
In strahlendem Gelb oder Weiß und mit anmutiger Beschwingtheit
und Grazie verkünden Narzissen alljährlich den erwachenden Frühling.
Schon in den ersten warmen Tagen spitzen ihre Blätter aus dem Boden.
Dann dauert es nicht mehr lange, dann öffnen die früh blühenden
Sorten ihre Blüten. Besonders in England genießen Narzissen
Kultstatus, doch auch hierzulande wächst die Zahl der Narzissen-Liebhaberinnen
und –Liebhaber Jahr für Jahr. Wie schön ist es da, dass
es gerade bei den Narzissen sehr viele dauerhafte Sorten gibt, die sich
sehr gut zum Verwildern eignen.
Inzwischen gibt es mehr als 20.000 verschiedene Sorten; wir empfehlen
Ihnen einige besonders schöne und langlebige Sorten, an denen Sie
lange Freude haben werden.
Im
Volksmund werden Narzissen auch Osterglocken genannt. Narzissen gelten
als Symbol für die Überwindung der Dunkelheit und des Todes,
für Sterben und Wiedergeburt. Bekannter jedoch ist die Narzisse als
Symbol der Eitelkeit und Eigenliebe. Narzissos, der umwerfend schöne
Jüngling, verliebte sich unsterblich in sein Spiegelbild, fiel vor
ungestillter Sehnsucht ins Wasser und ertrank. Auferstehung feierte er
als Blume, strahlend schön und duftend, die seinen Namen trägt.
Viele Narzissen sind ideale Pflanzpartner für spät austreibende
Hostas. Wie diese mögen sie feuchte, nährstoffreiche Böden.
Die großen Blätter der Hosta
verdecken später das unansehnliche einziehende Laub der Narzissen,
ermöglichen ihnen aber, noch genügend Licht für die Assimilation
einzufangen. Mit der Kombination von frühen und späten Narzissen-Sorten lässt sich die Blütezeit erheblich verlängern.
Cyclamenblütige Narzissen - Narcissus cyclamineus
Mit
den zurückgeschlagenen Blütenblättern und der trompetenförmigen
Krone erinnern die Blüten wirklich an Alpenveilchen. Besonders frühe
und lange Blüte, Langlebigkeit und Blütenfülle zeichnen
diese zierliche Narzissen-Klasse aus. Sie vermehren sich gut und bilden
mit der Zeit dichte, standfeste Horste. Bevorzugt wird ein sonniger bis
halbschattiger Standort mit frischem bis feuchtem, humosem Boden. Cyclamenblütige
Narzissen eignen sich
gut zum Verwildern. Sehr vorteilhaft wirken sie in einem Teppich niedriger
Bodendecker, z. B. von Farn-Fiederpolster.
Die bewährte Sorte 'February
Gold' erfreut mit einer sehr frühen, langen Blütezeit, leuchtenden
Farben und einer sehr haltbaren Blüte. Bezaubend auch die Cyclamineus-Hybriden mit weißen, elegant zurückgebogenen
Blütenblätter der Krone und einer Trompete in zart gelb. In größeren Mengen mit anderen Zwiebelblühern
verwildert, schafft werden so
natürlich wirkende Gartenbilder voller Anmut und Charme geschaffen.
Sehr schön wirken diese kleinen Narzissen in Kombination mit blauen
Traubenhyazinthen, z. B. der früh blühenden Muscari
azureum gefolgt von Muscari
armeniacum. Cyclamineus-Narzissen sind zwischen lockerwüchsigen Sträuchern, Bodendeckern oder
austreibenden Stauden besser aufgehoben als in der Wiese. Sollten die
Horste nach mehreren Jahren zu dicht werden, kann man sie nach der Blüte
teilen.
Trompeten-Narzissen - Narcissus pseudonarcissus
In
dieser Gruppe finden sich die klassischen Osterglocken, die ebenfalls
oft bereits im März blühen. Je Stiel erscheint eine Blüte
mit einer auffälligen Trompete, deren Rand oft leicht gewelt ist.
