
Tulpen, das wissen wir, sind das Ergebnis jahrhundertelanger züchterischer
Bemühungen. Sie zählen zu den auffallendsten
und farbenprächtigsten Fühjahrsblühern. Sie fehlen in kaum
einem Garten. Zwei ganz besondere spät blühende Tulpen-Arten
möchten wir Ihnen hier etwas genauer vorstellen: Lilienblütige
Tulpen und Viridiflora-Tulpen.
Tulpen
wirken am schönsten, wenn sie in größeren bis großen
Mengen gepflanzt werden. Bei geschickter Kombination verdecken austreibende
Stauden das einziehende Laub der Tulpen. Werden die Tulpen gruppenweise
gepflanzt, verwandeln sie eine Staudenpflanzung bereits im Mai in ein
Blütenmeer. Die Staudenblüte in dieser Pflanzung kann sich dann
auf die Monate Juni bis Herbst konzentrieren und so einen zweiten Blühhöhepunkt
schaffen.
Lilienblütige Tulpen

Lilienblütige Tulpen gelten als die eleganteste Tulpengruppe überhaupt.
Mit ihren grazilen Blüten, die auf den hohen Stielen zu schweben
scheinen, sind sie unverkennbar und unverwechselbar. Aus schlanken, geschlossenen
Blütenknospen entfalten sich weit geöffnete Blüten mit
spitzen, elegant zurückgebogenen Blütenblättern. Ältere
Sorten, wie die bewährte gelbe 'West
Point' aus dem Jahr 1943, strahlen in klaren, reinen Farben.
Neuere Züchtungen, wie die wunderschöne und lange blühende
orange-gelb-rot geflammte 'Ballerina',
zeigen häufig ein interessantes Farbenspiel innerhalb der Blüte.
Die sehr langlebige und dankbare Sorte erweist sich als besonders aufregend
in Kombination mit farbprächtigen Euphorbien,
wie z. B. Euphorbia
amygdaloides oder Euphorbia
dulcis
'Chamaeleon' und Heuchera.
Bei der Kombination der großblütigen Tulpen untereinander
sollte man eher dem Grundsatz "Weniger ist mehr" folgen und
sich auf zwei Farben in nicht zu kleinen Stückzahlen beschränken.
Ausgesprochen schön wirkt die gelbe 'West Point' in Kombination
mit 'White Triumphator' zu Euphorbia
polychroma und goldblättrigen
Pflanzen wie Origanum
vulgare
'Thumbles Variety' und Humulus
lupulus
'Aureus'.
'Ballade' hat leuchtend magentafarbene Blüten mit weißem
Rand und wirkt in Kombination mit der einfarbigen 'Maytime'
oder mit 'White Triumphator' im Beet zwischen austreibenden Stauden besonders dekorativ.
Sehr empfehlenswert ist eine Kombination mit graulaubigen Stauden wie
z. B. Dicentra
formosa
'Stuart Bothman'.
Lilienblütige Tulpen können bis zu 70 cm hoch werden. Sie bestechen
durch eine extrem lange Blütezeit, die sich nicht selten über
mehrere Wochen erstreckt. Sie sind regenfest und standfest. Lilienblütige
Tulpen sind sehr ausdauernd und langlebig. Sie können sehr lange
am selben Platz verbleiben. Sonnige Standorte werden bevorzugt. In der
Vase bewähren sich lilienblütige Tulpen als haltbarer Schmuck.
Viridiflora-Tulpen

Viridiflora bedeutet: mit grünen Blüten. Zwar sind
die Blüten dieser Tulpen-Art nicht rein grün, doch wirken Viridiflora-Tulpen
mit dem grün geflammten Streifen auf jedem Blütenblatt ausgesprochen
reizvoll und elegant. Ganz besonders edel wirken Kombinationen der Viridiflora-Tulpen
untereinander. Dabei sollte man möglichst nicht wild kombinieren,
sondern sich wegen der großzügigen Wirkung auf zwei Farben
in nicht zu kleinen Stückzahlen beschränken.
Besonders attraktiv und bezaubernd wirkt die Kombination der bewährten
und langlebigen grün-weißen Viridiflora-Tulpe 'Spring
Green' mit der gelben 'Yellow Spring Green'. Sehr elegant und edel wirken
die halbschattenverträglichen Viridiflora-Tulpen im Hostabeet zwischen
den austreibenden Stauden. Mit Hosta
und der gelblaubigen Hakonechloa macra 'Aureola' lassen sich sehr stimmungsvolle Gartenbilder in Grün,
Gelb und Weiß schaffen, derer man niemals überdrüssig
wird. Sehr nobel wirkt 'Spring Green', in größerer Menge solo
gepflanzt, zwischen austreibenden Hosta
oder Hemerocallis.
Viridiflora-Tulpen haben eine außerordentlich
lange Blütezeit. Es gibt hohe und niedrige Sorten. Sie blühen
spät, etwa ab Mitte Mai, und sind für Sonne und Halbschatten
geeignet. Wir zeigen Ihnen hier als Beispiel die Entwicklung
der wunderschönen
Viridiflora-Tulpe 'Esperanto' im kalten Frühjahr 2006 vom 9. April
bis Ende Mai. Bitte für mehr Informationen und zum Vergrößern
auf ein Foto klicken.

Die Suche nach der schwarzen Tulpe
Eine Besonderheit stellen schwarze oder fast schwarze Tulpen dar. Die
Suche nach der schwarzen Tulpe hat die Züchter Jahrhunderte lang
beschäftigt. Inzwischen stehen einige Sorten zur Verfügung,
die diesen Anspruch erfüllen und zudem langlebig und robust sind.
Der nie übertroffene Klassiker unter den schwarzen Tulpen ist 'Queen
of Night'. Die dunkle Blütenfarbe mit dem purpurfarbenen
Schimmer wirkt im richtigen Licht fast schwarz. 'Black
Hero' ist die gefüllte Form von 'Queen of the Night' und deshalb
perfekt in Kombination mit dieser.
Eine Besonderheit stellen Papageien-Tulpen dar. 'Black
Parrot' hat dunkelviolette bis samtig kastanienbraune, fast schwarz
wirkende, stark gewellte, gekräuselte und federartig gefranste Blüten.
Sie ist seit 1937 in Kultur und verströmt einen zarten Duft.
Um Schwarz richtig in Szene zu setzen, bedarf es einer perfekten Ergänzung.
Mit weißen spät blühenden Tulpen verbinden sich die schwarzen
Schönheiten zu einer edlen
Gemeinschaft. Eine klassische kontrastreiche
Ergänzung sind weiße Tulpen wie 'White
Triumphator' und 'Mount
Tacoma'.

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