| Stauden mit schön geformten Blättern bringen Bewegung in Rabatten.
Das macht einen Garten auch dann interessant, wenn die Blüten gerade
einmal pausieren. Verlassen Sie sich bei der Gestaltung daher nicht allein
auf die Blütenwirkung. Viel nachhaltiger sind Formen und Farben des
Laubs. Ob herzförmig,
oval, gelappt oder schmal und spitz zulaufend spielt aus einiger Entfernung
keine große Rolle. Entscheidend ist vielmehr das Webmuster, das
die Laubblätter innerhalb der Rabatte hinterlassen, die sogenannte
Textur.
Kleinlaubige Pflanzen schaffen eine feine Textur. Sie lässt begrenzte
Räume größer erscheinen. Großblättrige Arten
fallen sofort auf und sollten daher sparsam verwendet werden. Eine geballte
Ladung davon verwandelt den Garten sonst in einen Dschungel, vor allem
wenn Mammutblatt (Gunnera), Zierrhabarber (Rheum) und
Tafelblatt (Astilboides) dabei sind. In der richtigen Mischung
machen sie den Garten ausdrucksvoll, weil der Wechsel verschiedener Laubformen
und -größen einen eigenen Rhythmus erzeugt.
Auf
diese Weise strukturieren Stauden allein durch ihr schönes Laub einen
Garten ähnlich wie in Form geschnittene Buchsbäume. Auch sie
wirken in erster Linie durch ihr kompaktes Grün.
Schon die Griechen waren von den großen gezackten Blättern
des Bärenklaus so beeindruckt, dass sie ihn als Motiv in die Architektur
aufnahmen. Die aus dem Mittelmeerraum stammende Pflanze ist bei uns leider
nicht überall winterhart. Funkien nisten sich dagegen zuverlässig
im Garten ein, sofern sie einen feuchten, leicht schattigen Standort bekommen.
Ihre Sortenvielfalt spiegelt die ganze Farbskala grüner Töne
wieder von Creme und Gelbgrün bis zu sattem Grün und kühlem
Blau- und Graugrün. Allein Purpurtöne tauchen bei ihnen nicht
auf. Dafür gibt es Arten wie das Schaublatt Ligularia dentata
'Desdemona', den Salbei 'Purpurascens' und das Purpurglöckchen.
Die Pflanzen werden
in bestimmten Formationen gesetzt, die sich innerhalb der Rabatte gerne
wiederholen dürfen. So ist ein Pulk aus drei, fünf oder mehr
Pflanzen denkbar, der wie ein dicker Klecks auf sich aufmerksam macht.
Reihen aus mehreren Pflanzen setzen dagegen Ausrufezeichen oder Gedankenstriche.
Die Zahl der Pflanzen hängt von ihrer Größe, Blattfläche
und von dem zur Verfügung stehenden Raum ab. Wichtig ist, dass die
Proportion noch stimmt, wenn die Pflanzung nach zwei bis drei Jahren richtig
eingewurzelt ist.
Text: Michael Breckwoldt
Aus: Gärten gestalten, Gärten genießen
Verlag Ellert & Richter
|