Von Narcissus pseudonarcissus abstammende Sorten sind robust
und anpassungsfähig.
Ihren optimalen Standort finden Trompeten-Narzissen auf frühjahrshellen
oder halbschattigen Plätzen im Streuschatten von Gehölzen. Der
Boden sollte nahrhaft und humos sein. Besonders wohl fühlen sie sich,
wenn sie im Frühjahr feucht stehen. Sommertrockenheit ist kein Problem.
Ihre Blüten sind zusammengesetzt aus Haupt- und Nebenkrone, wobei
beide etwa gleich lang sind.
Dichter-Narzisse – Narcissus poeticus
Schneeweiße, edel geformte Blüten mit flacher, goldorangener
Krone und gelbem Auge machen die klassische Dichter-Narzisse
zu einer eindrucksvollen Schönheit, Die überwältigend duftenden
Blüten erscheinen im April. Sie ist die späteste Narzisse im
Garten. Die Wildform der Dichter-Narzisse gedeiht seit Urzeiten auf feuchten
Gebirgswiesen des Mittelmeergebietes und der Alpen. Im Garten gehört
sie zu den dauerhaftesten Zwiebelblühern. Ihr süßer Duft
und ihre vollendete Form inspirierte Generationen von Dichtern zu Lobgesängen.
Homer beschreibt den Brautraub des Gottes der Unterwelt, Hades, an der
schönen Persephone: „Die Erde brachte die Narzisse hervor als
wundervolle Falle für das schöne Mädchen nach Zeus' Plan,
um Hades, der alle empfängt, zu gefallen. Sie war
für alle, unsterbliche Götter und sterbliche Menschen, ein wundervoller
Anblick, aus ihrer Wurzel wuchsen einhundert Köpfchen, die einen
so süßen Duft verströmten, dass der ganze weite Himmel
droben und die ganze Erde lachten, und die salzige Flut des Meeres.“
Dichter-Narzissen sind gut zum Verwildern auf Wiesen geeignet, sonnige
Lagen werden dabei deutlich bevorzugt. Leider sind sie mitunter etwas
blühfaul. Wir empfehlen Ihnen Narcissus poeticus 'Actaea'. Das Laub bitte erst
nach dem Vergilben entfernen. Wenn nach einigen Jahren der Blütenflor
nachlässt, nimmt man die Zwiebeln kurz vor dem Einziehen auf, lässt
sie an einer schattigen Stelle ausreifen und teilt und pflanzt sie im
Herbst ausreichend weit voneinander entfernt an einen anderen Standort.
Tazetten-Narzissen - Narcissus tazetta
Die
spät blühenden Tazetten-Narzissen tragen mehrere duftende Blüten
in lockeren Büscheln an einem Blütenstiel. Die prächtige
Sorte
'Laurens Koster' mit dem orangefarbenen Krönchen
ist eine besonders attraktive Vertreterin dieser Gruppe. Sie ist durch
Hybridisierung von Tazetten-Narzissen mit der Dichter-Narzisse entstanden
(Poetaz-Hybriden) und damit deutlich winterhärter und robuster.
Sie bevorzugt sonnige, warme Standorte und eignet sich als duftender Frühjahrsschmuck
im sonnigen Beet zwischen den austreibenden Stauden. Viele Sorten der
Tazetten-Narzissen sind nicht ausreichend winterhart.
Jonquilla-Narzissen - Narcissus jonquilla
Eine
zauberhafte Art mit vielen wunderhübschen Neuzüchtungen und
mittlerer bis später Blütezeit. Wir empfehlen Ihnen die reichblütige,
dauerhafte und ausbreitungsfreudige, gelbe Jonquilla-Narzisse
'Pipit' mit weißer Krone. Besonders wirkungsvoll ist
sie im Abendlicht.
Zwischen 2 und 6 Blüten mit kleiner, flacher Nebenkrone sitzen
bei den Jonquilla-Narzissen an einem Stiel. Jonquilla-Narzissen
stammen ursprünglich aus Südeuropa und sind deshalb etwas empfindlich.
