Die
Engländer treiben es mal wieder auf die Spitze: Alljährlich
drängen sich im Februar die Schneeglöckchen-Enthusiasten in
der Ausstellung in Wisley, um Pflanzen rarer Sorten zu Höchstpreisen
zu ergattern. Dort entstand auch die Legende, dass ein Engel nach der
Vertreibung Adams und Evas aus dem Paradies Schneeflocken in Blumen verwandelte,
um anzukündigen, dass der Frühling bald käme.
Die eindrucksvolleren Züchtungen haben zwar die Engländer,
aber bei der Namensfindung haben sie sich bereits im 17. Jahrhundert ans
Deutsche angelehnt. Zuvor hießen die Schneeglöckchen „Hübsche
Februar-Mädchen“, „Lichtmess-Glöckchen“ oder
„Weiße Jungfrau“ und galten als Symbol der Reinheit
und der Hoffnung.
Schneeglöckchen lieben lockeres, humoses Erdreich, das während
der Entwicklungs- und Blütezeit etwas feucht sein sollte. Die frühen
Arten wollen volle Sonne, spätere Arten, wie das heimische Galanthus
nivalis, bevorzugen den Halbschatten. Schneeglöckchen fühlen
sich am Gehölzrand
und zwischen Sträuchern und später austreibenden Stauden wohl.
Sie ziehen ein, wenn die austreibenden Blätter die Erde beschatten.
Schneeglöckchen verwildern willig in frischem und nicht zu schwerem
Boden in halbschattiger Lage unter Gehölzen, aber auch in nicht zu
trockenen Rasenflächen (Den Rasen erst nach dem Einziehen mähen!).
Größere Horste können unmittelbar nach der Blüte
umgepflanzt werden. Anhaftende Erde dabei nicht abschütteln. Bitte
Schneeglöckchen nicht mit Kompost abdecken oder düngen, sonst
gibt es lange Blätter mit wenig Blüten.
Von unserem
heimischen Schneeglöckchen, auf das wir jedes Jahr so sehnsüchtig
warten, gibt es viele Zuchtformen: Großblumige, gefüllte
Schneeglöckchen, besonders stark duftende oder solche mit grünen
Spitzen.
Schneeglöckchen können auch sehr gut in Töpfen vorgetrieben
werden. Dazu kann man im September die Zwiebeln in Töpfe oder Schalen
pflanzen. Bis zum Frosteinbruch bleiben die Töpfe an einem schattigen
Ort im Garten. Danach werden die Töpfe ins Haus geholt und an einem
möglichst kühlen, hellen Ort aufgestellt. Holt man die Schneeglöckchen-Töpfe
dann ins warme Zimmer, dauert es etwa zwei Wochen, bis die ersten Blüten
erscheinen. Bitte regelmäßig wässern, so dass die Topfballen
nicht austrocknen. |