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Wandergesellen in Eresing
Dass der Garten jetzt 25 Jahre alt ist, sieht man an seinen Bäumen: einem Boskoop, ein paar Kiefern, einer Eibe und einem inzwischen gigantischen Haselnussbaum. Selbst ein paar Buchsbäume, Felsenbirnen und eine Kornelkirsche sind Schatten werfende Großsträucher geworden. Damit hat sich der Garten zum Lebensbereich Gehölz und Gehölzrand entwickelt.
Kein Wunder, dass sich die dazu passenden Stauden wohl fühlen und einen enormen Ausbreitungsdrang an den Tag legen.
Jetzt Ende Mai stehen die Maiglöckchen in Vollblüte. Sie kommen an verschiedenen Stellen vor, aber am Eingangsbereich haben sie eine große Fläche erobert, ohne unter Lenzrosen und Taglilien Schaden anzurichten. Zur Zeit blühen sie üppig und wetteifern mit anderen Wanderern, den Akeleien.
Den Anfang machte Samen von Aquilegia atrata von einer trentiner Bergwiese. Bald aber kreuzten sich die "Atrata-Gene" mit "Vulgaris-Blut" und inzwischen sind wohl alle Akelei-Töne zwischen Weiß und tiefem Schwarzviolett vertreten. Selbst wenn wir die Samenbildung durch rechtzeitigen Schnitt vereitelten, es wären noch immer genügend Samen aber auch Pflänzchen für Jahrzehnte im Boden.
Nicht weit von hier in einem Auwald ist die Wiesenraute, Thalictrum aquilegifolium zu Haus. Ein paar Samen, in unseren Garten eingebracht, haben eine Frühsommerpracht in den Halbschattenpartien ausgelöst. Die Blütenfarben dieser Wildart reichen von Weiß über Rosa bis Hell-Lila. An der Westseite des Hauses, unter dem Apfelbaum teilen sie sich den Platz mit der hellgelben Wiesentaglilie Hemerocallis lilioasphodelus. Beide sind Wanderer, die Taglilie meist mit Ausläufern, die Wiesenraute durch Samen. Als Konstante, nicht wandernd, steht dazwischen eine Silberkerze, Cimicifuga racemosa.
Gerade beginnt auch die Blüte des Blutstorchschnabels. Es ist merkwürdig, überall, wo er plötzlich erscheint, sieht er wie absichtlich hingepflanzt aus. Da, wo er steht, kommt auch immer ein Strahl Sonne hin. Der Blutsstorchschnabel Geranium sanguineum versamt sich gerne und sorgt am sonnigen Gehölzrand für freudenvolle Anblicke.
Dass unsere Walderdbeeren noch nicht einmal grüne Früchte zeigen, bemängeln unsere Enkel. Sie warten sehnsüchtig auf die herrlich schmeckenden kleinen Erdbeeren. An Pflanzen mangelt es nicht. Die Walderdbeeren, es war einmal eine Pflanze, befinden sich jetzt überall im Garten, ein Beweis dafür, dass sie sich durch Ausläufer aber auch durch Samen vermehren, und dies reichlich.
Eine weitere, zum "Bodendecker" sich berufen fühlende Kleinstaude
ist der Günsel Ajuga reptans. Ob in voller Sonne oder im Halbschatten, der Günsel mag den sandig-lehmigen z.Zt. meist sehr feuchten eresinger Boden. Er verdrängt keine Nachbarn, füllt aber alle Lücken.
Eine Wald-Großstaude gibt mir Rätsel auf. Seit über 20 Jahren haben wir im Schatten einer Nachbargerage und einer Eibe einen Waldgeisbart stehen. Im vorigen Jahr, nach 18 Jahren, tauchten zum ersten Mal Sämlinge auf. Aruncus dioicus ist, der Name sagt es, zweihäusig, unsere Staude aber männlich. Wo kommen auf einmal die Kinder her? Trotz des Nachwuchses darf man den Waldgeisbart nicht zu den Wanderern zählen. Eher im Gegenteil, er ist eine Konstanze von sehr langer Lebensdauer und optischer Bedeutung, so wie eine Silberkerze. Er blüht gleichzeitig mit dem Holunder und den Wiesenrauten: zauberhafte Anblicke!
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Vermehrung |
Bewertung |
Maßnahmen |
| Acanthus hungaricus |
Samen |
harmlos und schön |
am falschen Ort jäten |
| Ajuga reptans |
Ausläufer/Samen |
harmlos und schön |
am falschen Ort jäten |
| Alchemilla mollis |
Samen |
Vorsicht, verdrängend |
nach Blüte schneiden |
| Anemone tomentosa 'Robustissima' |
Ausläufer |
schön / verdrängend |
Spielraum begrenzen |
| Aquilegia Atrata-Hybriden |
Samen |
harmlos und schön |
am falschen Ort jäten |
| Arum maculatum |
Samen |
schöne Waldpflanze |
notfalls Sämlinge jäten |
| Aruncus dioicus |
Samen |
schöne Großstaude |
Sämlinge u.U. verpflanzen |
| Brunnera macrophylla |
Samen |
schön / manchmal lästig |
nach Blüte schneiden |
| Campanula persicifolia |
Ausläufer / Samen |
harmlos und schön |
wachsen lassen |
| Centranthus ruber |
Samen |
harmlos und schön |
am falschen Ort jäten |
| Centaurea montana |
Samen |
harmlos und schön |
am falschen Ort jäten |
| Convallaria majalis |
Ausläufer |
selten lästig |
wachsen lassen |
| Cymbalaria muralis |
Samen / Ausläufer |
schön / oft lästig |
am falschen Ort jäten |
| Erodium x hybridum |
Samen |
harmlos und schön |
wachsen lassen bzw. jäten |
| Euphorbia polychroma |
Samen |
harmlos und schön |
wachsen lassen bzw. jäten |
| Fragaria vesca |
Ausläufer / Samen |
Lückenfüller am Gehölz |
wachsen lassen bzw. notfalls jäten |
| Geranium sanguineum |
Samen |
harmlos und schön |
wachsen lassen bzw. notfalls umsetzen |
| Helleborus foetidus |
Samen |
harmlos und schön |
Sämlinge verpflanzen oder jäten |
| Helleborus Orientalis Hybr. |
Samen |
harmlos und schön |
notfalls jäten |
| Hemerocallis lilioasphodelus |
Ausläufer / Samen |
harmlos und schön |
notfalls verpflanzen |
| Linaria purpurea |
Samen |
schön, aber Unkraut |
nach Blüte schneiden |
| Luzula nivea |
Samen / Ausläufer |
nie lästig |
wachsen lassen |
| Lysimachia tyrsiflora |
Ausläufer |
in Wasser expansiv |
Triebe oft reduzieren |
| Myrrhis odorata |
Samen |
harmlos und schön |
am falschen Ort jäten |
| Origanum vulgare |
Samen |
harmlos und schön |
am falschen Ort jäten |
| Paeonia officinalis |
Samen |
harmlos und schön |
am falschen Ort jäten |
| Saponaria officinalis |
Ausläufer / Samen |
gefährlich |
jäten und schneiden / schwächen |
| Talictrum aquilegifolium |
Samen |
harmlos und schön |
am falschen Ort jäten |
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