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Grenze zwischen Spätherbst und Winter ist heutzutage schwer auszumachen.
Früher hieß es: Wenn der Pflug im gefrorenen Boden stecken bleibt, fängt
der Winter an. Heute aber haben wir statt eines Pferdegespannes Traktoren
mit einer Leistung bis zu 300 PS, und die brechen auch einen gefrorenen
Boden auf.
Außerdem: Unser Winter in Mitteleuropa ist ein eigenartiger Geselle.
Er kommt und geht, kommt wieder und geht erneut. Man sagt, dies treibe
er etwa 7-mal, bis er endlich die Regentschaft an den Frühling übergibt.
Dieses Auf und Ab des Winters hat erhebliche Auswirkungen auf das Duftspektrum
im Winter. Es wird ja kaum einer in Abrede stellen, dass die letzte Januardekade
zum Winter gehört. Und dennoch kommen Jahre vor, in denen um diese Zeit
nicht nur Winterlinge, Cyclamen coum - das sind die türkischen
Vorfrühlingsalpenveilchen - und Schneeglöckchen blühen, sondern auch Hamamelis,
also die Zaubernüsse, Viburnum x bodnantense – ein winterblühender
Schneeball – und sogar ein Rhododendron: die Vorfrühlingsalpenrose Rhododendron
x praecox. Selbstverständlich gehört der Winterjasmin dazu, der jede
milde Phase zum Blühen nutzt. Und wenn dann Frost die Blüten zerstört,
sind für die nächste warme Phase immer noch Blütenreserven vorhanden.
Nur: Duft darf man von diesem Jasmin nicht erwarten.
Die so genannten Winterblüher blühen also immer, wenn der Winter eine
Pause macht. Vielleicht meinen sie, der Frühling habe angefangen. Dann
aber kommt die Kälte zurück und macht viel kaputt. Den Schneeglöckchen,
Winterlingen und den Vorfrühlingsalpenveilchen macht die Kälte überhaupt
nichts aus. Auch die Hamamelisblüten leiden darunter nicht. Die Blütenblätter
rollen sich nur zusammen und entfalten sich bei wärmerem Wetter erneut.
Winterlinge
und Schneeglöckchen duften intensiv, die Winterlinge erinnern an Stiefmütterchen,
die Schneeglöckchen haben einen frisch-lieblichen, leicht süßen Duft.
Es kann sein, dass auch Cyclamen coum in manchen Gärten duftet.
Cyclamen verhalten sich da sehr unterschiedlich. Innerhalb einer
Art kommen duftende und nichtduftende Schläge vor.
Auch außerhalb des Gartens ist der Winter nicht ohne Duft. Selbst der
fallende Schnee riecht. Und er riecht unterschiedlich, je nach Temperatur.
Im Nahbereich landwirtschaftlicher Betriebe werden wir unweigerlich mit
Silagegerüchen eingedeckt, was nicht immer angenehm ist. Im Allgäu, speziell
in den Emmentaler-Regionen darf keine Silage gefüttert werden. Da riecht
es angenehm nach Heu. Wird geschlachtet und gewurstet, breiten sich ganz
spezielle Gerüche aus. Und schließlich gehört auch der Geruch des Glühweins
zum Winter.
In der zweiten großen Winterphase, im Februar, fällt der meiste Schnee.
Meist relativ warmer Schnee. Die Durchschnittstemperatur des Februar liegt
bereits deutlich über der des Januar. Das merken auch die Gehölze und
beginnen in Saft zu gehen. Aufmerksame Spaziergänger sehen das an der
zunehmenden Farbigkeit der Zweige und Äste. Aber, wenn man eine sensible
Nase hat, entgeht einem nicht, dass Wälder und Gebüsche lebendig zu riechen
beginnen.
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