| Farne am ihnen zusagenden Standort sind pflegeleicht. Einige Tipps
sollen Ihnen helfen, noch mehr Freude an Ihren gefiederten Freunden zu
haben.
Bodenvorbereitung
Ob Neuanlage oder alter gewachsener Garten, jeder neu gepflanzte Farn
benötigt eine gute Bodenvorbereitung. Dazu gehörten in erster
Line eine gute Lockerung und eine Humusgabe. Diese kann in der Regel in
Form von gut abgebautem Kompost erfolgen. Bei Farnen, welche saure Böden
bevorzugen, wird Torf oder ein entsprechender Torfersatz verwendet.
Pflanzzeiten
Farne werden in den Staudengärtnereien
in Töpfen gezogen und können deshalb während des ganzen
Jahres gekauft werden. Besonders bei heiklen Farnen empfiehlt sich jedoch
eine Pflanzung im Frühjahr. Sie können so vor dem ersten Winter
anwurzeln. Im Pflanzjahr müssen die Farne regelmässig gegossen
werden, dies ist bei einer Sommerpflanzung natürlich besonders zu
beachten.
Wenn
man grosse Farne aus einem Garten teilen will, sollte dies im zeitigen
Frühjahr, kurz vor dem Austrieb, gemacht werden. Die Teilpflanzen
werden sofort wieder sorgfältig gepflanzt und gewässert. Muss
die Teilung nach dem Wedelaustrieb erfolgen, sollte die Blattmasse entsprechend
den verbleibenden Wurzeln an der Teilpflanze reduziert werden. Eine Teilung
im Herbst darf nur vorgenommen werden, wenn die Jungpflanzen in einem
Gewächshaus, vor Frost und Nässe geschützt, weiterkultiviert
werden können.
Winterschutz
Auch einheimische, robuste Farne sind auf Barfröste empfindlich.
Am Naturstandort sind die Rhizome meist von einer Laubschicht bedeckt
und so geschützt. Auch
im Garten ist das Liegenlassen des Falllaubes der einfachste und beste
Winterschutz. Besonders heikle Farne werden mit einer zusätzlichen
Portion Laub versehen und eventuell mit einigen Tannenzweigen gedeckt.
Einige asiatische Farne treiben in unseren Breiten zu früh aus.
Die jungen, zarten Wedel sind dann oft ungeschützt den Spätfrösten
ausgesetzt. Auch hier hilft eine Abdeckung mit Tannenreisig oder ein leichtes
Vlies während der gefährlichen Nächte.
Winter- und immergrüne Farne sollten an Standorten stehen, welche
vor Wintersonne geschützt sind. Die grünen Wedel bleiben so
länger schön.
Pflege
Farne am ihnen zusagenden Standort sind pflegeleicht. Schädlinge
und Krankheiten sind selten. Sind in einem Garten jedoch Dickmaulrüssler
aktiv, können diese auch Farne schädigen. Hier ist der Einsatz
von Nematoden (Fadenwürmern) zu prüfen, welche die Larven der
Dickmaulrüssler parasitieren.
Ansonsten beschränkt sich die Pflege eigentlich auf den Rückschnitt.
Sommergrüne Farne können im Herbst geschnitten werden. Bei Arten
welche einen Winterschutz bekommen, werden die Wedel eventuell nur eingekürzt,
da die unteren Wedelteile das schützende Laub zurückhalten.
Wintergrüne Farne werden im Frühjahr geschnitten. Es ist nicht
immer einfach, den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Schneidet man zu früh,
verliert man den Schmuck der immergrünen Wedel - schneidet man zu
spät, haben die jungen Wedel bereits getrieben. In dem Fall ist äusserste
Vorsicht gefragt, damit die jungen Wedel nicht in Mitleidenschaft gezogen
werden.
Moritz Vögeli ist Gartenbauingenieur (FH) und
Betriebsleiter an der Hochschule Wädenswil in der Schweiz
Der Beitrag ist in "Pteridomania - Farnfieber"
Herausgeber: Schweizerische
Vereinigung der Farnfreunde und
Gesellschaft der
Schweizer Staudenfreunde erschienen
und kann dort zu einem Preis von CHF 25,00 bestellt werden.
Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors.
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