Die herrlich duftenden Jonquillen benötigen einen vollsonnigen
Standort und in rauen, nicht schneesicheren Lagen zur Sicherheit etwas
Winterschutz. Pflanzen Sie die Zwiebeln zum Schutz gegen Kälte und
Nässe mindestens 15 cm tief. Gut zum Schnitt und zur Topfkultur (auch
zum Antreiben) geeignet. Starker Blütenduft mit einer Orangenduft-Komponente!
Schön wirken Kombinationen von Jonquillen untereinander.
Engelstränen-Narzissen – Narcissus triandrus-Hybriden
Die
duftenden Engelstränen-Narzissen schmücken sich mit zwei oder
mehreren glockenförmigen Blüten, die nickend am Schaft hängen.
Ihre Hauptkrone ist elegant zurück geschlagen. Die entzückenden
Zwerg-Narzissen stammen von Narcissus triandrus ab. Wild wachsend
kommt die Art vor allem in England, Spanien und Portugal vor. Stark duftende
Blüten, schmales Laub und eine späte Blütezeit charakterisieren
die Art.
Engelstränen- Narzissen
und ihre Abkömmlinge eignen sich besonders für warme, geschützte,
sonnige Stellen, z. B. in Steingärten. Sie gedeihen auch in Töpfen
und Kübeln. Durchlässiger Boden ist besonders wichtig. Am geeigneten
Standort verwildern sie willig. Aus dieser Gruppe empfehlen wir Ihnen
die hohe, reinweiße 'Thalia' mit den eleganten
Blüten und die zierliche, hell-goldgelb blühende 'Hawera'
mit bis zu 6 Blüten pro Schaft. Beide Sorten haben ihre Zuverlässigkeit
und Langlebigkeit unter Beweis gestellt, wobei 'Thalia' in puncto Winterhärte
besser abschneidet.
Großkronige Narzissen
Großkronige
Narzissen sind überwiegend Hybriden aus Trompeten-Narzissen und Dichter-Narzissen.
Vielgestaltige Blüten und ungewöhnliche Farbkombinationen machen
die Blüten dieser Gruppe auffällig. Hier finden sich Narzissen
mit orangener oder apricotfarbener Nebenkrone. Unsere Empfehlung für
Sie: 'Pink
Charme', die trotz ihres Namens gar nicht Pink ist! Ein Kranz
strahlend weißer Blütenblätter umgibt eine weiße
Krone, die sich mit einem zart apricotrosigen, gerüschten Rand schmückt.
Diese sehr besondere, aparte, großblütige Narzisse möchte
einen sonnigen Standort mit nahrhaftem Boden. Dort ist sie sehr zuverlässig
und dauerhaft und breitet sich im Laufe der Jahre aus.
Gefüllte Narzissen
Gefüllte Narzissen sind das Richtige für Gärtnerinnen
und Gärtner, die das Besondere lieben. Sparsam verwendet können
sie ein Schmuckstück im Frühlingsgarten sein. Meist
stammen sie von Trompeten-Narzissen oder Großkronigen Narzissen
ab. Leider sind viele der angebotenen Sorten nicht ausdauernd genug und
deshalb eher zum Treiben geeignet. Wir haben deshalb für Sie wirklich
empfehlenswerte, langlebige und attraktive Sorten ausgewählt.
Die wunderhübsche gefüllte Narzisse 'Manly'
überzeugt durch zartes Farbenspiel der gefüllten Blüte
aber auch durch ihre Dauerhaftigkeit, Langlebigkeit und Robustheit. Sie
ist sehr anpassungsfähig und breitet sich im
Laufe der Jahre in der Sonne und im Schatten gleichermaßen gut aus.
Sie dürfte deshalb besonders für Besitzer von halbschattigen,
jedoch frühjahrshellen Gärten interessant sein. Die gefüllten
Blüten sind gut regenfest.
Die niedrige, zierliche, kleinblütige, gefüllte Narzisse 'Rip
van Winkle' eignet sich besonders für sonnige, warme
Lagen. Es ist eine alte und bewährte Sorte. Im Steingarten findet
sie ihren optimalen Standort.
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