischen mehrere Exemplare und natürlich sind auch welche verschenkt worden.
An erster Stelle in Pflanzenlexika steht übrigens die Abelia, ein Geißfußgewächs, also aus der Familie, zu der auch Holunder und Schneeball gehören. Als ein Japaner 1919 Abeliophyllum distichum beschrieben und benannt hat, erinnerte ihn das Blatt dieses "neuen" Gehölzes an das der Abelia. Aber wie ist nun die Abelia zu ihrem Namen gekommen? Ihr Taufpate ist ein britischer Arzt, Naturforscher und Botaniker gewesen, der von 1789 bis 1826 gelebt hat und in Südostasien tätig war.

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